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Avatar von Uwe Popert

Liebe Alle

Interessenkonflikte beziehen sich nicht nur auf die Pharmaindustrie, sondern z.B. auch auf Versorgungsbereiche. Es gibt bei Leitlinien die Empfehlung, dass jeder Versorgungsbereich seine eigenen Empfehlungen macht. Tatsächlich werden die Empfehlungen in der gesamten Gruppe abgestimmt. Die Rechtfertigung der AWMF dazu: Evidenz ist neutral beurteilbar.

Das Problem: es gibt oft keine sehr gute Evidenz, sondern nur mäßige oder gar keine und dann wird abgestimmt als "Good Practice Points". Das wird potenziert dadurch, dass oft in großen Leitlinienkomissionen dutzende Spezialisten gegenüber ein bis zwei Allgemeinmedizinern sitzen; dass viele Spezialisten-Gesellschaften mit je einem Stimmrecht dem einen Stimmrecht der DEGAM überlegen sind. Zumindest bei "Good-Practice-Points" ist das aber völlig unplausibel.

Beispiel: in der S3 - Leitlinie zum Lipidscreening bei Kindern waren die universitären Angestellten den Niedergelassenen zahlen- und stimmenmäßig haushoch überlegen. Aber die meiste Arbeit bei einem Screening bliebe nun mal bei niedergelassenen Kinder- und Hausärzten hängen. Letztlich hat dann die Hoffnungsorientierung der Universitären die Evidenz der Praktiker niedergewalzt.