<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd" xmlns:googleplay="http://www.google.com/schemas/play-podcasts/1.0"><channel><title><![CDATA[EvidenzUpdate]]></title><description><![CDATA[Betrachtungen über sogenannte "Wahrheiten" in der Medizin. Wir schauen auf die medizinische Wissenschaft, auf Studienergebnisse und Expertenaussagen. Wir ordnen ein, was wir eigentlich wissen können und was nicht. Und wo es schlicht Grenzen gibt.]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de</link><image><url>https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,w_256,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png</url><title>EvidenzUpdate</title><link>https://www.evidenzupdate.de</link></image><generator>Substack</generator><lastBuildDate>Sun, 14 Jun 2026 06:41:09 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://www.evidenzupdate.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml"/><copyright><![CDATA[Evidence Now Media UG (haftungsbeschränkt)]]></copyright><language><![CDATA[de]]></language><webMaster><![CDATA[podcast@evidenzupdate.de]]></webMaster><itunes:owner><itunes:email><![CDATA[podcast@evidenzupdate.de]]></itunes:email><itunes:name><![CDATA[Denis Nößler]]></itunes:name></itunes:owner><itunes:author><![CDATA[Denis Nößler]]></itunes:author><googleplay:owner><![CDATA[podcast@evidenzupdate.de]]></googleplay:owner><googleplay:email><![CDATA[podcast@evidenzupdate.de]]></googleplay:email><googleplay:author><![CDATA[Denis Nößler]]></googleplay:author><itunes:block><![CDATA[Yes]]></itunes:block><item><title><![CDATA[GGVKHSG statt GKV-Defizit: Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten zögert]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 7: Pr&#228;vention]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/ggvkhsg-statt-gkv-defizit-wieso-politik</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/ggvkhsg-statt-gkv-defizit-wieso-politik</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 22:12:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/201209974/5d65caf800516e99bb25fecf9bc9def2.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. GGVKHSG statt GKV-Defizit: Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten z&#246;gert. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:185. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.06.00185">10.69156/POD.001/2026.06.00185</a></em></p></blockquote><p><em>Prost!</em> Hier kommt Teil 7 unserer kleinen <strong>FKG-BStabG-Staffel</strong> <em>(nach Teil <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/pharma-politik-und-die-saftige-zitrone">6</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-eine-republik">5</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon">4</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken">3</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation">2</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">1</a>)</em>. Und wieder wird es, Pardon, politisch: <strong>Pr&#228;vention durch Steuern.</strong> Genauer gesagt bei <strong>Tabak, Alkohol und Zucker.</strong> Und es geht um die Frage, ob man Menschen ges&#252;nder besteuern kann, ohne sie zu bevormunden. Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) widmet dem Thema gleich drei eigene Empfehlungen (Nr. 64&#8211;66) und ein ganzes Kapitel mit dem sch&#246;nen Titel &#8222;Einf&#252;hrung von Konsumsteuern zur St&#228;rkung der Pr&#228;vention&#8220;.</p><p>Dahinter steckt eine alte Forderung, die sp&#228;testens seit dem dusseligen <strong>Gesunde-Herz-Gesetz</strong> auf dem Tisch liegt: Es w&#228;re sinnvoller, die <strong>Rahmenbedingungen des gesunden Lebens</strong> zu verbessern, als die Medizin immer weiter aufzublasen.</p><p><strong>Spoiler:</strong> Das sind einige der wenigen Empfehlungen, bei denen Evidenz, Nutzen und Einnahmen in dieselbe Richtung laufen. Trotzdem hat es davon <strong>nichts</strong> ins GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz oder andere Regierungspl&#228;ne geschafft. Warum, das ist eine Geschichte &#252;ber Lobbyismus, Ressortgrenzen. Und &#252;ber einen Sickerprozess, der vielleicht doch in Bewegung ist. <em>(Aufgezeichnet haben wir am 21. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;96c4a4b1-25b3-4b8e-8611-4214b258f691&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG &#8211; diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben. Sie d&#252;rften bekanntlich die wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, es geht um einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige dieser Ideen wollen wir uns genauer anschauen und die Evidenz dahinter pr&#252;fen. Und damit herzlich willkommen in unserer kleinen Staffel im EvidenzUpdate-Podcast, heute Teil 7, Pr&#228;vention und Steuern. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten z&#246;gert &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-06-08T22:03:48.046Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cf15e47f-e087-41dc-8511-f267821f8c32_1672x941.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/wieso-politik-bei-zucker-und-zigaretten&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:201209977,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>F&#252;r alle mit oder ohne Limo-Durst gibt&#8217;s wieder die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:03:46 Pr&#228;vention? H&#228;? Was&#8217;n das?</p></li><li><p>00:07:14 Aha! Und was tut Politik?</p></li><li><p>00:09:30 HIAP</p></li><li><p>00:11:32 Anti-Zucker-Evidenz</p></li><li><p>00:15:06 Noch mehr Evidenz</p></li><li><p>00:22:24 Das GGVKHSG</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlungen <strong>Nummern 64, 65 und 66</strong> im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> und &#252;ber das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz:<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></p><h3>Was die FKG in Nr. 64&#8211;66 empfiehlt</h3><p>Die Kommission fasst die drei Steuern in einem eigenen Kapitel &#8222;Einf&#252;hrung von Konsumsteuern zur St&#228;rkung der Pr&#228;vention&#8220; zusammen. Die Logik: <strong>Einnahmen generieren und zugleich den Konsum gesundheitssch&#228;dlicher Produkte senken.</strong> Das ist ein doppelter Hebel, bei dem Fiskus und Public Health ausnahmsweise an einem Strang ziehen w&#252;rden. Die Betonung liegt auf: w&#252;rden.</p><ul><li><p><strong>Nr. 64, Erh&#246;hung der Tabaksteuer.</strong> Klassisch und gut belegt: h&#246;here Preise, weniger Konsum. Im Gespr&#228;ch genannt: ein Mehraufkommen in der Gr&#246;&#223;enordnung von <strong>rund 1,2 Mrd. Euro</strong>.</p></li><li><p><strong>Nr. 65, H&#246;herbesteuerung von Alkohol.</strong> Auch hier steht die Lenkungswirkung im Vordergrund, flankiert von zus&#228;tzlichen Einnahmen.</p></li><li><p><strong>Nr. 66, Einf&#252;hrung einer gestaffelten Steuer auf zuckerges&#252;&#223;te Erfrischungsgetr&#228;nke.</strong> Das Modell ist ausdr&#252;cklich an den britischen <strong>Soft Drinks Industry Levy (SDIL),</strong> im Volksmund auch Sugar Tax, angelehnt: eine <strong>gestaffelte</strong> Abgabe, die die Hersteller zur <strong>Reformulierung</strong> anreizt, also dazu, schlicht weniger Zucker ins Produkt zu f&#252;llen. Limo bleibt Limo, nur eben weniger s&#252;&#223;.</p></li></ul><h3>Was die Regierung (nicht) plant</h3><p>Im <strong>BStabG selbst steht keine dieser drei Steuern:</strong> Weder Tabak noch Alkohol noch Zucker tauchen im Gesetzestext auf. Kurz: &#8222;n&#252;scht&#8220;.</p><p>Aber ganz nichts ist es eben doch nicht: In der Begr&#252;ndung des Kabinettsentwurfs <mark data-color="#fff2cc" style="background-color: rgb(255, 242, 204); color: rgb(0, 0, 0);">k&#252;ndigt die Bundesregierung immerhin an, &#8222;in einem weiteren Gesetzgebungsverfahren&#8220; ab dem </mark><strong><mark data-color="#fff2cc" style="background-color: rgb(255, 242, 204); color: rgb(0, 0, 0);">Jahr 2028 eine Abgabe auf zuckerges&#252;&#223;te Getr&#228;nke</mark></strong><mark data-color="#fff2cc" style="background-color: rgb(255, 242, 204); color: rgb(0, 0, 0);"> einzuf&#252;hren</mark>. </p><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Was die Kommission als konkrete Reformempfehlung formuliert, bleibt im Regierungsentwurf eine <strong>blo&#223;e Absichtserkl&#228;rung in der Begr&#252;ndung,</strong> nachrichtlich und unbeziffert in der Gesamtwirkung, ohne Zeitplan im Gesetz selbst. Kurzum: Die politisch heikelste, aber evidenzst&#228;rkste Idee wird elegant aus dem eigentlichen Spargesetz herausgehalten.</p><p>Unsereins fragt sich einmal mehr: Was kann denn da so schwer sein!?</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Wor&#252;ber wir hier reden, ist ausnahmsweise mal nicht die Kritik an medizinischer Pseudopr&#228;vention, sondern <strong>Verh&#228;ltnispr&#228;vention.</strong> Und man muss wohl mal &#252;ber <strong>Zwang</strong> reden (nicht Zw&#228;nge). Die Zuckersteuer soll Hersteller &#8222;zwingen&#8220;, weniger Zucker in ihre Limos et al. zu f&#252;llen. </p><p>Hier aber hat das politische Framing von Industrie und ihrer Lobby &#252;ber Jahre offenbar funktioniert: Steuern = Zwang = B&#246;se. Dabei kann man es genauso gut positiv lesen, als <strong>Anreiz, als Gestaltungsmittel.</strong> Steuern im Sinne von: die Gesellschaft <em>steuern</em>. </p><h2>Deshalb traut sich die Politik nicht</h2><p>Weil sie auf die Framing reinf&#228;llt. Kurz: Wegen des erfolgreichen <strong>Lobbyismus</strong> von Ern&#228;hrungsindustrie, Tabakindustrie etc. und au&#223;erdem wegen des Bier-und-Blutwurst-Beharrungsverm&#246;gens mancher Bundesl&#228;nder bzw. der dortigen Provinzf&#252;rsten <em>(die teils durch <a href="https://taz.de/Robert-Habeck-tritt-zurueck/!6106347/">fetischhaftes Wurstgefresse</a> auffallen)</em>. </p><p>Hinzu kommt: Das Thema ist <strong>ressort&#252;bergreifend</strong>. Die GKV ist im BMG angedockt, aber Konsumsteuern sind Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zugleich. Das w&#228;re eigentlich ein <strong>Kanzlerthema,</strong> Stichwort &#8222;Health in All Policies&#8220;. </p><p>Solange aber andernorts dar&#252;ber debattiert wird, dass die Leute mehr zur&#252;cklegen m&#252;ssten oder wahlweise ihre Rente perdu ist, rangiert die Zuckersteuer nicht ganz oben auf der Agenda. <strong>Die Evidenz ist gut, die Instrumente sind bekannt, aber die Umsetzung scheitert (mal wieder) an der politischen Leichtfertigkeit.</strong></p><h2>Ein Sickerprozess</h2><p>Die gute Nachricht: Das Thema ist in den letzten zwei Jahren auf der politischen Agenda <strong>nach oben gerutscht</strong>. Was vor zwei Jahren noch als Nischenforderung galt, ist heute Teil eines offiziellen Kommissionsberichts. Irgendetwas sickert da durch. </p><p>Bemerkenswert: Die gesundheitspolitischen Sprecherinnen von CDU/CSU, SPD und Gr&#252;nen sind sich beim Grundsatz erstaunlich <strong>einig</strong>. Das ist ein relevanter Teil der parlamentarischen Mehrheit. Der D&#228;mpfer bleibt: Im Referentenentwurf steht es eben (noch) nicht.</p><h2>Was die Evidenz zeigt</h2><p>Die zentrale Arbeit f&#252;r den deutschen Kontext ist eine <strong>Modellierungsstudie von Emmert-Fees und Kollegen.</strong><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> Sie sch&#228;tzt mit einem Mikrosimulationsmodell (IMPACTNCD Germany), was eine SSB-Steuer <em>(SSB = Sugar-sweetened beverages)</em> in der erwachsenen Bev&#246;lkerung (30&#8211;90 Jahre) &#252;ber 20 Jahre bewirken w&#252;rde. Und sie kreuzvalidiert das Ergebnis mit einem zweiten, unabh&#228;ngig entwickelten Modell:</p><ul><li><p><strong>Design:</strong> Verglichen werden zwei Steuermodelle,</p><ul><li><p>eine <strong>20-%-Ad-valorem-Steuer</strong> (wirkt &#252;ber den Preis) und </p></li><li><p>eine <strong>gestaffelte Steuer nach britischem Vorbild</strong> (wirkt &#252;ber Reformulierung, also Zuckerreduktion im Produkt).</p></li></ul></li><li><p><strong>Gesundheitsgewinn:</strong> </p><ul><li><p>Die <strong>Ad-valorem</strong>-Variante w&#252;rde projiziert <strong>rund 106.000 QALYs</strong> gewinnen (95%-CI 57.200&#8211;153.200). </p></li><li><p>Die <strong>gestaffelte</strong> Steuer, die die FKG empfiehlt, wirkt st&#228;rker: <strong>rund 192.300 QALYs</strong>. Mit zus&#228;tzlicher Saftbesteuerung w&#228;ren es sogar &#252;ber 250.000.</p></li></ul></li><li><p><strong>&#214;konomie:</strong> &#220;ber 20 Jahre lie&#223;en sich aus gesellschaftlicher Perspektive <strong>etwa 9,6 Mrd. Euro</strong> (Ad valorem) bzw. <strong>16,0 Mrd. Euro</strong> (gestaffelt) an Kosten einsparen.</p></li><li><p><strong>Mechanismus:</strong> Die Effekte entstehen &#252;ber sinkende Pr&#228;valenzen von Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.</p></li></ul><p><strong>Ergo: </strong>Hier verbessert man die Lebensqualit&#228;t der Menschen <strong>und</strong> spart dabei Geld. </p><p>Und best&#228;tigt wird das von der internationalen Studienlage: Die <strong>WHO</strong> nennt Tabaksteuern die wirksamste und kosteneffektivste Einzelma&#223;nahme zur Senkung des Tabakkonsums.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> Ein Preisanstieg von 10 % senkt den Konsum in Hochlohnl&#228;ndern um grob 4 %.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a></p><p>F&#252;r die britische SDIL zeigen mehrere Auswertungen,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a> dass der <strong>Zuckergehalt der Getr&#228;nke sank</strong>, ohne dass der Markt kollabierte. N&#228;chster Befund: Die <strong>Adipositas-Pr&#228;valenz bei M&#228;dchen der Jahrgangsstufe 6 (10&#8211;11 Jahre) ging um absolut 1,6 Prozentpunkte</strong> zur&#252;ck. Die gr&#246;&#223;ten Effekte gab es in den am st&#228;rksten benachteiligten Gruppen. </p><p>Und eine erg&#228;nzende Modellierung f&#252;r England projiziert zudem Verbesserungen bei Karies und gesundheitlicher Ungleichheit bei Kindern und Jugendlichen.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-8" href="#footnote-8" target="_self">8</a></p><h2>Tja</h2><p>Bei all den Befunden sch&#252;ttelt man um den Politstillstand doch &#246;fter mal den Kopf. Aber was soll&#8217;s: Einfach weitermachen und den Mut nicht verlieren.</p><p><em>Cheers!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 8.2.1<strong> </strong>Reformempfehlung Nr. 64: Erh&#246;hung der Tabaksteuer; ff. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=422">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=422</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Emmert-Fees KMF, Amies-Cull B, Wawro N, <em>et al.</em> Projected health and economic impacts of sugar-sweetened beverage taxation in Germany: A cross-validation modelling study. <em>PLOS Med</em> 2023;<strong>20</strong>(11):e1004311. doi: <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004311">10.1371/journal.pmed.1004311</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p><em>WHO technical manual on tobacco tax policy and administration</em>. Geneva: World Health Organization 2021. <a href="https://www.who.int/publications/i/item/9789240019188">https://www.who.int/publications/i/item/9789240019188</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>U.S. National Cancer Institute and World Health Organization. <em>The Economics of Tobacco and Tobacco Control. National Cancer Institute Tobacco Control Monograph 21. NIH Publication No. 16-CA-8029A</em>. Bethesda, MD: U.S. Department of Health and Human Services, National Institutes of Health, National Cancer Institute; and Geneva, CH: World Health Organization 2016. <a href="https://cancercontrol.cancer.gov/brp/tcrb/monographs/monograph-21">https://cancercontrol.cancer.gov/brp/tcrb/monographs/monograph-21</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p>Rogers NT, Cummins S, Forde H, <em>et al.</em> Associations between trajectories of obesity prevalence in English primary school children and the UK soft drinks industry levy: An interrupted time series analysis of surveillance data. <em>PLOS Med</em> 2023;<strong>20</strong>(1):e1004160. doi: <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004160">10.1371/journal.pmed.1004160</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p>Scarborough P, Adhikari V, Harrington RA, <em>et al.</em> Impact of the announcement and implementation of the UK Soft Drinks Industry Levy on sugar content, price, product size and number of available soft drinks in the UK, 2015-19: A controlled interrupted time series analysis. <em>PLoS Med</em> 2020;<strong>17</strong>(2):e1003025. doi: <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003025">10.1371/journal.pmed.1003025</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-8" href="#footnote-anchor-8" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">8</a><div class="footnote-content"><p>Cobiac LJ, Rogers NT, Adams J, <em>et al.</em> Impact of the UK soft drinks industry levy on health and health inequalities in children and adolescents in England: An interrupted time series analysis and population health modelling study. <em>PLOS Med</em> 2024;<strong>21</strong>(3):e1004371. doi: <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1004371">10.1371/journal.pmed.1004371</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten zögert – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 7: Pr&#228;vention]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/wieso-politik-bei-zucker-und-zigaretten</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/wieso-politik-bei-zucker-und-zigaretten</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 08 Jun 2026 22:03:48 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/cf15e47f-e087-41dc-8511-f267821f8c32_1672x941.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten z&#246;gert &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:185. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.06.00185">10.69156/TRX.001/2026.06.00185</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;3378e4b1-25ab-4fc0-bfe0-b658d0509d92&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Prost! Hier kommt Teil 7 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 6, 5, 4, 3, 2 und 1). Und wieder wird es, Pardon, politisch: Pr&#228;vention durch Steuern. Genauer gesagt bei Tabak, Alkohol und Zucker. Und es geht um die Frage, ob man Menschen ges&#252;nder besteuern kann, ohne sie zu bevormunden. Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) widmet dem Thema gleich drei eigene Empfehlungen (Nr. 64&#8211;66) und ein ganzes Kapitel mit dem sch&#246;nen Titel &#8222;Einf&#252;hrung von Konsumsteuern zur St&#228;rkung der Pr&#228;vention&#8220;.&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;GGVKHSG statt GKV-Defizit: Wieso Politik bei Zucker und Zigaretten z&#246;gert&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-06-08T22:12:14.437Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/201209974/d58f07d4-9e86-457b-b3e2-8d367c96ef03/transcoded-1780953152.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/ggvkhsg-statt-gkv-defizit-wieso-politik&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:201209974,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG &#8211; diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben. Sie d&#252;rften bekanntlich die wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, es geht um einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige dieser Ideen wollen wir uns genauer anschauen und die Evidenz dahinter pr&#252;fen. Und damit herzlich willkommen in unserer kleinen Staffel im EvidenzUpdate-Podcast, heute Teil 7, Pr&#228;vention und Steuern. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, es geht mir gut. Di&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/wieso-politik-bei-zucker-und-zigaretten">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Pharma, Politik und die saftige Zitrone: Wie sich mit Pillen sparen ließe]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 6: Arzneimittel]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/pharma-politik-und-die-saftige-zitrone</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/pharma-politik-und-die-saftige-zitrone</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 01 Jun 2026 22:26:29 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/200188020/6ef12105f8ad086f8fabc03aa450e4c7.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Pharma, Politik und die saftige Zitrone: Wie sich mit Pillen sparen lie&#223;e. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:184. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.06.00184">10.69156/POD.001/2026.06.00184</a></em></p></blockquote><p><em>Gute Nacht!</em> Weiter geht unsere kleine Reise durch die <strong>FKG-BStabG-Welt,</strong> heute zur Unzeit Teil 6 <em>(nach Teil <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-eine-republik">5</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon">4</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken">3</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation">2</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">1</a>)</em>: die <strong>pharmazeutischen Unternehmen,</strong> kurz und liebevoll auch einfach <strong>pU</strong> genannt (&#169; J. Hecken et al.).</p><p>Die Arzneimittelausgaben sind mittlerweile der <strong>zweitgr&#246;&#223;te Ausgabenblock der GKV,</strong> gute 60 Milliarden Euro im Jahr, und das (wird ganz gerne vergessen) ganz ohne die Krankenhaus-Arzneimittel, die noch oben drauf kommen. Rund 80 Prozent der Arznei-Ausgaben entfallen auf die neuen, sog. innovativen Patentarzneimittel. </p><p>Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat gleich einen ganzen Strau&#223; an Sparvorschl&#228;gen vorlegt (die Empfehlungen 37 bis 44). Wir nehmen uns drei davon vor: den <strong>dynamischen Herstellerabschlag</strong> (Nr. 37), den <strong>obligaten Mengenrabatt ab Jahr drei</strong> (Nr. 38) und <strong>Selektivvertr&#228;ge f&#252;r gleichwertige Patentarzneimittel</strong> (Nr. 39).</p><p><strong>Spoiler:</strong> Im Gesetzentwurf landet von der Wucht der FKG erstaunlich wenig. Und gleichzeitig bekommt die Branche mit der Abschaffung der AMNOG-Leitplanken sogar ein Geschenk. Wir fragen uns: Warum traut sich die Politik an die Pharmaindustrie so viel zaghafter heran als an &#196;rztinnen, Kliniken und Versicherte? <em>(Aufgezeichnet haben wir am 21. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;f21d2999-ef1a-407b-940b-1f3d403b0a4b&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, es geht immer weiter mit diesen Akronymen, die sollte jedenfalls jeder und jede draufhaben, denn immer noch d&#252;rften sie wahrscheinlich sehr wichtig sein in diesem Jahr, wenn es um Gesundheitspolitik geht. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen, wie man das System besser machen kann, und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge schauen wir uns seit geraumer Zeit hier an und pr&#252;fen die Evidenz dahinter. Jetzt sind wir bei Teil 6. Und damit herzlich willkommen in unserer kleinen Staffel des EvidenzUpdate-Podcast, heute &#252;ber die pharmazeutische Industrie. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wie sich mit Pillen sparen lie&#223;e &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-06-01T22:19:20.060Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1de0e208-e92e-4818-b7c9-b6919d0537bd_1672x941.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/wie-sich-mit-pillen-sparen-liee-transkript&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:200188016,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>F&#252;r alle Pillendreher und Freunde der Pharmakotherapie, hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:03:55 Um was geht&#8217;s?</p></li><li><p>00:05:57 Mal so&#8217;n Bauchgef&#252;hl</p></li><li><p>00:09:34 Geld regiert die Gesundheitswelt</p></li><li><p>00:13:17 Die Vorschl&#228;ge ... und neue Rabattvertr&#228;ge</p></li><li><p>00:16:34 Ein Lobbyerfolg?</p></li><li><p>00:18:31 Was tun?</p></li><li><p>00:23:00 Lieferengp&#228;sse</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlungen <strong>Nr. 37 bis 39</strong> im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> und &#252;ber das vom Kabinett beschlossene <strong>GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz</strong> (GKV-BStabG).<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> Anders als in den Episoden zuvor geht es hier nicht um eine einzelne Leistung, sondern um drei D&#228;mpfungsmechanismen mit einem gemeinsamen Grundgedanken: die <strong>Ausgabendynamik im Arzneimittelbereich bremsen, ohne Innovation zu verhindern.</strong></p><h3>Was die FKG in Nr. 37 bis 39 empfiehlt</h3><p><strong>Nr. 37, Dynamisierter Herstellerabschlag:</strong> Die Kommission empfiehlt, den allgemeinen Herstellerabschlag f&#252;r patentgesch&#252;tzte Arzneimittel 2027 von <strong>7 auf 14 Prozent</strong> anzuheben (Finanzwirkung rund <strong>2,3 Mrd. Euro</strong>) und ihn ab 2028 <strong>dynamisch</strong> ausgestalten: Die Abschlagsh&#246;he koppelt sich dann an die Einnahmeseite der GKV, also an die Grundlohnrate. Steigen die Arzneimittelausgaben st&#228;rker als die beitragspflichtigen Einnahmen, steigt &#252;ber das Delta auch der Abschlag. Bis 2030 soll das auf gut <strong>5,2 Mrd. Euro</strong> anwachsen.</p><p><strong>Nr. 38, Nachsch&#228;rfung der Preis-Mengen-Regelung:</strong> Ein obligater Mengenrabatt, der <strong>sp&#228;ter im Lebenszyklus </strong>ansetzt. Wenn sich ein Pr&#228;parat etabliert hat und hohe Ums&#228;tze erzielt, sollen die Preise st&#228;rker nachgeben. Die FKG schl&#228;gt daf&#252;r vor, Umsatzschwellen und Rabatts&#228;tze gesetzlich vorzugeben (Finanzwirkung bis 2030 rund <strong>0,9 Mrd. Euro</strong>).</p><p><strong>Nr. 39, Selektivvertr&#228;ge f&#252;r gleichwertige Patentarzneimittel:</strong> Wo mehrere teure Pr&#228;parate <strong>vergleichbaren Nutzen </strong>haben, sollen Kassen gezielt g&#252;nstigere Optionen verhandeln k&#246;nnen. Also Wettbewerb dort, wo der Nutzen gleich ist (Finanzwirkung bis 2030 rund <strong>0,6 Mrd. Euro</strong>).</p><h3>Was die Regierung plant</h3><p>Von der Wucht der FKG bleibt im Gesetz nur ein Teil, und der mit angezogener Handbremse. Konkret geplant ist:</p><ul><li><p><strong>Der dynamische Herstellerabschlag,</strong> aber nicht der Sprung auf 14 Prozent. Stattdessen soll es f&#252;r das erste Halbjahr 2027 eine statische <strong>&#220;bergangsregelung von 3,5 Prozentpunkten</strong> (rund <strong>1,1 Mrd. Euro</strong>) geben; ab Juli 2027 soll der Abschlag dynamisiert werden. Ausgenommen sind Festbetragsarzneimittel, Generika, Biosimilars und versorgungskritische Arzneimittel.</p></li><li><p><strong>Eine gesetzliche Auffangl&#246;sung f&#252;r die Preis-Mengen-Regelung</strong> bei Nichteinigung statt der harten Nachsch&#228;rfung.</p></li><li><p><strong>Wirkstoff&#252;bergreifende Exklusiv-Rabattvertr&#228;ge</strong> f&#252;r f&#252;nf hochpreisige, gut etablierte Substanzklassen: JAK-Inhibitoren (Rheuma, Dermatologie), CGRP-Hemmer (Migr&#228;ne), PCSK9-Hemmer (Lipidtherapie) sowie PD-L1- und PARP-Inhibitoren (Onkologie).</p></li></ul><p>Und dann kommt der eigentliche Hammer, der gar keine Sparma&#223;nahme ist: Die mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKV-FinStG) 2022 eingef&#252;hrten <strong>AMNOG-Leitplanken</strong> (ein Arzneimittel mit geringem Zusatznutzen darf nicht teurer sein als die Vergleichstherapie) und der <strong>Kombinationsabschlag</strong> (vor allem f&#252;r Onkologika in Kombi-Therapien) werden <strong>wieder abgeschafft.</strong> Beides hatte die Branche seit Einf&#252;hrung bek&#228;mpft.</p><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Die FKG will <strong>klotzen,</strong> die Regierung <strong>kleckert,</strong> jedenfalls bei der Ausgabenseite: kein Sprung auf 14 Prozent, sondern erst eine kleine statische Br&#252;cke und dann die Dynamik. Beim Wettbewerbsgedanken (Selektiv- bzw. Rabattvertr&#228;ge) geht die Regierung mit, allerdings st&#228;rker auf konkrete Substanzklassen zugeschnitten. </p><p>Und w&#228;hrend die FKG durchg&#228;ngig auf die Linie <strong>&#8222;Preis folgt Nutzen&#8220;</strong> einschwenkt, l&#228;uft die Regierung an einer entscheidenden Stelle in die <strong>Gegenrichtung: </strong>Sie gibt mit den Leitplanken und dem Kombinationsabschlag zwei Instrumente wieder aus der Hand. </p><p>Unterm Strich: Die Pharmaindustrie soll beitragen, kommt aber, gemessen an anderen Akteuren und Versicherten, <strong>vergleichsweise glimpflich</strong> davon und sammelt nebenbei sogar Verg&#252;nstigungen ein. Unsere Meinung.</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Eine naheliegende Sorge: Werden die Hersteller die gesetzlich anstehenden Rabatte nicht einfach <strong>vorab in den Markteintrittspreis einpreisen,</strong> also Initialpreis hoch, unterm Strich dasselbe Ergebnis? Wir k&#246;nnen es nicht seri&#246;s beantworten. Dazu m&#252;sste man die Businesspl&#228;ne, die Erl&#246;s- und Margenstruktur der Unternehmen kennen. Tun wir aber nicht. Und an Stelle eines Pharmaunternehmens w&#252;rden wir das auch unter Verschluss halten, um den Wettbewerbern keinen Vorteil zu verschaffen. </p><p>Das ist die Crux der Debatte: Wir reden &#252;ber <strong>Einsparungen, ohne zu wissen, wie viel Gewinn am Ende eigentlich geschm&#228;lert wird.</strong> Und wenn dann die Drohung kommt &#8222;Wir wandern ab&#8220;, l&#228;sst einen das zwar erst einmal zittern, gerade in einer Zeit, in der die Wirtschaft in toto schw&#228;chelt. </p><p>Aber: <strong>Es kann nicht Aufgabe der Beitragszahlenden sein, einen Industriestandort, hier Pharma, zu sichern. </strong>Das m&#252;sste gesamtstaatliche Aufgabe jenseits der GKV sein.</p><h2>Warum die heilige Kuh?</h2><p>W&#228;hrend bei &#196;rztinnen, Kliniken und Versicherten kr&#228;ftig der Rotstift kreisen soll, agiert die Politik bei der Pharmaindustrie auff&#228;llig vorsichtig. Drei Gr&#252;nde, die plausibel zusammenwirken:</p><ol><li><p><strong>Pharma ist Wirtschaftsfaktor,</strong> nicht nur Kostenfaktor, es geht um Arbeitspl&#228;tze, Wertsch&#246;pfung, Steuern. Laut Destatis arbeiten rund 130.000 Menschen in der Branche. Das wiegt schwer bei einer Regierung, die sich &#252;ber Wirtschaftsst&#228;rkung definiert.</p></li><li><p><strong>Arzneimittel sind emotional aufgeladen.</strong> Wer hier reguliert, sieht sich schnell dem Vorwurf ausgesetzt, Innovation oder gar den Zugang von Patientinnen und Patienten zu gef&#228;hrden.</p></li><li><p><strong>Deutschland ist international verflochten.</strong> Preise und Verf&#252;gbarkeiten entstehen im Zusammenspiel mehrerer L&#228;nder, da agiert man vorsichtiger (Stichworte: Referenzpreisland oder Most-Favored-Nation).</p></li></ol><p>Bei den &#228;rztlichen Leistungserbringern gibt es auch Nebenwirkungen im geplanten Gesetz. Und die scheut man dort nicht. Der Unterschied liegt schlicht in den <strong>Machtverh&#228;ltnissen.</strong> </p><p>Den Wirtschaftspolitikern, die zuh&#246;ren, m&#246;chten wir einen Gedanken mitgeben: Das Gesundheitswesen <strong>in toto</strong> ist ein Wirtschaftsstandort mit Millionen Besch&#228;ftigten. Es sollte in erster Linie als <strong>Daseinsvorsorge</strong> verstanden werden, nicht (ausschlie&#223;lich) als Wirtschaftsfaktor.</p><h2>Rabattvertr&#228;ge bis ins Sprechzimmer</h2><p>Exklusiv-Rabattvertr&#228;ge sind in der Praxis nichts Neues. Doch wenn die Kasse k&#252;nftig <strong>wirkstoff&#252;bergreifend</strong> f&#252;r f&#252;nf teure (und teils komplexe!) Substanzklassen entscheidet, welcher Wirkstoff bevorzugt eingesetzt werden soll, dann regiert das in die Verordnung hinein. </p><p>Juristisch bleibt die <strong>Therapiefreiheit</strong> bestehen, im Einzelfall darf man ja wie gehabt medizinisch begr&#252;ndet abweichen. Praktisch entsteht aber ein <strong>Vorzugsregime:</strong> Manche Wirkstoffe werden Standard, andere m&#252;ssen begr&#252;ndet werden. Und Begr&#252;nden hei&#223;t <strong>Dokumentieren</strong> (Stichwort aut idem), sonst drohen im Zweifel Regressprobleme. Es ist kein Entzug der Therapiefreiheit, aber eine sp&#252;rbare Ver&#228;nderung in ihrer Aus&#252;bung.</p><h2>Leitplanken weg: ein Lobbyerfolg mit Ansage</h2><p>Hier wird es f&#252;r uns inkonsistent. Die <strong>AMNOG-Leitplanken</strong> hatten eine Logik: Kein nachgewiesener Zusatznutzen = kein Preis &#252;ber der Vergleichstherapie. Plausibel. Der GKV-Spitzenverband konnte schlicht sagen: &#8222;Ich zahle nur den Preis der zweckm&#228;&#223;igen Vergleichstherapie.&#8220; </p><p>Genau dieses Instrument wird jetzt (zusammen mit dem Kombinationsabschlag) wieder kassiert. Man kann das als <strong>Ergebnis effizienter Lobbyarbeit</strong> bewerten.</p><p>Nur unter dem Credo, dass <strong>Ausgaben/Leistungen sich an der Evidenz orientieren sollen,</strong> bedeutet das eigentlich: Wenn der Zusatznutzen gering ist, darf der Preis nicht hoch sein. Und wo echte Gleichwertigkeit herrscht, geh&#246;rt der Wettbewerb genutzt. </p><p>Was man tunlichst nicht tun sollte: verschiedene Instrumente der Kostend&#228;mpfung gegeneinander ausspielen. Im Moment haben wir ein <strong>Nebeneinander vieler Ma&#223;nahmen ohne durchg&#228;ngige Logik,</strong> Rabatte hier, Vertr&#228;ge dort, Leitplanken weg, neue Mechanismen dran. Eine Art finanzpolitische <strong>Steuerungs-Polypragmasie:</strong> viele Instrumente, wenig Stringenz. Es wird viel reguliert, aber zu wenig gesteuert.</p><h2>Die Zitrone in der Mangel</h2><p>Es f&#252;hlt sich an, als werde das Gesundheitswesen gerade <strong>von allen Seiten ausgepresst,</strong> diese pralle, saftige Zitrone, an der alle gleichzeitig quetschen. (An anderer Stelle war auch schon mal vom &#8222;saftigen Steak&#8220; die Rede.) Widersprechen m&#246;gen wir dieser Einsch&#228;tzung nicht so recht. </p><p>Umso wichtiger ein <strong>Disclaimer:</strong> Uns geht es nicht um <strong>Pharma-Bashing.</strong> Wir sind &#252;berzeugt, dass die forschende Pharmaindustrie ein relevanter, wichtiger Player im Gesundheitswesen ist. Ohne sie geht es nicht und sie soll ihr Geld verdienen. </p><p>Die Frage bleibt nur: <strong>Wo ist die Grenze des Gewinns?</strong> Und um die zu beantworten, m&#252;sste man einmal eine echte Firmenbilanz aufschlagen. Vielleicht gelingt es uns ja irgendwann, eine pharmazeutische Unternehmerin einzuladen, die offen und sprechf&#228;hig mit uns &#252;ber diese Dinge streitet. Bis dahin gilt: <strong>Drohgeb&#228;rden sind so lange eine leere Keule, wie wir die Wirtschaftszahlen nicht kennen.</strong></p><h2>Das SVR-Gutachten 2025</h2><p>Hinter den FKG-Vorschl&#228;gen steckt zu gro&#223;en Teilen die Denkschule des Sachverst&#228;ndigenrats Gesundheit und Pflege (SVR)<strong>.</strong> Das Gutachten 2025 tr&#228;gt den Titel <strong>&#8222;Preise innovativer Arzneimittel in einem lernenden Gesundheitssystem&#8220;.</strong><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> Was der Rat seinerzeit u.a. empfahl:</p><ul><li><p><strong>Reform des AMNOG-Prozesses:</strong> verbindliche Festlegung der zweckm&#228;&#223;igen Vergleichstherapie (zVT) als fester Bezugspunkt, Abschaffung des &#8222;Privilegs&#8220; des fiktiven Zusatznutzens f&#252;r Orphan Drugs, und ein <strong>Interimspreis</strong> (bis zur Einigung wird nur der zVT-Preis erstattet, eine Differenz sp&#228;ter nachgezahlt). Au&#223;erdem soll der GKV-Spitzenverband k&#252;nftig von Verhandlungen <strong>zur&#252;cktreten</strong> d&#252;rfen, um seine Position zu st&#228;rken.</p></li><li><p><strong>Lernendes System:</strong> Nutzen wird nach Markteinf&#252;hrung systematisch weiter erhoben (auch &#252;ber registerbasierte Interventionsstudien und Kosten-Nutzwert-Analysen mit QALY), und der G-BA soll <strong>erneute Nutzenbewertungen </strong>ansto&#223;en k&#246;nnen, mit der Konsequenz von Preisnachverhandlungen.</p></li><li><p><strong>Neue Preisinstrumente:</strong> ein j&#228;hrlich anzupassendes, <strong>gedeckeltes Arzneimittelbudget</strong> f&#252;r hochpreisige Patentarzneimittel (bei &#220;berschreitung anteilige Abschl&#228;ge f&#252;r alle), Preisanpassung, wenn die zVT g&#252;nstiger wird (etwa nach Patentablauf), regelhafte Anpassungen anhand europ&#228;ischer Referenzpreise und Absatzmengen sowie <strong>erfolgsabh&#228;ngige Verg&#252;tung</strong> (Pay for Performance) bei teuren Einmaltherapien mit unsicherem Erfolg.</p></li><li><p><strong>Pharmastandort f&#246;rdern, aber nicht aus Beitragsmitteln.</strong> Der vielleicht wichtigste Befund f&#252;r unsere Debatte: Der Rat fand <strong>keine Evidenz daf&#252;r, dass Unternehmen ihre Standortentscheidungen an hohe Erstattungspreise kn&#252;pfen.</strong>Ausschlaggebend seien, wie das Beispiel D&#228;nemark zeigt, eine gute Dateninfrastruktur und effiziente Studienverfahren. Die im Medizinforschungsgesetz (MFG, vulgo Lex Lilly) vorgesehene Koppelung von Preis und Standort lehnt der Rat folgerichtig ab.</p></li></ul><h2>Fazit</h2><p>Wir versuchen im Arzneimittelbereich gerade, ein <strong>bestehendes Hochpreissystem mit immer neuen Stellschrauben zu b&#228;ndigen.</strong> Der dynamische Herstellerabschlag ist ein nachvollziehbarer Mechanismus, die Rabatt- und Selektivvertr&#228;ge zielen richtig auf Wettbewerb bei Gleichwertigkeit. Aber solange im selben Gesetz die <strong>Preis-Nutzen-Kopplung aufgeweicht</strong> wird (Leitplanken und Kombinationsabschlag weg), bleibt es St&#252;ckwerk. Es wird viel reguliert und zu wenig gesteuert. </p><p>Also: <strong>nicht applaudieren und Fresse halten, sondern Applaus aus, Kritik an.</strong> Mit dem ehrlichen Eingest&#228;ndnis, dass wir die Bilanzen der Branche schlicht nicht kennen. Ein Cliffhanger, den wir gern irgendwann mit jemandem aus der Industrie aufl&#246;sen w&#252;rden.</p><p><em>Schlaft gut!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 6.3.17 Reformempfehlung Nr. 37&#8211;39: Einf&#252;hrung eines dynamisierten Herstellerabschlags, Nachsch&#228;rfung der Preis-Mengen-Regelung, Selektivvertr&#228;ge f&#252;r therapeutisch gleichwertige Arzneimittel unter Patent. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=276">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=276</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Sachverst&#228;ndigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen und in der Pflege. Gutachten 2025: Preise innovativer Arzneimittel in einem lernenden Gesundheitssystem. Published Online First: 22 May 2025. doi: <a href="https://doi.org/10.4126/frl01-006510673">https://doi.org/10.4126/frl01-006510673</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wie sich mit Pillen sparen ließe – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 6: Arzneimittel]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/wie-sich-mit-pillen-sparen-liee-transkript</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/wie-sich-mit-pillen-sparen-liee-transkript</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 01 Jun 2026 22:19:20 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1de0e208-e92e-4818-b7c9-b6919d0537bd_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Wie sich mit Pillen sparen lie&#223;e &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:184. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.06.00184">10.69156/TRX.001/2026.06.00184</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;4feb70e4-6652-472b-b54d-297f993edf20&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Gute Nacht! Weiter geht unsere kleine Reise durch die FKG-BStabG-Welt, heute zur Unzeit Teil 6 (nach Teil 5, 4, 3, 2 und 1): die pharmazeutischen Unternehmen, kurz und liebevoll auch einfach pU genannt (&#169; J. Hecken et al.).&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Pharma, Politik und die saftige Zitrone: Wie sich mit Pillen sparen lie&#223;e&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-06-01T22:26:29.574Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/200188020/c0266701-94f3-450f-8e2b-8c024e0e5010/transcoded-1780351977.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/pharma-politik-und-die-saftige-zitrone&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:200188020,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, es geht immer weiter mit diesen Akronymen, die sollte jedenfalls jeder und jede draufhaben, denn immer noch d&#252;rften sie wahrscheinlich sehr wichtig sein in diesem Jahr, wenn es um Gesundheitspolitik geht. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen, wie man das System besser machen kann, und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge schauen wir uns seit geraumer Zeit hier an und pr&#252;fen die Evidenz dahinter. Jetzt sind wir bei Teil 6. Und damit herzlich willkommen in unserer kleinen Staffel des EvidenzUpdate-Podcast, heute &#252;ber die pharmazeutische Industrie. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist D&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/wie-sich-mit-pillen-sparen-liee-transkript">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Operation Grauer Star: Eine Republik im Linsenfieber]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 5: Katarakt-Op]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-eine-republik</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-eine-republik</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Wed, 27 May 2026 21:05:30 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/199511024/c7f3c1394f4ae6334e4b50fbd2965ff6.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Operation Grauer Star: Eine Republik im Linsenfieber. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:183. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.05.00183">10.69156/POD.001/2026.05.00183</a></em></p></blockquote><p><em>Guten Abend!</em> Hier kommt Teil 5 unserer kleinen <strong>FKG-BStabG-Staffel</strong> <em>(nach Teil <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon">4</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken">3</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation">2</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">1</a>)</em>: die <strong>Katarakt-Operation,</strong> der Graue Star. Rund 800.000 Eingriffe pro Jahr in Deutschland, die Zahl hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt. Die Finanzkommission Gesundheit (FKG) widmet ihr eine eigene Empfehlung mit der Nummer 18. Es geht um Effizienz, um Mengenausweitung, um Indikationsqualit&#228;t und um die Frage, ob da nicht ein bisschen <strong>zu viel Industrie</strong> und ein bisschen <strong>zu wenig Medizin</strong> im Spiel ist.</p><p>Die Katarakt-Op. ist hochwirksam, gut standardisiert, weitgehend ambulantisiert und ein Vorzeigebeispiel daf&#252;r, wie moderne Medizin funktionieren kann. Genau deshalb ist sie aber auch ein <strong>berufspolitisches Reizthema</strong>. Denn wo Standardisierung auf Mengenanreize trifft, entsteht jener Graubereich, in dem die Indikation manchmal etwas weiter gefasst wird, als der Visus es eigentlich hergibt. Wir nehmen uns Zeit, gucken durch die ungetr&#252;bte Lupe und sortieren Evidenz, Verg&#252;tung und Versorgungsrealit&#228;t auseinander.</p><p><strong>Spoiler:</strong> Der Eingriff ist gut. Die Frage ist nicht <strong>ob</strong>, sondern <strong>wann und wie</strong>. Und ob die Hightech-Varianten dem klassischen Verfahren wirklich &#252;berlegen sind. Cochrane sagt: eher nicht. <em>(Aufgezeichnet haben wir am 21. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;cb78fcd7-e49e-4560-b412-c37c445defdb&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte &#8211; Sie wissen es alle &#8211; immer noch jeder draufhaben, denn sie d&#252;rften wohl die wichtigsten in diesem gesundheitspolitischen Jahr sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, um einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige dieser Vorschl&#228;ge besprechen wir seit einiger Zeit hier im EvidenzUpdate, wir pr&#252;fen, was an Evidenz dahintersteckt. Und damit herzlich willkommen zu Teil 5 unserer kleinen Staffel. Heute die Katarakt-Op., der Graue Star. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Operation Grauer Star &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-27T20:57:39.312Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/0e9a9133-5dd2-44ca-82a3-b46b5687095f_1536x1024.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-transkript&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:199511025,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>Und f&#252;r alle mit Durchblick gibt es hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:03:30 Um was geht&#8217;s?</p></li><li><p>00:06:49 Achthunderttausend Linsen</p></li><li><p>00:09:26 Wo&#8217;s eh kaum was bringt</p></li><li><p>00:12:25 Alternstoleranz &amp; Ambulantisierung</p></li><li><p>00:15:04 Indikationsqualit&#228;t</p></li><li><p>00:18:09 Die Cochrane-Keule</p></li><li><p>00:22:29 Dr&#246;lfklassenmedizin</p></li><li><p>00:26:57 Eine Art Take-home-message</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlung <strong>Nr. 18</strong> im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> und &#252;ber das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierunggesetz:<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></p><h3>Was die FKG in Nr. 18 empfiehlt</h3><p>Die Kommission schl&#228;gt vor: <em>&#8222;Vor dem Hintergrund der gestiegenen Effizienz bei Katarakt-Op. und der in der Literatur beschriebenen nahezu halbierten Op.-Zeit empfiehlt die Kommission eine Absenkung der Punktwerte f&#252;r die zugeh&#246;rigen Leistungen im EBM-Katalog um 20 bis 40 Prozent zu pr&#252;fen.&#8220;</em> Anders gesagt: <strong>weniger Honorar f&#252;r dieselbe Leistung.</strong> </p><p>Das Argument: Die Op. geht heute deutlich schneller als noch vor einigen Jahren. Aktuell summieren sich die einschl&#228;gigen EBM-Ziffern (Intraokularchirurgie der Kategorie X2 inklusive An&#228;sthesie, postoperativer &#220;berwachung und Sachkostenpauschale f&#252;r Linse und Viskoelastikum) auf rund <strong>750 Euro pro Op.</strong> Bei 800.000 Eingriffen pro Jahr ist das im Versorgungs-Aggregat ein <strong>dreistelliger Millionenbetrag</strong>, der hier zur Disposition steht.</p><h3>Was die Regierung plant</h3><p>N&#252;scht. Jedenfalls nicht konkret zur Katarakt-Op.</p><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Die FKG will an einer konkreten Leistung ansetzen (quasi ein chirurgischer Eingriff in den EBM), die Regierung will hingegen zum breiten Pinsel greifen und scheut sich vor der Mikrochirurgie: Sie will den Weg gegen &#252;ber eine einheitliche Deckelung aller vertrags&#228;rztlichen Verg&#252;tungssteigerungen an der Grundlohnrate. Der spezifische Indikations- und Mengenanreiz, den die FKG ins Visier genommen hat, wird nicht adressiert. Ob die Selbstverwaltung im Bewertungsausschuss aus eigenem Antrieb an die Katarakt-Ziffern herangeht? Fraglich.</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Wenn sich die Zahl eines elektiven Eingriffs in elf Jahren verdoppelt, lohnt sich der zweite Blick. Die FKG argumentiert: <strong>Allein durch die Alterung der Bev&#246;lkerung ist das nicht erkl&#228;rbar.</strong> Vier Faktoren treffen hier aufeinander:</p><ol><li><p>Der Eingriff ist <strong>hochstandardisiert, sicher und erfolgreich.</strong> Damit sinkt die Schwelle zur Indikation f&#252;r Leistungserbringende und f&#252;r Betroffene.</p></li><li><p>Er ist <strong>elektiv und gut planbar</strong>, der Spielraum ist gro&#223;, die Variabilit&#228;t auch.</p></li><li><p>Es gibt <strong>klare &#246;konomische Anreize</strong>: hohe Fallzahlen, gut planbare Eingriffe, gute Skalierbarkeit.</p></li><li><p>Und auf der Patientenseite gibt es einen <strong>fr&#252;h einsetzenden Wunsch nach besserer Sehsch&#228;rfe</strong>.</p></li></ol><h2>Linsenphysiologie: Das Fr&#252;hst&#252;cksei-Problem</h2><p>Damit auch klar ist, warum die Linse tr&#252;b wird: In ihr sind keine Blutgef&#228;&#223;e, im Kern findet keine Zellneubildung statt. Die <strong>Kristalline</strong> (die Linsenproteine) m&#252;ssen ein Leben lang funktionieren. Sie verklumpen, verlieren ihre Struktur, das Licht wird gestreut statt geb&#252;ndelt. Man denke nur an das Fr&#252;hst&#252;cksei: Nach 90 Jahren m&#246;chte das niemand mehr essen. Insofern ist die Linsentr&#252;bung im hohen Alter ein <strong>physiologischer Prozess</strong>.</p><h2>Wof&#252;r ist eine Katarakt-Op. eigentlich da?</h2><p>Die zentrale Stellschraube ist nicht der Eingriff selbst, sondern die <strong>Indikationsstellung</strong>. Die ist anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Denn nicht jede Visusminderung kommt durch eine Linsentr&#252;bung zustande. Wo die Katarakt-Op. <strong>wenig bis nichts bringt</strong>:</p><ul><li><p><strong>Netzhauterkrankungen:</strong> altersbedingte Makuladegeneration (AMD), diabetische Retinopathie, retinale Narben.</p></li><li><p><strong>Sehnervensch&#228;den:</strong> fortgeschrittenes Glaukom, Optikusatrophie.</p></li><li><p><strong>Zentrale Ursachen:</strong> alles, was unabh&#228;ngig von der Linse liegt.</p></li><li><p><strong>Hornhauterkrankungen:</strong> das Licht kommt rein, wird aber schlecht gebrochen.</p></li></ul><p>Wo sie <strong>richtig gut hilft:</strong> </p><ul><li><p>Schleiersehen, Blendempfindlichkeit, zum Beispiel n&#228;chtliches Autofahren mit Gegenverkehr.</p></li><li><p>Nachlassende Sehsch&#228;rfe trotz optimal angepasster Brille.</p></li><li><p>Erkennbare Linsentr&#252;bung mit echter, alltagsrelevanter Beeintr&#228;chtigung.</p></li></ul><p>Das ist im &#220;brigen <strong>die Frage der Prim&#228;rversorgung:</strong> Was beeintr&#228;chtigt das Sehen <strong>tats&#228;chlich</strong> im Alltag? Wer sieht abends nicht mehr gut beim Fahren? Wer erkennt Gesichter nicht mehr? Wer hat M&#252;he beim Lesen trotz Brille? Das sind die Anker f&#252;r eine engere Indikation. Und manchmal kann man eben auch festzustellen: Beim Nummernschild-Sehen aus 40 Metern Entfernung w&#228;re eine neue Linse zwar nett, aber wirklich notwendig ist sie nicht.</p><h2>Indikationsqualit&#228;t in Deutschland</h2><p>Hier st&#252;tzen wir uns auf die <strong>Umfragen von Wenzel und Kollegen,</strong><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> die Erhebungen der ophthalmologischen Fachgesellschaften und Verb&#228;nde (BDOC, BVA, DGII, DOG) zur Intraokularchirurgie. Sie zeichnen ein klares Bild: <strong>sehr hohe Fallzahlen, enorme regionale Variabilit&#228;t, enorme Variabilit&#228;t zwischen einzelnen Zentren.</strong> Es gibt Einrichtungen mit wenigen hundert Eingriffen pro Jahr und solche mit mehreren tausend. Wenn die Erkrankungsh&#228;ufigkeit regional aber ungef&#228;hr gleich verteilt ist, dann ist diese Streuung kein Hinweis auf medizinischen Bedarf, sondern auf <strong>Angebotsstruktur</strong>.</p><p>Ehrlicherweise muss man dazu sagen: Umfragedaten sind keine harte Qualit&#228;tsmessung der Indikation. Und harte randomisierte Indikations-Studien gibt es praktisch nicht. Aber das <strong>Streumuster, die hohen Volumina und die schwache Bindung an objektive Bedarfsindikatoren</strong> sind genau die Bedingungen, unter denen man von einer <strong>strukturellen &#220;berversorgung im Graubereich</strong> ausgehen kann. Wir sehen kein direktes Ma&#223;. Aber wir sehen viele strukturelle Indizien.</p><p>Erfreulich ist die <strong>Ambulantisierungsquote</strong>: Rund <strong>90 Prozent</strong> der Katarakt-Op. werden in Deutschland ambulant durchgef&#252;hrt. Das ist eines der wenigen wirklich gelungenen Beispiele daf&#252;r, dass Ambulantisierung einst station&#228;rer Leistungen tats&#228;chlich funktionieren kann. Die FKG nennt die Katarakt-Op. sogar <strong>abschlie&#223;end ambulantisiert</strong>.</p><h2>Cochrane-Keule reloaded</h2><p>Und nat&#252;rlich gibt es eine <strong>Cochrane-Keule</strong>,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> die hier zur Abwechslung (haha!) mal eine teure Innovation in die Schranken weist. Konkret geht es um den Vergleich zweier Verfahren:</p><ul><li><p><strong>Phakoemulsifikation (PCS)</strong>, das etablierte Verfahren: kleiner Hornhautschnitt, Linsenkapsel manuell er&#246;ffnen, Ultraschallsonde rein, Linse verfl&#252;ssigen und absaugen, Kunstlinse implantieren.</p></li><li><p><strong>Femtosekundenlaser-assistierte Katarakt-Op. (FLACS)</strong>, die teurere Variante: die zentralen Schritte (Hornhautschnitt, Kapsulotomie, Linsenfragmentierung) &#252;bernimmt ein hochpr&#228;ziser Laser, danach folgt die klassische Op.</p></li></ul><p>Der Review von 2023 fasst <strong>42 randomisierte Studien mit 7.298 Augen von 5.831 Erwachsenen</strong> zusammen. Das Ergebnis ist eindeutig: <strong>kein klinisch relevanter Unterschied</strong> bei Sehsch&#228;rfe, Komplikationen oder Lebensqualit&#228;t. </p><p>Zwei Studien deuten zudem darauf hin, dass FLACS schlicht <strong>die weniger kosteneffektive Option</strong> ist. Also: zwei Verfahren, eines deutlich teurer, gleiches Ergebnis:<strong> die Hightech bringt keinen Zusatznutzen.</strong></p><p>Eine simple Schlussfolgerung: Wenn eine teure Variante keinen nachweisbaren Mehrwert hat, geh&#246;rt sie eigentlich <strong>nicht in die Regelversorgung</strong> der GKV, sondern allenfalls in den Bereich der <strong>Wahlleistungen.</strong> Am besten mit guter Beratung und transparenter Aufkl&#228;rung &#252;ber das, was die Mehrkosten bringen (n&#228;mlich: nichts Belegtes). </p><p>Das ist noch keine Zweiklassenmedizin, sondern das Gegenteil: <strong>Die solidarische Versorgung konzentriert sich auf das, was wirklich n&#252;tzt.</strong> Wer mehr will, kann mehr bekommen, aber nicht auf Kosten der Gemeinschaft.</p><h2>Dr&#246;lfklassenmedizin und das IGeL-Risiko</h2><p>Nur: Wenn man die Verg&#252;tung absenkt, so das Argument, k&#246;nnten sich Praxen aus dem GKV-Sektor zur&#252;ckziehen und bieten die Leistung dann nur noch als Privatliquidation an. Das ist als Risiko nicht von der Hand zu weisen. Wir haben ja in einigen Regionen eh l&#228;ngst eine Unterversorgung in der konservativen Augenheilkunde. Es ist ein Punkt, den man bei jeder Honorardiskussion mitdenken muss.</p><p>Eine Anekdote sei erlaubt: Ein Augenarzt versuchte einem Patienten IGeL-Leistungen zu verkaufen mit der Begr&#252;ndung, er m&#252;sse ja auch leben k&#246;nnen. Worauf der Patient entgegnete, er sei gerade an dessen 5.000-Quadratmeter-Grundst&#252;ck mit Swimmingpool vorbeigefahren. </p><p>Die Frage &#8222;Wie viel muss es eigentlich sein?&#8220; (Kohle, Gewinne und sonst was) ist mit dieser Anekdote noch nicht beantwortet. Aber sie ist gestellt. Und sie geh&#246;rt zur ehrlichen Debatte dazu.</p><p><em>Gute Nacht!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 6.3.17 Reformempfehlung Nr. 18: Absenkung der EBM-Ziffern im Zusammenhang mit Katarakt-OPs. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=159">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=159</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Wenzel M, Januschowski K, Schayan-Araghi K, <em>et al.</em> Ambulante und station&#228;re Intraokularchirurgie 2022/23: Ergebnisse der aktuellen Umfrage von BDOC, BVA, DGII und DOG und Daten des Statistischen Bundesamtes. <em>OPHTHALMO-CHIRURGIE </em>2023;<strong>35</strong>:339&#8211;46.</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>Narayan A, Evans JR, O&#8217;Brart D, <em>et al.</em> Laser&#8208;assisted cataract surgery versus standard ultrasound phacoemulsification cataract surgery. <em>Cochrane Database Syst Rev</em> 2023;<strong>2023</strong>(6):CD010735. doi: <a href="https://doi.org/10.1002/14651858.cd010735.pub3">10.1002/14651858.cd010735.pub3</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Operation Grauer Star – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 5: Katarakt-Op]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-transkript</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-transkript</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Wed, 27 May 2026 20:57:39 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/0e9a9133-5dd2-44ca-82a3-b46b5687095f_1536x1024.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Operation Grauer Star &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:183. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.05.00183">10.69156/TRX.001/2026.05.00183</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;e0d90a73-d8a8-46f9-ab3d-5bc13bc5a5cb&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Guten Abend! Hier kommt Teil 5 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 4, 3, 2 und 1): die Katarakt-Operation, der Graue Star. Rund 800.000 Eingriffe pro Jahr in Deutschland, die Zahl hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt. Die Finanzkommission Gesundheit (FKG) widmet ihr eine eigene Empfehlung mit der Nummer 18. Es geht um Effizienz, um Mengenausweitung, um Indikationsqualit&#228;t und um die Frage, ob da nicht ein bisschen&quot;,&quot;cta&quot;:null,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Operation Grauer Star: Eine Republik im Linsenfieber&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-27T21:05:30.657Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/199511024/541bf098-88e7-4453-a7f4-23cb7b5c152f/transcoded-1779912649.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-eine-republik&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:199511024,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte &#8211; Sie wissen es alle &#8211; immer noch jeder draufhaben, denn sie d&#252;rften wohl die wichtigsten in diesem gesundheitspolitischen Jahr sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, um einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige dieser Vorschl&#228;ge besprechen wir seit einiger Zeit hier im EvidenzUpdate, wir pr&#252;fen, was an Evidenz dahintersteckt. Und damit herzlich willkommen zu Teil 5 unserer kleinen Staffel. Heute die Katarakt-Op., der Graue Star. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, mir geht es&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/operation-grauer-star-transkript">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Gesundheits-Check-up: Wenn er schon nichts bringt, nützt wenigstens das Ritual?]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 4: Check-up]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 19 May 2026 14:18:44 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/198083373/1f1f2922a2e043d9f01899314d70a2ba.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Gesundheits-Check-up: Wenn er schon nichts bringt, n&#252;tzt wenigstens das Ritual?. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:182. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.05.00182">10.69156/POD.001/2026.05.00182</a></em></p></blockquote><p><em>Salve!</em> Hier kommt Teil 4 unserer <strong>FKG-BStabG-Staffel</strong> <em>(nach Teil <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken">3</a>, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation">2</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">1</a>)</em>. Dieses Mal gibt es einen <strong>Check-up</strong> &#252;ber den Check-up, die <strong>Gesundheitsuntersuchung (GU).</strong> Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat empfohlen, sie evidenzbasiert anzupassen. Und die Bundesregierung will die GU &#252;berpr&#252;fen lassen und mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einen entsprechenden Auftrag ins Pflichtenheft schreiben.</p><p>Dahinter steckt die alte, bekannte und dennoch unbequeme Frage: Bringt der Check-up eigentlich, was er soll? Oder reden wir uns das nur ein, <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/check-up-und-rektaluntersuchung-wenig-a89">weil er sich so gut anf&#252;hlt</a>? Wir nehmen uns ein wenig Zeit f&#252;r ein Thema, bei dem die <strong>harte Evidenz d&#252;nn, das &#228;rztliche Bauchgef&#252;hl aber kr&#228;ftig</strong> ist.</p><p><strong>Spoiler:</strong> Der Check-up ist als Screening-Instrument schwach. Als Gespr&#228;chsformat hingegen kann er ein echter T&#252;r&#246;ffner sein. Die spannende Frage ist nicht, ob man ihn braucht, sondern ob er einfach nur <strong>die falsche Verpackung </strong>ist. <em>(Aufgezeichnet haben wir am 20. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;213bcb33-f21d-495a-85b0-79edf9e38a59&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte immer noch jeder und jede draufhaben, denn immer noch d&#252;rften sie die wohl wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. All das wollen wir uns genauer anschauen, die Vorschl&#228;ge auf die Evidenz dahinter abchecken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 4 unserer kleinen Staffel im EvidenzUpdate-Podcast. Heute geht es um das Check-up und die GU. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Gesundheits-Check-up &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-19T14:15:46.854Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8d8784e7-510d-4c69-9257-0aacc43c9bf4_1672x941.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-transkript&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:198083374,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>Und f&#252;r alle, die die Episode in K&#252;rze abchecken wollen, hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:01:07 Was ist das?</p></li><li><p>00:03:15 Die Cochrane-Keule</p></li><li><p>00:06:41 MGV, EGV, linke Tasche, rechte Tasche</p></li><li><p>00:08:03 Kollateralnutzen</p></li><li><p>00:11:31 Labor ohne Begr&#252;ndung</p></li><li><p>00:15:25 Was macht die Bundesregierung?</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlung <strong>Nr. 16</strong> im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> und &#252;ber die im GKV-Beitragssatzstabilisierunggesetz<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> geplante Revision von &#167; 25 Abs. 4 SGB V:</p><h3>Was die FKG in Nr. 16 empfiehlt</h3><p>In No. 16 empfiehlt die Kommission eine <strong>&#8222;evidenzbasierte Anpassung der Laboruntersuchungen im Gesundheits-Check-up&#8220;.</strong> Die ordnet sie der Kategorie A zu, also Einsparungen, von denen sie keine negative Auswirkungen auf die Versorgungsqualit&#228;t erwartet. </p><p>Die Finanzwirkung beziffert sie mit <strong>5 bzw. 9 Mio. EUR j&#228;hrlich,</strong> wenn in jedem der rund 10 Mio. Check-ups (bei ab 35-J&#228;hrigen) pro Jahr der <strong>Harnstreifentest</strong> und in jedem zweiten die Bestimmung des Lipidprofils entf&#228;llt. Die Empfehlung folgt der FKG-Pr&#228;misse, dass die GKV <strong>keine Leistungen ohne nachgewiesenen Nutzen</strong> mehr erstatten soll. </p><p>Konkret sollen die <strong>obligatorischen Harnstreifentests</strong> in der GU <strong>abgeschafft</strong> werden und das <strong>Lipid-Profil nur noch bei Bedarf,</strong> also bei Risikopatienten bestimmt werden. Das solle, so die Empfehlung, der Gesetzgeber beim G-BA &#252;ber eine Anpassung der GU-Richtlinie &#8222;beauftragen&#8220;.</p><h3>Was die Regierung per &#167; 25 plant</h3><p>Der von der Bundesregierung in den Bundestag eingebrachte Gesetzesentwurf sieht eine &#196;nderung in &#167; 25 Absatz 4 SGB V vor, wo eben dieser <strong>Auftrag an den G-BA formuliert</strong> werden soll, dass der </p><ul><li><p>bis <strong>31. Dezember 2027</strong> seine GU-Richtlinie</p></li><li><p>auf &#8222;Grundlage des aktuellen Stands der medizinischen Erkenntnisse&#8220; &#252;berpr&#252;fen soll</p></li><li><p>&#8222;im Hinblick auf Altersgrenzen, Zielgruppen, H&#228;ufigkeit der Untersuchungen, Untersuchungsinhalte, geschlechtsspezifische Besonderheiten und Zielerkrankungen, insbesondere hinsichtlich einer m&#246;glichen Eingrenzung auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Risiken und Begleit- und Folgeerkrankungen&#8220;.</p></li></ul><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Die Bundesregierung schl&#228;gt also keinen Leistungsausschluss qua Gesetz vor, sondern &#252;berl&#228;sst es der Selbstverwaltung. Sie gibt der GU aber <strong>zus&#228;tzlich einen neuen Dreh, </strong>indem sie den Check-up auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen als m&#246;glichen neuen Schwerpunkt fokussiert.</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Wenn wir das harte Evidenzlineal anlegen, kommen wir an der <strong>Cochrane-Keule</strong> nicht vorbei. Der Review von Krogsb&#248;ll et al.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> umfasst <strong>17 randomisierte Studien mit &#252;ber einer Viertelmillion Teilnehmenden.</strong> Das Ergebnis ist klar und ein bisschen ern&#252;chternd: Allgemeine Gesundheits-Check-ups senken <strong>weder die Gesamtsterblichkeit noch die kardiovaskul&#228;re oder die Krebssterblichkeit</strong>. Auch bei harten Ereignissen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall l&#228;sst sich aus Studien kein Benefit nachweisen.</p><p>Was hingegen zunimmt, sind Diagnosen, dokumentierte Risikofaktoren und Behandlungen. Also: <strong>mehr Medizin, aber nicht weniger Tod</strong>. Die Author&#8217;s Conclusion bringt das in exakt acht Worten auf den Punkt:</p><blockquote><p><em>&#8222;General health checks are unlikely to be beneficial.&#8221;</em></p></blockquote><p>Mehr muss man eigentlich nicht lesen. Diese Programme f&#252;hlen sich sinnvoll an. Der harte Nutzen l&#228;sst sich aber bisher schlicht nicht zeigen.</p><h3>Der Check-up als T&#252;r&#246;ffner</h3><p>Martin Scherer hatte sich schon 2022 gemeinsam mit J&#252;rgen Herbers in einer fr&#252;heren Episode an einer Verteidigung des Check-ups versucht.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> Das Argument damals wie heute: Der Check-up bietet die Honorierung einer wertvollen Sache im Praxisalltag: <strong>Zeit und Raum</strong>, um mit einer Person &#252;ber deren Leben zu reden. &#220;ber Beruf, Familie, Stress, Lebensstil, Impfanamnese, soziale Lage. &#220;ber all das, was im biopsychosozialen Modell haus&#228;rztlicher Versorgung selbstverst&#228;ndlich dazugeh&#246;rt und im normalen Sprechstunden-Takt manchmal schlicht untergeht.</p><p>Ehrlicherweise ist das <strong>aber kein Argument f&#252;r ein GU-Screening.</strong> Die unbequeme Wahrheit: Aus einem nicht-evidenzbasierten Screening wird durch gute Gespr&#228;che noch lange kein evidenzbasiertes Screening. Die Gespr&#228;che sind wertvoll. Sie ersetzen aber keine belastbare Evidenz.</p><p>Daraus folgt die naheliegende Frage: Wenn das <strong>Gespr&#228;ch</strong> der eigentliche Nutzen ist, sollten wir dann nicht <strong>Gespr&#228;chszeit</strong> als solche besser verg&#252;ten, statt sie in das Korsett einer evidenzfreien Screening-Untersuchung zu zw&#228;ngen? Wir sagen: ja. Das w&#228;re der eigentliche Move.</p><h3>Vom Labor als Beruhigung zum Labor mit Begr&#252;ndung</h3><p>Im Alltag w&#252;nschen sich manche <strong>mehr Labordiagnostik</strong> beim Check-up, nicht weniger. Mal ein Blick auf die Leber, mal Albumin und Kreatinin bei einer Person mit kardiovaskul&#228;rem Risiko, mal ein bisschen breiter aufgef&#228;chert, um auf Nummer sicher zu gehen. Nur: <strong>Jedes erweiterte Labor produziert Zufallsbefunde, denen man dann wieder hinterherlaufen muss.</strong> Das bindet Zeit, Geld und Aufmerksamkeit, ohne dass am Ende ein Nutzen f&#252;r die Person st&#252;nde.</p><p>Die Maxime: <strong>weg vom Labor als Beruhigung, hin zum Labor mit Begr&#252;ndung. </strong>Wenn eine echte Indikation besteht, dann gerne. Aber nicht aus reiner Pflicht&#252;bung, weil eine EBM-Ziffer es so vorsieht. Das ist letztlich auch ein Kern der FKG-Empfehlung.</p><p>Womit wir beim Triggerpunkt <strong>Laborbudget</strong> sind: Wer zu viel Labor anfordert, riskiert im Zweifel nicht nur seinen Laborbonus. Das Budget schafft aber umgekehrt einen falschen Anreiz, n&#228;mlich lieber die Standard-Paket nach Richtlinie abzuhaken, als bedarfsgerecht und gezielt in die Befunderhebung zu gehen. Hier w&#228;re eine <strong>etwas lockerere Z&#252;gelf&#252;hrung</strong> sinnvoll: Wer einen guten medizinischen Grund hat, sollte diesen Wert bestimmen d&#252;rfen, ohne Angst zu haben, dass das Budget um die Ohren fliegt.</p><h3>Und wenn man von Nihilismus spricht &#8230;</h3><p>Eine kleine Anekdote zum Schluss, weil wir das immer wieder mal h&#246;ren: Wenn man sich f&#252;r weniger Routinediagnostik ausspricht, kommt prompt der Vorwurf des <strong>medizinischen Nihilismus</strong>. Den hat Martin Scherer in seiner Leitlinien-Zeit mehrfach abbekommen. Auch uns wurde er erst neulich vorgeworfen, als wir uns kritisch zur Routinebestimmung des <strong>Lipoprotein (a)</strong> ge&#228;u&#223;ert hatten.</p><p>Aber: Es geht eben gerade nicht um Nihilismus. Es geht darum, das Unn&#246;tige wegzulassen und das Richtige zu tun. Eine belastbare Indikation, das ist der Ma&#223;stab. Nicht eine Routine, die sich einfach gut anf&#252;hlt.</p><h3>Fazit</h3><p>Der Check-up ist ein <strong>gutes Gespr&#228;chsformat</strong>, aber ein <strong>schwaches Screening-Instrument</strong>. Die Evidenz zeigt: Mehr Untersuchungen f&#252;hren nicht automatisch zu besserer Gesundheit, sondern eher zu mehr Diagnosen und mehr Folgeaufwand. Die geplante Anpassung (Harnstreifen raus, Lipidprofil gezielter) geht in die richtige Richtung. </p><p>Was man sich dar&#252;ber hinaus w&#252;nschen k&#246;nnte: <strong>Gespr&#228;chszeit besser verg&#252;ten</strong>, <strong>Laborbudgets anders regulieren</strong>, <strong>kluges &#228;rztliches Handeln st&#228;rken</strong>. Dann wird aus einem mittelm&#228;&#223;igen Check-up eine gute Begegnung.</p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;fe141b0d-dc0e-447b-8c64-55c42bd825d5&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Fr&#252;h zu erkennen, wie&#8217;s um die Gesundheit der eigenen Patienten steht, bevor die eine m&#246;gliche Krankheit bemerken, das scheint f&#252;r manche ein Ideal zu sein. Dar&#252;ber l&#228;sst sich vortrefflich streiten, denn die Evidenz f&#252;r Gesundheitsuntersuchungen ist mager. Millionenfach nutzen &#196;rztinnen und &#196;rzte jedes Jahr den Check-up. Bis heute aber ist nicht bewiesen, dass sich dadurch die Lebenserwartung verl&#228;ngern l&#228;sst oder die Mortalit&#228;t etwa durch kardiovaskul&#228;re Ereignisse sinkt.&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Check-up und Rektaluntersuchung &#8211; wenig Evidenz und dennoch n&#252;tzlich&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:363785601,&quot;name&quot;:&quot;J&#252;rgen Herbers&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/b5feb0cd-45ae-4091-96e9-92300cbf9316_476x476.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:true,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2022-02-24T10:57:39.000Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/165346459/a28b5dac-f5f7-4cda-9554-16ccf9d5922a/transcoded-1751716129.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/check-up-und-rektaluntersuchung-wenig-a89&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:165346459,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Ahoi!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 6.3.15 Reformempfehlung Nr. 16: Evidenzbasierte Anpassung der Laboruntersuchungen im Gesundheits-Check-up. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=153">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=153</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Krogsb&#248;ll LT, J&#248;rgensen KJ, G&#248;tzsche PC. General health checks in adults for reducing morbidity and mortality from disease. <em>Cochrane Db Syst Rev</em> 2019;<strong>2019</strong>(1):CD009009. doi: <a href="https://doi.org/10.1002/14651858.cd009009.pub3">10.1002/14651858.cd009009.pub3</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>N&#246;&#223;ler D, Herbers J, Scherer M. Check-up und Rektaluntersuchung &#8211; wenig Evidenz und dennoch n&#252;tzlich. <em>EvidenzUpdate </em>2022;<strong>3</strong>(94). doi: <a href="https://doi.org/10.69156/pod.001/2022.02.00094">10.69156/pod.001/2022.02.00094</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Gesundheits-Check-up – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 4: Check-up]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-transkript</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-transkript</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 19 May 2026 14:15:46 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8d8784e7-510d-4c69-9257-0aacc43c9bf4_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Gesundheits-Check-up &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:182. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.05.00182">10.69156/TRX.001/2026.05.00182</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;dbd8d472-c096-40c3-9053-530411196664&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Salve! Hier kommt Teil 4 unserer FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 3, 2 und 1). Dieses Mal gibt es einen Check-up &#252;ber den Check-up, die Gesundheitsuntersuchung (GU). Die FinanzKommission Gesundheit (FKG) hat empfohlen, sie evidenzbasiert anzupassen. Und die Bundesregierung will die GU &#252;berpr&#252;fen lassen und mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einen entsprechenden Auftrag ins Pflichtenheft schreiben.&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Gesundheits-Check-up: Wenn er schon nichts bringt, n&#252;tzt wenigstens das Ritual?&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-19T14:18:44.794Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/198083373/0ffd9dbf-67e2-4065-b97b-87d53436bcfd/transcoded-1779093046.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-wenn-er-schon&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:198083373,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte immer noch jeder und jede draufhaben, denn immer noch d&#252;rften sie die wohl wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. All das wollen wir uns genauer anschauen, die Vorschl&#228;ge auf die Evidenz dahinter abchecken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 4 unserer kleinen Staffel im EvidenzUpdate-Podcast. Heute geht es um das Check-up und die GU. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Gut. Ich bin gespannt dara&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheits-check-up-transkript">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Macht euch nackig! Übers große Hautgucken]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 3: Hautkrebs-Screening]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 12 May 2026 21:08:14 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/197396947/fbff85a5055f77d8f542bd42b10e8930.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Macht euch nackig! &#220;bers gro&#223;e Hautgucken. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:181. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.05.00181">10.69156/POD.001/2026.05.00181</a></em></p></blockquote><p><em>Moin!</em> Heute gibt es Teil 3 unserer kleinen <strong>FKG-BStabG-Staffel</strong> <em>(nach <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation">Teil 2</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">Teil 1</a>)</em>. Und der geht unter, nein: auf die Haut. Wir nehmen uns <strong>das Hautkrebs-Screening </strong>vor, von uns manchmal liebevoll auch nur HaKaEs (oder HKS) genannt. Es ist bekanntlich das einzige seiner Art auf der ganzen Welt: <strong>ein fl&#228;chendeckendes, anlassloses, bev&#246;lkerungsweites Programm,</strong> bei dem alle GKV-Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre anspruchsberechtigt sind.</p><p>Die Kritik daran gibt es seit vor der Einf&#252;hrung. Sie ist <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/hautkrebs-screening-geringere-mortalitat-ccd">nicht leiser geworden seither</a>. Und nun soll das HKS endlich auf den Pr&#252;fstand: Auch die FinanzKommission Gesundheit (FKG) <strong>h&#228;lt es f&#252;r nicht ausreichend evidenzbasiert</strong> und schl&#228;gt als Ersatz eine risikoadaptierte Strategie vor. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ist diesem Vorschlag im geplanten <strong>GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz</strong> (BStabG) gefolgt, wenn auch mit angezogener Handbremse.</p><p>Was steckt hinter dieser Entscheidung? Was sagt die Evidenz? Und m&#252;ssen wir alle in Zukunft unerkannt an, durch oder mit Melanomen sterben? <em>Spoiler: Nein.</em> <em>(Aufgezeichnet haben wir am 20. April.)</em></p><p><em>Und weil das von der lieben KI gebastelte Episodenbild wieder so herrlich bl&#246;de ist, gibt&#8217;s das hier nochmal zum Gro&#223;gucken:</em></p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!khzz!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1ce1fc62-2b9f-4264-b261-890825370a0f_1536x1024.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!khzz!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1ce1fc62-2b9f-4264-b261-890825370a0f_1536x1024.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;cd532f07-902d-49e1-b8cb-573b00f84406&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder draufhaben, sie d&#252;rften wohl die wichtigsten dieses Jahres in der gesundheitspolitischen Bubble sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Wir wollen uns in dieser Staffel einige der Vorschl&#228;ge anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 3 unserer Staffel im EvidenzUpdate-Podcast. Heute das Hautkrebs-Screening, HKS. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;&#220;bers gro&#223;e Hautgucken &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-12T20:55:41.560Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/509514f9-58af-4693-9c6b-8a20c055d39c_1536x1024.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/ubers-groe-hautgucken-transkript&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:197396948,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>Und, wie immer, f&#252;r alle, denen das Thema unter die Haut geht, oder die gerne auch mal aus der Haut fahren, gibt es hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:02:28 Um was geht&#8217;s?</p></li><li><p>00:03:54 Das ist alles falsch!</p></li><li><p>00:07:22 Happy Birthday</p></li><li><p>00:13:36 Von der Re-Re-Evaluation zum Honorar</p></li><li><p>00:15:45 Und was macht die Regierung?</p></li><li><p>00:18:24 Arbeitslose Dermatologen</p></li><li><p>00:21:30 ZwiFaz</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlung <strong>Nr. 7 im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a></strong> und &#252;ber die im <strong>GKV-Beitragssatzstabilisierunggesetz</strong><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> geplante Revision von &#167; 25 Abs. 4 SGB V, der die Zweitmeinung regelt:</p><h3>Was die FKG in Nr. 7 empfiehlt</h3><p>Die Empfehlung ist der Kategorie <strong>&#8222;A&#8220;</strong> zugeordnet (Einsparungen ohne erwartbar negative Auswirkungen). Das heute <strong>anlasslose HKS soll zun&#228;chst f&#252;r zwei Jahre ausgesetzt</strong> werden. Parallel dazu soll der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen &#220;berpr&#252;fungsauftrag erhalten, um innerhalb dieser zwei Jahre zu kl&#228;ren, <strong>welche Gruppen von einem risikobasierten opportunistischen Screening</strong> profitieren k&#246;nnten und ob neue technische Untersuchungsverfahren genutzt werden sollten.</p><p>Begr&#252;ndung der Kommission: Es fehle an belastbarer Evidenz f&#252;r den Nutzen der anlasslosen Ganzk&#246;rper-Fr&#252;herkennung, Deutschland sei das einzige Land weltweit, das ein solches Screening f&#252;r alle gesunden Erwachsenen anbiete.</p><p>Erwartete Finanzwirkung: <strong>0,2 Mrd. Euro (2027)</strong> bis <strong>0,3 Mrd. Euro (2030)</strong>.</p><h3>Was die Regierung per &#167; 25 plant</h3><p>Im Kabinettsentwurf soll das HKS <strong>nicht ausgesetzt</strong> werden. Stattdessen soll der G-BA einen <strong>&#220;berpr&#252;fungsauftrag erhalten</strong>, der neu in &#167; 25 Abs. 4 SGB V eingef&#252;gt wird. Der G-BA soll seine <strong>Krebsfr&#252;herkennungs-Richtlinie (<a href="https://www.g-ba.de/richtlinien/17/">KFE-RL</a>)</strong> beim Hautkrebs auf Basis des aktuellen medizinischen Erkenntnisstands &#252;berpr&#252;fen. Das soll er, so der Wunsch, <em>&#8222;unter Ber&#252;cksichtigung eines m&#246;glichen risikobasierten Screenings und einer m&#246;glichen Anpassung der H&#228;ufigkeit der Untersuchungen&#8220;</em> tun, hei&#223;t es im Regelungsvorschlag. Bis zum <strong>31. Dezember 2027</strong> soll der G-BA daf&#252;r Zeit bekommen.</p><p>Praktische Konsequenz: Das HKS l&#228;uft in seiner bisherigen Form <strong>mindestens bis Ende 2027 weiter</strong>. Was danach gilt, h&#228;ngt vom G-BA ab. Ergebnis: offen.</p><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Die FKG empfiehlt ein <strong>unmittelbares Aussetzen</strong> des Screenings. Der Gesetzentwurf &#252;berf&#252;hrt das in einen blo&#223;en <strong>&#220;berpr&#252;fungsauftrag an den G-BA</strong> ohne Aussetzung. Der politisch heikle Kern (hier: die Streichung einer etablierten Kassenleistung) wird an den G-BA delegiert und auf nach 2027 verschoben. Damit entf&#228;llt im Gesetzentwurf auch die unmittelbare Finanzwirkung.</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Die Geschichte des deutschen HKS ist eine mit bemerkenswertem Timing: Eingef&#252;hrt 2008, ma&#223;geblich gest&#252;tzt auf das <strong>SCREEN-Projekt</strong> in Schleswig-Holstein,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> steht das Programm kurz vor seinem 20. Geburtstag. Und die fr&#252;hen Daten aus Schleswig-Holstein sahen anf&#228;nglich tats&#228;chlich vielversprechend aus.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> Dann kam die Ern&#252;chterung.</p><p>Stang und J&#246;ckel analysierten die Mortalit&#228;tsdaten aus Schleswig-Holstein genauer und kamen zu einem ern&#252;chternden Ergebnis: Die beobachtete Abnahme der <strong>Melanomsterblichkeit setzte sich nicht stabil fort</strong>.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> Zum selben Urteil kamen auch die SCREEN-Evaluatoren aus L&#252;beck um Alexander Katalinic.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a> </p><p>Und <strong>auch die bundesweite Einf&#252;hrung</strong> des Screenings zeigte <strong>keinen nachhaltigen R&#252;ckgang der Mortalit&#228;t.</strong> Boniol, Autier und Gandini betrachteten die Mortalit&#228;tstrends nach Einf&#252;hrung des nationalen Programms und fanden ebenfalls keinen Knick in den Kurven, der f&#252;r einen Mortalit&#228;tsvorteil spr&#228;che.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a> In Schleswig-Holstein kehrte die Melanom-Sterblichkeit nach dem anf&#228;nglichen R&#252;ckgang auf das vorherige Niveau zur&#252;ck.</p><p>Auch eine <strong>gro&#223;e &#220;bersichtsarbeit</strong> der US Preventive Services Task Force (USPSTF) findet keinen belastbaren direkten Nachweis, dass ein routinem&#228;&#223;iges, systematisches Screening bei asymptomatischen Erwachsenen die Hautkrebssterblichkeit senkt.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-8" href="#footnote-8" target="_self">8</a> Die Evidenz sei unzureichend, das Statement entsprechend klar.</p><p>Das bedeutet <strong>ausdr&#252;cklich nicht,</strong> dass das <strong>diagnostische Instrument der Integument-Inspektion</strong> an sich wertlos w&#228;re. Es bedeutet lediglich, dass der systematische, anlasslose Ansatz im Bev&#246;lkerungsma&#223;stab keinen nachgewiesenen Nutzen bringt.</p><h2>Lehrst&#252;ck institutioneller Beharrungskraft</h2><p>Unser gelegentlicher Podcast-Freund <strong>J&#252;rgen Windeler</strong> hat das HKS als &#8222;Leerst&#252;ck&#8220; bezeichnet, als Beispiel daf&#252;r, wie sich ein fl&#228;chendeckendes Screening politisch und institutionell verfestigen kann, obwohl der belastbare Nutzennachweis fehlt.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-9" href="#footnote-9" target="_self">9</a> </p><p>Windelers Kernvorwurf: Man hat sich an ein Programm gew&#246;hnt, dessen Nutzenannahmen nie sauber eingel&#246;st wurden. Deswegen f&#228;llt auch <strong>Heinz-Harald Abholz</strong> und sein Begriff des &#8222;symbolhaften Handelns<em>&#8220;</em>.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-10" href="#footnote-10" target="_self">10</a></p><p>So wurde das HKS seit Jahren evaluiert und immer wieder weiterevaluiert, ohne dass aus dem Offensichtlichen Konsequenzen gezogen worden w&#228;ren. Das kostet nicht nur Geld (f&#252;r das Screening selbst, f&#252;r die sinn- und folgenlose Evaluation), sondern produziert auch &#220;berdiagnosen, falsch positive Befunde unn&#246;tige Folgeabkl&#228;rungen. Und es macht die Leute bekloppt <em>(nicht nur, weil Krebs als wei&#223;er Elefant &#196;ngste provoziert)</em>.</p><h2>Und die Dermatologen?</h2><p>Der <strong>Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)</strong> sieht das naturgem&#228;&#223; anders und warnt vor einer Gef&#228;hrdung der Bev&#246;lkerung.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-11" href="#footnote-11" target="_self">11</a> Okay, geschenkt: Berufspolitik ist dazu da, auch wirtschaftliche Interessen zu vertreten. Aber: Haut&#228;rztinnen und Haut&#228;rzte werden nicht arbeitslos, wenn das anlasslose HKS durch ein risikobasiertes ersetzt werden w&#252;rde. </p><p>Die Zahl der Hauterkrankungen nimmt auch ohne Melanome zu, das Fach bleibt gefragt. Ein risikoadaptiertes Vorgehen hei&#223;t nicht, Hautkrebs zu &#252;bersehen. Es hei&#223;t, <strong>genauer hinzuschauen, wo es sinnvoll ist</strong>.</p><blockquote><p>Mit anderen, mittelhessischen Worten:<br><em>&#8222;Bevor du guckst, musst du gucken, ob du guckst und bei wem du guckst.&#8220;</em></p></blockquote><h2>Fazit</h2><p>Das deutsche Hautkrebs-Screening ist eine Germanensie: weltweit einmalig, und das nicht ohne Grund. Viel Programm, viel Routine, viel Inanspruchnahme. Und erstaunlich wenig harte Evidenz. Die FKG schl&#228;gt vor, diesen historischen Fehler zu korrigieren: weg von der Gie&#223;kanne, hin zu risikoadaptierter, evidenzbasierter Fr&#252;herkennung. Das ist medizinisch besser und &#246;konomisch vern&#252;nftig.</p><p>F&#252;r alle die tiefer in die HKS-Untiefen absteigen wollen, denen m&#246;chten wir unsere 2022er Episode<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-12" href="#footnote-12" target="_self">12</a> mit Jean-Fran&#231;ois Chenot empfehlen:</p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;56ce6d50-3d2b-4b90-8bef-c02e06a08c1a&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Nach einer neuen Studie aus Sachsen k&#246;nnte das Hautkrebsscreening (HKS) doch einen positiven Effekt auf die Mortalit&#228;t haben. So jedenfalls lesen sich die Zahlen. Damit w&#228;re erstmals ein Benefit gezeigt, denn seit der Einf&#252;hrung im Jahr 2008 steht diese Evidenz aus. Doch was ist dran an der Arbeit? Ist der gezeigte Nutzen ein starkes Signal? Oder gibt es St&#246;rfaktoren oder methodische Probleme?&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Hautkrebs-Screening &#8211; geringere Mortalit&#228;t und dennoch ein Problem&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362603513,&quot;name&quot;:&quot;Jean-Fran&#231;ois Chenot&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/fac6dc33-0566-4029-95d9-d2a587c00261_1341x1341.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:true,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2022-01-27T14:50:49.000Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/165346462/026a50dd-99f6-4513-aecf-61c340142951/transcoded-1751718909.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/hautkrebs-screening-geringere-mortalitat-ccd&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:165346462,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Gute Nacht!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 6.6.8<strong> </strong>Reformempfehlung Nr. 32: Obligatorische Zweitmeinungsverfahren bei mengensensiblen Eingriffen. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=126">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=126</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Breitbart EW, Waldmann A, Nolte S, <em>et al.</em> Systematic skin cancer screening in Northern Germany. <em>J Am Acad Dermatol</em> 2012;<strong>66</strong>(2):201&#8211;11. doi: <a href="https://doi.org/10.1016/j.jaad.2010.11.016">10.1016/j.jaad.2010.11.016</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>Katalinic A, Waldmann A, Weinstock MA, <em>et al.</em> Does skin cancer screening save lives? <em>Cancer</em> 2012;<strong>118</strong>(21):5395&#8211;402. doi: <a href="https://doi.org/10.1002/cncr.27566">10.1002/cncr.27566</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>Stang A, J&#246;ckel K. Does skin cancer screening save lives? A detailed analysis of mortality time trends in Schleswig&#8208;Holstein and Germany. <em>Cancer</em> 2016;<strong>122</strong>(3):432&#8211;7. doi: <a href="https://doi.org/10.1002/cncr.29755">10.1002/cncr.29755</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p>Katalinic A, Eisemann N, Waldmann A. Skin Cancer Screening in Germany. <em>Dtsch &#196;rzteblatt Int</em> 2015;<strong>112</strong>(38):629&#8211;34. doi: <a href="https://doi.org/10.3238/arztebl.2015.0629">10.3238/arztebl.2015.0629</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p>Boniol M, Autier P, Gandini S. Melanoma mortality following skin cancer screening in Germany. <em>BMJ Open</em> 2015;<strong>5</strong>(9):e008158. doi: <a href="https://doi.org/10.1136/bmjopen-2015-008158">10.1136/bmjopen-2015-008158</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-8" href="#footnote-anchor-8" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">8</a><div class="footnote-content"><p>Henrikson NB, Ivlev I, Blasi PR, <em>et al.</em> Skin Cancer Screening. <em>JAMA</em> 2023;<strong>329</strong>(15):1296&#8211;307. doi: <a href="https://doi.org/10.1001/jama.2023.3262">10.1001/jama.2023.3262</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-9" href="#footnote-anchor-9" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">9</a><div class="footnote-content"><p>Windeler J. Hautkrebs-Screening &#8211; ein Leerstu&#776;ck. Observer Gesundheit. 2024. <a href="https://observer-gesundheit.de/hautkrebs-screening-ein-leerstueck/">https://observer-gesundheit.de/hautkrebs-screening-ein-leerstueck/</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-10" href="#footnote-anchor-10" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">10</a><div class="footnote-content"><p>Abholz H-H, Schwarz M. Fr&#252;herkennung in Deutschland: Symbolhaftes Handeln mit sch&#228;dlichen Folgen f&#252;r die Gesundheit. <em>Arbeit und Sozialpolitik</em> 2002;<strong>56</strong>(9/10):18&#8211;22.</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-11" href="#footnote-anchor-11" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">11</a><div class="footnote-content"><p>Spitzenverband Fach&#228;rztinnen und Fach&#228;rzte Deutschlands. SpiFa und BVDD kritisieren den Versuch, Hautkrebsscreenings verst&#228;rkt in die allgemeinmedizinische Versorgung zu verlagern. 2026. <a href="https://spifa.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-04-16-PM_SpiFa-und-BVDD-kritisieren-den-Versuch-Hautkrebsscreenings-verstaerkt-in-die-allgemeinmedizinische-Versorgung-zu-verlagern.pdf">https://spifa.de/wp-content/uploads/2026/04/2026-04-16-PM_SpiFa-und-BVDD-kritisieren-den-Versuch-Hautkrebsscreenings-verstaerkt-in-die-allgemeinmedizinische-Versorgung-zu-verlagern.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-12" href="#footnote-anchor-12" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">12</a><div class="footnote-content"><p>N&#246;&#223;ler D, Chenot J-F, Scherer M. Hautkrebs-Screening &#8211; geringere Mortalit&#228;t und dennoch ein Problem. <em>EvidenzUpdate</em> 2022;<strong>3</strong>(91). doi: <a href="https://doi.org/10.69156/pod.001/2022.01.00091">10.69156/pod.001/2022.01.00091</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Übers große Hautgucken – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 3: Hautkrebs-Screening]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/ubers-groe-hautgucken-transkript</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/ubers-groe-hautgucken-transkript</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 12 May 2026 20:55:41 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/509514f9-58af-4693-9c6b-8a20c055d39c_1536x1024.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. &#220;bers gro&#223;e Hautgucken &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:181. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.05.00181">10.69156/TRX.001/2026.05.00181</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;21efc0dd-7190-4232-bae7-36e17e36044a&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Moin! Heute gibt es Teil 3 unserer kleinen FKG-BStabG-Staffel (nach Teil 2 und Teil 1). Und der geht unter, nein: auf die Haut. Wir nehmen uns das Hautkrebs-Screening vor, von uns manchmal liebevoll auch nur HaKaEs (oder HKS) genannt. Es ist bekanntlich das einzige seiner Art auf der ganzen Welt:&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Macht euch nackig! &#220;bers gro&#223;e Hautgucken&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-12T21:08:14.269Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/197396947/5d693667-c33b-4cfe-a006-988eb8fbc288/transcoded-1778614604.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/macht-euch-nackig-ubers-groe-hautgucken&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:197396947,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder draufhaben, sie d&#252;rften wohl die wichtigsten dieses Jahres in der gesundheitspolitischen Bubble sein. Es geht ums gro&#223;e Sparen, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Wir wollen uns in dieser Staffel einige der Vorschl&#228;ge anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 3 unserer Staffel im EvidenzUpdate-Podcast. Heute das Hautkrebs-Screening, HKS. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, gut. K&#246;nnte unter die Haut gehen heute.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Es w&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/ubers-groe-hautgucken-transkript">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Von distalen Därmen und distalen Gefäßen – Evidenz-Quickies KW 19]]></title><description><![CDATA[Sigmo vs. Kolo, EVT vs. BMT]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/von-distalen-darmen-und-distalen</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/von-distalen-darmen-und-distalen</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 11 May 2026 22:58:39 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D. Von distalen D&#228;rmen und distalen Gef&#228;&#223;en &#8211; Evidenz-Quickies KW 19. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:18. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/quick/2026.05.00018">10.69156/quick/2026.05.00018</a></em></p></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png" width="1456" height="971" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:971,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:3212107,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/i/197201118?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!Mycu!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F1c54cb86-1387-4bd3-8c90-dbe7fa139ed5_1536x1024.png 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Guten Morgen! Egal, wie sp&#228;t es ist: Jetzt ist Quickie-Zeit. Heute gibt es nur vier Arbeiten, daf&#252;r zu zwei Indikationen jeweils zwei neue Papers. Und eines davon war bis just eben noch unter Embargo. Daher kommen die Quickies eben jetzt, offen f&#252;r jederfrau und jedermann.</p><p>Eine sch&#246;ne Woche und viel Freude mit der hoffentlich interessanten Lekt&#252;re!</p><h1>Die Quickies in Mini-K&#252;rze</h1><p><strong>&#129531; </strong><a href="https://www.evidenzupdate.de/i/197201118/darmkrebs-screening-auch-nach-13-jahren-kein-benefit-beim-tod">Darmkrebs-Screening I: </a><strong><a href="https://www.evidenzupdate.de/i/197201118/darmkrebs-screening-auch-nach-13-jahren-kein-benefit-beim-tod">Auch nach 13 Jahren kein Benefit beim Tod</a><br></strong>Die NordICC-Studie best&#228;tigt auch nach 13 Jahren: Eine einmalige Screening-Kolo reduziert die KRK-Inzidenz (NNI 294), aber nicht die KRK-Mortalit&#228;t oder Gesamtmortalit&#228;t. Die Studie war unterpowert, die tats&#228;chliche KRK-Sterblichkeit in der Kontrollgruppe nur halb so hoch wie erwartet, weil die Krebstherapie besser geworden ist. M&#228;nner und Personen &#8805; 60 Jahre profitieren am ehesten; beim proxima&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/von-distalen-darmen-und-distalen">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[„Kann man machen“ ist keine Op-Indikation]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 2: Zweitmeinung vs. Zweitverschwendung]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Thu, 07 May 2026 16:21:13 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/196769410/76dd979253ff67d9e6fc7d3ff5a20dfa.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. &#8222;Kann man machen&#8220; ist keine Op-Indikation. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:180. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.05.00180">10.69156/POD.001/2026.05.00180</a></em></p></blockquote><p><em>Mahlzeit!</em> Na, zweite Meinung gef&#228;llig? In dieser 2. Episode unserer kleinen Staffel zu <strong>FKG und BStabG</strong> <em>(<a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">Teil 1 gibt es dort</a>)</em> nehmen wir uns die FKG-Empfehlung Nummero 32 vor: der schrittweisen Einf&#252;hrung obligater <strong>Zweitmeinungsverfahren f&#252;r mengensensible elektive Eingriffe</strong>. &#220;bersetzt: Wer in Deutschland zum Beispiel (!) vor einem neuen Kniegelenk steht, soll k&#252;nftig verpflichtend eine zweite &#228;rztliche Meinung erhalten, bevor das Messer angesetzt wird. Heute ist es bekanntlich eine Wahloption. Ob das klug ist, besprechen wir heute.</p><p><strong>Spoiler:</strong> Ein obligates Zweitmeinungsverfahren ist kein &#220;bergriff und kein Eingriff in die &#228;rztliche Berufsaus&#252;bung, sondern eine Verbesserung der Indikationsqualit&#228;t. Insofern ist es eine kollegial-coole Nummer. Die Evidenz daf&#252;r ist ermutigend, wenn auch nicht abschlie&#223;end eindeutig. Entscheidend bleibt die Umsetzung: Gut gemacht, ist Zweitmeinung ein kluges Qualit&#228;tsinstrument. Schlecht gemacht, ist es nur ein weiteres Formular. Welchen Weg wohl Deutschland w&#228;hlen wird? <em>(Aufgezeichnet haben wir am 20. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;8dc4380f-ccbd-425a-9dea-2573eb917128&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben, sie d&#252;rften die wohl wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik werden. Es geht ums &#8222;gro&#223;e Sparen&#8220;, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge wollen wir uns genauer anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit sind wir in einer Staffel, und zwar Teil 2 dieser Staffel, im EvidenzUpdate-Podcast heute das obligate Zweitmeinungsverfahren. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Zweitmeinung vs. Zweitverschwendung &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-07T16:15:55.750Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/363d30fd-cc52-41cc-bfd4-67f1b2d5202e_1536x1024.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/zweitmeinung-vs-zweitverschwendung&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:196769407,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>F&#252;r alle Meinungsstarken gibt es hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:01:56 Was ist das?</p></li><li><p>00:04:14 Die Evidenz</p></li><li><p>00:06:19 &#220;berversorgte Eingriffe</p></li><li><p>00:08:20 Ein anderer &#8222;Eingriff&#8220;</p></li><li><p>00:11:27 Noch mehr Evidenz</p></li><li><p>00:13:11 Weggenommene Hoffnung oder schneller dran</p></li><li><p>00:14:56 Hilft weniger operieren?</p></li><li><p>00:18:55 Ein Fazit</p></li></ul><h1>&#220;ber die Empfehlung</h1><p>Wir reden &#252;ber die Empfehlung <strong>Nr. 32 im 1. Bericht der FKG<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a></strong> und &#252;ber die im <strong>GKV-Beitragssatzstabilisierunggesetz</strong><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> geplante Revision von &#167; 27b SGB V, der die Zweitmeinung regelt:</p><h3>Was die FKG in Nr. 32 empfiehlt</h3><p>Die Empfehlung hat die h&#246;chste Priorit&#228;tskategorie &#8222;A*&#8221;, das sind Ma&#223;nahmen mit positiven Wirkungen auf die Versorgungsqualit&#228;t. Der Kern der Empfehlung lautet: Das Zweitmeinungsverfahren soll f&#252;r planbare mengensensible Eingriffe obligatorisch werden, um die Zahl unn&#246;tiger Eingriffe zu reduzieren. Das obligate Verfahren solle vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) prototypisch zun&#228;chst f&#252;r Knieendoprothesen (Knie-TEP) gelten und daran evaluiert und im Erfolgsfall auf bis zu zwei weitere operative Eingriffe pro Jahr ausgeweitet werden. Die erwartete Finanzwirkung ist beachtlich: 150 Mio. Euro (2027) bis 1,2 Mrd. Euro (2030).</p><h3>Was die Regierung per &#167; 27b plant</h3><p>Im ver&#228;nderten &#167; 27b SGB V soll die FKG-Empfehlung im Wesentlichen umgesetzt und in einem entscheidenden Punkt sogar dar&#252;ber hinaus gegangen. <strong>Wichtig:</strong> Bislang gibt es nur einen Kabinettsbeschluss. Damit ist erst einmal nur das Gesetzgebungsverfahren begonnen. Jetzt liegt es am Parlament, was es daraus macht. Auch die L&#228;nder k&#246;nnen per Bundesrat noch mitreden. Die bis dato geplante Regelung:</p><p><strong>Anspruch:</strong> Versicherte sollen (wie heute schon) Anspruch auf eine unabh&#228;ngige &#228;rztliche Zweitmeinung bei planbaren Eingriffen, bei denen die Gefahr einer Indikationsausweitung nicht auszuschlie&#223;en ist. Die Zweitmeinung darf nicht bei der &#196;rztin eingeholt werden, die den Eingriff durchf&#252;hren soll (Unabh&#228;ngigkeitsgebot). Wie bislang schon soll der G-BA in einer Zm-RL<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> festlegen, welche Eingriffe davon betroffen sind.</p><p><strong>Der entscheidende neue Mechanismus, die verg&#252;tungsrechtliche Sanktion (Abs. 3):</strong> Hier geht das Gesetz &#252;ber eine blo&#223;e Obliegenheit der Versicherten hinaus und gibt den Operateure eine Verpflichtung. Ihr Verg&#252;tungsanspruch f&#252;r den Eingriff (mit obligater Zweitmeinung) soll immer dann entfallen, wenn vor dem Eingriff kein Zweitmeinungsnachweis vorliegt. </p><p><strong>Schrittweise Bestimmung durch den G-BA (Abs. 2):</strong> Die erste Indikation daf&#252;r soll der G-BA bis 31. M&#228;rz 2027 bestimmen, danach j&#228;hrlich mindestens einen weiteren. Wie heute schon soll er in seiner Zm-RL auch die Anforderungen an die Expertise der Zweitmeinenden <em>(ja, die werden wirklich so genannt)</em> festlegen.</p><p><strong>Aufkl&#228;rungspflicht (Abs. 6):</strong> Die indikationsstellende &#196;rztin soll den Versicherten mindestens zehn bis 15 Arbeitstage vor einem Eingriff m&#252;ndlich aufkl&#228;ren und schriftlich auf Informationsangebote hinweisen. Die Kosten f&#252;r die Zusammenstellung der Befundunterlagen sollen die Krankenkassen tragen.</p><h3>Unterschied zur FKG</h3><p>Die FKG empfiehlt eine <strong>evaluationsbasierte Ausweitung</strong> ausgehend von der Knie-TEP. Das geplante Gesetz hingegen verankert <strong>eine mechanisch-automatische Erweiterungspflicht</strong> (mindestens ein Eingriff pro Jahr), ohne sie an eine Evaluation zu kn&#252;pfen. Die FKG beschreibt das Obligatorium in erster Linie aus Patientensicht, der Gesetzentwurf dreht den Hebel st&#228;rker auf die Leistungserbringerseite: Wer ohne Zweitmeinungsnachweis operiert, verliert seinen Verg&#252;tungsanspruch.</p><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Nicht &#252;berall, wo viel operiert wird, ist auch <em>zu viel</em> operiert. Aber es gibt Bereiche, in denen das Muster sehr deutlich ist: hohe Eingriffsraten, hohe regionale Variabilit&#228;t, weiche Indikationsstellung, &#246;konomische Anreize.</p><p>Klassiker sind orthop&#228;dische Op., allen voran <strong>Arthroskopien, Knieendoprothesen, H&#252;ft-TEP, aber auch Wirbels&#228;ulenchirurgie, Tonsillektomien, Hysterektomien und Herzkatheter</strong>. Im internationalen Vergleich ist Deutschland regelm&#228;&#223;ig unter den Spitzenreitern in diesen Bereichen. Das ist zwar noch kein Beweis f&#252;r &#220;berversorgung im Einzelfall, aber zumindest ein kr&#228;ftiges Indiz daf&#252;r.</p><p>Die DEGAM hat das Problem &#252;brigens l&#228;ngst beschrieben und in einer Leitlinie adressiert: Schutz vor &#220;ber- und Unterversorgung.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a></p><h2>Was sagt die Evidenz?</h2><p>Drei Dinge d&#252;rfen als ziemlich gesichert gelten, auch wenn die ganz harte Evidenz bisweilen etwas d&#252;nner ist als erhofft:</p><ol><li><p>Das <strong>Konzept Zweitmeinung ist intuitiv plausibel.</strong> Systematische &#220;bersichten zeigen immer wieder, dass Zweitmeinungen bei elektiven Eingriffen <strong>h&#228;ufig zu anderen Empfehlungen f&#252;hren</strong> und operative Strategien nach unten korrigiert werden. F&#252;r Wirbels&#228;ulenchirurgie zeigt ein Scoping Review,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> dass Zweitmeinungen in der Regel weniger Op. empfehlen. Ob die Reduktion langfristig anh&#228;lt oder Patienten lediglich die Op. verz&#246;gern, ist weniger klar, dazu fehlen hochwertige RCT.</p></li><li><p>Aufschlussreich sind die M&#252;nchener Arbeiten von Weigl, Kisch und Kollegen zur Knieendoprothese.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a> In einer Studie bekamen nach der Zweitmeinung <strong>nur rund 40% der Teilnehmenden eine klare Op.-Empfehlung.</strong> Weitere 40% wurden auf einen sp&#228;teren Zeitpunkt verwiesen, 20% erhielten keine Empfehlung zur Endoprothese. Die Nachfolgestudie<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a> mit 142 Menschen zeigt: Innerhalb von 12 Monaten hatte nur &#8531; ein neues Kniegelenk bekommen. Entscheidend war dabei, dass vor allem <strong>jene schnell operiert wurden, die eine klare Op.-Indikation hatten</strong> und die von einer eingeschr&#228;nkten Lebensqualit&#228;t berichtet hatten. Die Zweitmeinung hat also nicht einfach gebremst, sondern kl&#252;ger sortiert und <strong>ist manchmal sogar &#8222;schneller f&#252;r den Richtigen&#8220;</strong>.</p></li><li><p>Die auch von der FKG zitierte TK-Pressemitteilung, wonach bei 85 Prozent der untersuchten TK-Versicherten nach Zweitmeinung keine Knieoperation durchgef&#252;hrt wurde, ist, gelinde gesagt, keine wissenschaftlich belastbare Quelle. Auch wenn die Zahl eindrucksvoll klingt: Eine Pressemitteilung ist kein Beweis.</p></li></ol><h2>Eingriff in die Berufsaus&#252;bung? B&#252;rokratie?</h2><p>Zwei Einw&#228;nde tauchen oft auf, wenn von obligater Zweitmeinung die Rede ist.</p><ol><li><p><strong>Greift es in die &#228;rztliche Berufsaus&#252;bung ein?</strong> Wir meinen: Nein. &#196;rztinnen und &#196;rzte haben kein Recht aufs Operieren. Souver&#228;n sind die Patientinnen und Patienten. Und eine Indikation, die wirklich tr&#228;gt, h&#228;lt auch einer zweiten Meinung stand. Die Zweitmeinung ist kein Misstrauensvotum, sondern ein kollegiales Konsil. </p></li><li><p><strong>Produziert es neue B&#252;rokratie und Terminengp&#228;sse?</strong> Zumal auch Politiker gleichzeitig warnen, Facharzt-Termine seien viel zu rar. Wir sehen es so: Wenn die Zweitmeinung klar medizinisch indizierte Eingriffe schneller identifiziert und F&#228;lle ohne klare Indikation herausfiltert, k&#246;nnten die Wartezeiten f&#252;r wirklich dringende Op. sogar k&#252;rzer werden. Der Aufwand des Verfahrens selbst ist in der Tat real. Ob er B&#252;rokratie oder sinnvoller Prozess ist, entscheidet allein die G&#252;te der Umsetzung.</p></li></ol><h2>Ein Blick auf OECD-Daten</h2><p>Deutschland ist in internationalen Vergleichen bei vielen elektiven Eingriffen bei der Pro-Kopf-Zahl auff&#228;llig h&#228;ufig am oberen Ende, w&#228;hrend die Lebenserwartung im Europavergleich eher mittelm&#228;&#223;ig ist. Das ist keine Kausalaussage &#252;ber den Einzelfall, sondern ein Aggregatmuster. Aber es legt zumindest nahe, dass wir uns die Frage stellen m&#252;ssen, wie wir Indikationen stellen. Und ob andernorts weniger operiert und nicht schlechter gelebt zu werden, nicht zumindest ein hinreichendes Indiz ist. Indiz, nicht Beweis.</p><h2>Ergo</h2><p>Das obligate Zweitmeinungsverfahren ist kein Allheilmittel, keine Garantie gegen &#220;berversorgung und auch kein Weg, mit dem man im Einzelfall wissenschaftlich exakt belegen k&#246;nnte, was &#8222;zu viel&#8220; war. Aber es ist ein plausibles, evidenzgest&#252;tztes und vor allem kollegiales Qualit&#228;tsinstrument. Es verbessert die (Vortest-)Wahrscheinlichkeit f&#252;r eine richtige Indikation. Methodisch gesprochen: Wer zweimal fragt, liegt seltener falsch.</p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. 6.6.8<strong> </strong>Reformempfehlung Nr. 32: Obligatorische Zweitmeinungsverfahren bei mengensensiblen Eingriffen. In: Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=243">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf#page=243</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Kabinettsvorlage. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/G/GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz_Kabinett.pdf#page=11</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren (Zm-RL). Beschluss vom 21. September 2017, zuletzt ge&#228;ndert 2025. <a href="https://www.g-ba.de/richtlinien/107/">https://www.g-ba.de/richtlinien/107/</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>Deutsche Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). S2e-Leitlinie Schutz vor &#220;ber- und Unterversorgung &#8211; gemeinsam entscheiden, Version 7.0, Stand 02/2025, AWMF-Register-Nr. 053-045LG. 2025. <a href="https://www.degam.de/leitlinie-s2e-053-045lg">https://www.degam.de/leitlinie-s2e-053-045lg</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>Ferreira GE, Zadro J, Liu C, <em>et al.</em> Second opinions for spinal surgery: a scoping review. <em>BMC Heal Serv Res</em> 2022;<strong>22</strong>(1):358. doi: <a href="https://doi.org/10.1186/s12913-022-07771-3">https://doi.org/10.1186/s12913-022-07771-3</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p>Weigl M, Pietzner J, Kisch R, <em>et al.</em> Effects of a medical second opinion programme on patients&#8217; decision for or against knee arthroplasty and their satisfaction with the programme. <em>BMC Musculoskelet Disord</em> 2021;<strong>22</strong>(1):595. doi: <a href="https://doi.org/10.1186/s12891-021-04465-5">https://doi.org/10.1186/s12891-021-04465-5</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p>Kisch R, Grill E, M&#252;ller M, <em>et al.</em> Second opinion and time to knee arthroplasty: a prospective cohort study of 142 patients. <em>BMJ Open</em> 2023;<strong>13</strong>(10):e073497. doi: <a href="https://doi.org/10.1136/bmjopen-2023-073497">https://doi.org/10.1136/bmjopen-2023-073497</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Zweitmeinung vs. Zweitverschwendung – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 2: &#8222;Kann man machen&#8220; ist keine Op-Indikation]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/zweitmeinung-vs-zweitverschwendung</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/zweitmeinung-vs-zweitverschwendung</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Thu, 07 May 2026 16:15:55 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/363d30fd-cc52-41cc-bfd4-67f1b2d5202e_1536x1024.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Zweitmeinung vs. Zweitverschwendung &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:180. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.05.00180">10.69156/TRX.001/2026.05.00180</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;d1f074f7-59bd-43f6-a7f2-b5cb3f46810d&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Mahlzeit! Na, zweite Meinung gef&#228;llig? In dieser 2. Episode unserer kleinen Staffel zu FKG und BStabG (Teil 1 gibt es dort) nehmen wir uns die FKG-Empfehlung Nummero 32 vor: der schrittweisen Einf&#252;hrung obligater Zweitmeinungsverfahren f&#252;r mengensensible elektive Eingriffe&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;&#8222;Kann man machen&#8220; ist keine Op-Indikation&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-05-07T16:21:13.642Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/196769410/c992c924-cbcc-40ca-abf6-9cdc76983073/transcoded-1778155187.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/kann-man-machen-ist-keine-op-indikation&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:196769410,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben, sie d&#252;rften die wohl wichtigsten in diesem Jahr in der Gesundheitspolitik werden. Es geht ums &#8222;gro&#223;e Sparen&#8220;, einen Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge wollen wir uns genauer anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit sind wir in einer Staffel, und zwar Teil 2 dieser Staffel, im EvidenzUpdate-Podcast heute das obligate Zweitmeinungsverfahren. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, es geht mir gut. Ich freue mic&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/zweitmeinung-vs-zweitverschwendung">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[1 Beutel, 800.000 Euro und „doofe“ Docs – Evidenz-Quickies KW 18]]></title><description><![CDATA[HWI, Nierenschutz, EBCTCG, VTE-Rezidive, KI]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/1-beutel-800000-euro-und-doofe-docs</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/1-beutel-800000-euro-und-doofe-docs</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Mon, 04 May 2026 23:09:15 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D. 1 Beutel, 800.000 Euro und &#8222;doofe&#8220; Docs &#8211; Evidenz-Quickies KW 18. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:17. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/quick/2026.05.00017">10.69156/quick/2026.05.00017</a></em></p></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png" width="1456" height="971" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:971,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:3434567,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/i/196403535?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!670J!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F937a928d-2f97-4c20-b931-fe52dfaf4a5b_1536x1024.png 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Guten Morgen! <s>Sonntagabend</s> Dienstagfr&#252;h ist Quickie-Zeit. Manches mag Manchen bekannt vorkommen. Vielleicht aber steckt hie oder da eine andere Sichtweise oder ein interessantes neues Detail drinnen. Zugegeben: Die Auswahl war in der Kalenderwoche 18 nicht ganz trivial. Vieles klingt erstmal spektakul&#228;r, entpuppt sich dann oftmals aber als belanglos oder auch gaga. Dennoch: </p><p>Viel Freude und hoffentlich interessante Lekt&#252;re!</p><h1>Die Quickies in Mini-K&#252;rze</h1><p><strong>&#128701; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/196403535/nitrofurantoin-vs-fosfomycin-bei-hwi-15-tabletten-schlagen-1-beutel">Nitrofurantoin vs. Fosfomycin bei HWI: 15 Tabletten schlagen 1 Beutel</a></strong><br>Die &#246;ffentlich gef&#246;rderte SCOUT-RCT (n=720, spanische Hausarztpraxen) zeigt: Nitrofurantoin (3&#215;100 mg/5 Tage) erreicht bei 15,5 % mehr Frauen mit unkompliziertem Harnwegsinfekt binnen 7 Tagen vollst&#228;ndige Symptomfreiheit als Fosfomycin 1&#215;3 g. Das ist eine NNT &#8776; 7. Und Nitrofurantoin halbiert die Rate an Zweitverordnungen (16 vs. 30 %). Da Kosten und Resistenzlage beider Substanzen vergleichbar sind, bleibt es eine Pr&#228;ferenzentscheidung: Einmalgabe oder etwas verl&#228;sslichere Symptomfreiheit.</p><p><strong>&#129752; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/196403535/glp-1-ra-als-add-on-82855680-fur-1-nierenschutz">GLP-1-RA als Add-on: 828.556,80 &#8364; f&#252;r 1&#215; Nierenschutz?!</a></strong><br>Eine Target-Trial-Emulation aus UK-Prim&#228;rpraxen (n=33.659) fand unter GLP-1-RA (statt DPP4-Hemmer oder Glibenclamid et al.) als Add-on zu SGLT2-Hemmern eine absolute Risikoreduktion f&#252;r CKD-Progression von &#8211;0,78 % (Post-hoc) &#252;ber 3 Jahre. Das macht eine NNT von 128. Kosten? &#220;ber 828.000 &#8364; pro verhinderte Progression. Und wir reden &#252;ber GKV-Spargesetze &#8230;</p><p><strong>&#129516; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/196403535/eierstocke-aus-nach-brustkrebs-ebctcg-raumt-auf">Eierst&#246;cke &#8222;aus&#8220; nach Brustkrebs? EBCTCG r&#228;umt auf</a></strong><br>Die bislang umfassendste IPD-Metaanalyse zur Ovarialsuppression bei fr&#252;hem Mammakarzinom (n=15.075, 23 RCTs, bis 15 Jahre Follow-up) zeigt: Ohne Tamoxifen sie ein Gamechanger (NNT 6 f&#252;r Rezidivfreiheit), als Add-on zu Tamoxifen profitieren vor allem Frauen unter 45 Jahren signifikant (NNT 16 f&#252;r Rezidiv &#252;ber 10 Jahre). Bei Frauen &#252;ber 45 mit Tamoxifen und nach unklarem Menopausenstatus nach Chemo ist kein relevanter Vorteil nachweisbar. Die Leitlinienempfehlung f&#252;r pr&#228;menopausale Hochrisikopatientinnen wird damit klar gest&#252;tzt.</p><p><strong>&#127968; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/196403535/zuhause-statt-pflegebett-apixaban-schlagt-rivaroxaban-bei-vte-im-alter">Zuhause statt Pflegebett: Apixaban schl&#228;gt Rivaroxaban bei VTE im Alter</a></strong><br>In einer retrospektiven Analyse von 18.066 US-Medicare-Versicherten (&#8805;65 J., akute VTE) hatte Apixaban gegen&#252;ber Rivaroxaban einen signifikanten Vorteil beim Komposit aus Rezidiv-VTE und Tod sowie weniger schwere Blutungen. Bei r&#252;stigen &#196;lteren ergibt sich eine NNT von etwa 37 pro Jahr. Bei gebrechlichen Patienten zeigt sich nur ein Trend. Warfarin ist immerhin oft besser als Rivaroxaban.</p><p><strong>&#129302; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/196403535/ki-diagnostiziert-mal-wieder-besser-als-der-arzt">KI diagnostiziert mal wieder besser als der Arzt</a></strong><br>OpenAI o1 &#252;bertraf in 6 Experimenten (darunter 76 echte Notaufnahme-F&#228;llen) in einer US-Benchmarking-Studie zwei erfahrene Internisten bei der diagnostischen Treffsicherheit (z.B. 82 vs. 79 vs. 70% bei Aufnahme). Limitierend: kein einziger Patient hat bislang profitiert, kein Medizinprodukt-Status, o1 ist bereits durch o3 abgel&#246;st, Co-Autoren bei Google DeepMind und Microsoft, und ChatGPT Health unter-triagiert laut anderen Studien mehr als die H&#228;lfte aller Notf&#228;lle. Tja.</p><p>Und ab hier jetzt die Details &#8230;</p><div><hr></div><h1>&#128701; Nitrofurantoin vs. Fosfomycin bei HWI: 15 Tabletten schlagen 1 Beutel </h1><p><em>Llor et al., Lancet 2026,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> Pragmatische open-label Phase-4-RCT <strong>SCOUT</strong> in Prim&#228;rpraxen in &#127466;&#127480; (<a href="https://clinicaltrials.gov/study/NCT04959331">NCT04959331</a>), samt Editorial<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>5 verschiedene Antibiotika werden als 1. Wahl bei <strong>unkompliziertem Harnwegsinfekt</strong> (HWI) bei &#9792;&#65038; Frauen empfohlen. Welches w&#228;hlen? Nach Pr&#228;ferenz? Nach Preis? Nach Dosierung? Resistenzsituation? Mikrobiologie? Klinischer Effekt? F&#252;r letztere hat jetzt die &#246;ffentlich gef&#246;rderte randomisierte, kontrollierte Studie SCOUT <strong>in spanischen Hausarztpraxen</strong> neue Antworten geliefert.</p><p>Beim <strong>Kopf-an-Kopf-Vergleich</strong> unter letztlich 720 Frauen mit HWI zeigte <strong>Nitrofurantoin</strong> (3&#215;100mg f&#252;r 5 Tage) die beste Wirksamkeit: Gegen&#252;ber der 1&#215;3g Fosfomycin erreichten <strong>15,5% mehr Frauen</strong> <strong>binnen 7 Tagen</strong> vollst&#228;ndige <strong>Symptomfreiheit.</strong> Bei der Mikrobiologie, also der Zahl der Frauen mit bakterieller Eradikation in der Urinkultur, war der Unterschied nicht signifikant <em>(was an der geringen Menge der Proben liegt).</em></p><p><strong>Aber:</strong> Der hier gefundene klinische Benefit wird &#8222;erkauft&#8220; durch die Gabe von 15 Tabletten. Dem gegen&#252;ber steht die deutlich simplere Einmalgabe bei Fosfomycin.</p><p><strong>Aber-Aber:</strong> Die einfache Fosfomycin-Gabe hatte wiederum zur Folge, dass 29,8% der Frauen eine zus&#228;tzliche Antibiose wegen des HWI brauchten (vs. 15,8% unter Nitrofurantoin). </p><p>Das hei&#223;t, Nitrofurantoin hat eine (Number Needed to Treat) <strong>NNT von ca. 7</strong> f&#252;r schnellere Symptomfreiheit und die Vermeidung einer zweiten Antibiotika-Verordnung.</p><p><strong>Ergo:</strong> Kein Grund, die hiesige Praxis ad hoc zu &#228;ndern. Die Kenntnis der <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/043-044l_S3_Epidemiologie-Diagnostik-Therapie-Praevention-Management-Harnwegsinfektione-Erwachsene-HWI_2024-09.pdf">S3-Leitlinie 043-044</a>, der <a href="https://www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/Beteiligungen%20Leitlinien/043-044_Harnwegsinfektionen/oeffentlich/degam-ll-harnwegsinfekt-anwender-251025.pdf">Anwenderversion</a>, der <a href="https://amr.rki.de/Content/Datenbank/ARS/ResistanceOverview.aspx">lokalen Resistenzsituation</a>, der <a href="https://www.degam.de/benefits-anmeldung">MMK-Benefits</a> <em>(Dank an Michael Kochens letzte No. f&#252;r die Inspiration)</em> und dieser Studie liefert ein Ger&#252;st f&#252;r eine individuelle Empfehlung in der Praxis. </p><p>Wer die Einmaldosis sch&#228;tzt, w&#228;hle Fosfomycin. Wem rasche Symptomfreiheit oder Vermeidung einer Zweitverordnung wichtig ist, w&#228;hle Nitrofurantoin. Beide sind gleich teuer und haben ein &#228;hnliches Resistenzbild.</p></blockquote><h2>PICO</h2><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> </p><ul><li><p>Frauen &#8805;18 Jahre, &#8709; 48 Jahre</p></li><li><p>&#8805;1 HWI-Symptom (Dysurie, Dranginkontinenz, Pollakisurie, Schmerzen suprapubisch) + pos. Urintest, keine Pyelonephritis, kein komplizierter HWI</p></li><li><p>spanische Hausarztpraxen, 2022&#8211;2024</p></li><li><p>n = 720 f&#252;r prim&#228;re Analyse</p></li></ul></li><li><p><strong>(I)nterventionen und (C)omparisons:</strong> 1:1:1:1-Randomisierung</p><ul><li><p>Fosfomycin 1&#215;3g (Einmaldosis)</p></li><li><p>Fosfomycin 2&#215;3g (24h-Abstand)</p></li><li><p>Nitrofurantoin 100 mg 3&#215;/Tag f&#252;r 5 Tage</p></li><li><p>Pivmecillinam 400 mg 3&#215;/Tag f&#252;r 3 Tage</p></li></ul></li><li><p><strong>(O)utcomes, prim&#228;r:</strong> </p><ul><li><p>Vollst&#228;ndige Symptomfreiheit an Tag 7 (patientenberichtet)</p></li><li><p>Bakterielle Eradikation an Tag 14 (sowie an Tag 28 als sekund&#228;rer Endpunkt) </p></li></ul></li></ul><h2>Ergebnisse</h2><p>Die Chance auf eine Symptomfreiheit nach 7 Tagen ist unter Nitrofurantoin am h&#246;chsten, absolut um +15,5% h&#246;her gegen&#252;ber 1&#215;3g Fosfomycin (NNT &#8776; 7). </p><p>&#196;hnlich verh&#228;lt es sich mit der Notwendigkeit f&#252;r eine zus&#228;tzliche Verordnung eines Antibiotikums: die gab es bei 30% unter 1&#215;3g Fosfomycin, bei 19% unter 2&#215;3g Fosfomycin und bei jeweils 16% unter Nitrofurantoin oder Pivmecillinam.</p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/LrlXz/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/9744bc00-b08d-4b1f-8d19-0caa4f0f4f6f_1220x500.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c33848da-605e-4b41-9750-ecfda9ffe21d_1220x760.png&quot;,&quot;height&quot;:335,&quot;title&quot;:&quot;SCOUT-Trial zur HWI: Klinik und Mikrobiologie&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Anteil der Patientinnen mit vollst&#228;ndiger Symptom-Freiheit an Tag 7 (patientenberichtet, n=720), mit bakterieller Eradikation an Tag 14 gegen&#252;ber initial positiver Urinkultur (n=544) und nach Tag 28 (n=470). F&#252;r Symptomfreiheit ist nur Nitrofurantoin vs. 1&#215;3g Fosfomycin signifikant (&#916; 15,5%, p=0,017).Nur bei 53&#8211;66% der Frauen waren die initialen Urinkulturen &#252;berhaupt positiv.&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/LrlXz/1/" width="730" height="335" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><h2>Einordnung</h2><ul><li><p><strong>Dose-Duration-Problem:</strong> 1 Beutel Fosfomycin vs. 15 Tabletten Nitrofurantoin &#252;ber 5 Tage ist ein Regimensvergleich</p></li><li><p><strong>Open-label, subjektiver Endpunkt:</strong> Patientinnen wussten, was sie bekamen, und selbstberichtete Symptomfreiheit ist ein weiches Ma&#223;</p></li><li><p><strong><a href="https://www.evidenzupdate.de/i/171457665/ascertainment-bias">Ascertainment-Bias</a></strong> ist m&#246;glich, wenn Nitrofurantoin-Patientinnen noch aktiv Tabletten schlucken und deswegen aufmerksamer auf Beschwerden achten, bzw. umgekehrt</p></li><li><p><strong>Unterpowert:</strong> Geplant waren 1.120 Frauen, rekrutiert 768; nur der Vergleich Nitrofurantoin vs. Fosfomycin 1&#215; h&#228;lt den Bonferroni-Test, alle anderen Vergleiche sind nicht signifikant</p></li><li><p><strong>57% positive Urinkulturen:</strong> Fast jede zweite Patientin hatte gar keinen Nachweis einer bakteriellen HWI; Symptom + pos. Urinteststreifen reicht das zwar im Praxisalltag, aber f&#252;r eine Studie?!  (In der Subgruppe mit positiver Kultur &#252;brigens noch deutlicherer Vorteil Nitrofurantoin; +34,9% vs. Fosfomycin 1&#215; per diem)</p></li><li><p><strong>Spanien &#8800; Deutschland:</strong> Resistenzraten und Verordnungsmuster unterschieden sich; in SCOUT wurde bspw. <strong>Cotrimoxazol nicht als Vergleichsarm</strong> aufgenommen, weil die E.coli-Resistenzraten gegen Trimethoprim in Spanien landesweit &#252;ber der 20%-Schwelle liegen; allerdings scheinen die Fosfomycin-Resistenzraten vergleichbar in beiden L&#228;ndern &lt;5% zu sein</p></li></ul><h2>Was sagt die Evidenz sonst so?</h2><p>Tja, es ist leider nicht so, dass die SCOUT-Studie einen Evidenz-Trend best&#228;tigte. Vielleicht bleibt das Bild heterogen:</p><ul><li><p>Ein systematischer Review mit Metaanalyse<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> fand 2022 nur 3 (!) Studien und ob der Heterogenit&#228;t <strong>keine relevanten Unterschiede</strong> (weder klinisch noch mikrobiologisch) zwischen Fosfomycin und Nitrofurantoin</p></li><li><p>Ein RCT von 2018 aus der Schweiz, Polen und Israel<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> <em>(eingeflossen in o.g. Analyse)</em> fand einen Vorteil f&#252;r Nitrofurantoin, &#8230;</p><ul><li><p>&#8230; der wurde aber von einer Reanalyse 2023<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> mit Anwendung eines Komposit-Endpunkts (klinisch + mikrobiologisch) geschreddert, der Unterschied war nicht mehr signifikant</p></li></ul></li><li><p>Und dann gibt es noch zwei &#228;ltere RCT aus den 1990er-Jahren,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a> die sogar doppelblinde Vergleiche waren, aber keinen direkten Favoriten gefunden haben</p></li><li><p>Eine Gruppe aus Lahore in Pakistan plant derweil einen RCT zum Vergleich beider Antibiotika (<a href="https://clinicaltrials.gov/study/NCT06518291">NCT06518291</a>), vielleicht wird der irgendwann helfen</p></li></ul><h2>Und nun? Was soll mir das sagen?! Ich hab doch eh keine Zeit, die Praxis ist voll &#8230;</h2><p>Die Details sind ja auch f&#252;r Genie&#223;er oder zur &#220;berbr&#252;ckung allf&#228;lliger Langeweile. In Kurz-K&#252;rze so:</p><ol><li><p>Nitrofurantoin und Fosfomycin scheinen angesichts Kosten und Resistenzlage (siehe unten) die 1a-Wahlen der 1. Wahlen bei unkomplizierter HWI</p></li><li><p>Auch die Wirksamkeit beider scheint vergleichbar zu sein, mit dem Hinweis, dass Nitrofurantoin &#8222;verl&#228;sslicher&#8220; bei mehr Frauen zu Symptomfreiheit f&#252;hrt</p></li><li><p>Also Frage der Pr&#228;ferenz: Einmalgabe vs. ggf. h&#246;here Chance auf Symptomfreiheit</p></li></ol><p>Hier noch einmal aus der S3-Leitlinie in komprimierter &#220;bersicht (f&#252;r die Kosten nach rechts wischen/scrollen):</p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/cp8Ro/2/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/d6c4d420-36f5-464c-8c15-bb84aa54a428_1220x582.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/643caffa-4faa-4115-a900-f48b8cfaef19_1220x774.png&quot;,&quot;height&quot;:359,&quot;title&quot;:&quot;Empfehlungen, Resistenzanteile, Kosten HWI-Antibiotika&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Empfehlungen und Resistenzanteile (R) gegen&#252;ber E.coli von Antibiotika zur kalkulierten Therapie einer ambulant erworbenen unkomplizierten Zystitis (nach S3-Leitlinie 043-044); Kosten f&#252;r N1-Packungen nach ABDATA (Stand 4.05.2026); HWI = Harnwegsinfektion&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/cp8Ro/2/" width="730" height="359" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div><hr></div><h1>&#129752; GLP-1-RA als Add-on: 828.556,80 &#8364; f&#252;r 1&#215; Nierenschutz?!</h1><p><em>Jansz et al., Lancet Prim Care 2026,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-8" href="#footnote-8" target="_self">8</a> Target-Trial-Emulation mit Daten aus der &#127468;&#127463; Prim&#228;rversorgung</em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>Manchmal w&#252;nschte man sich, dass Studienabstracts zwingend eine Kostenbetrachtung &#252;ber die gefundenen klinischen Effekte beinhalten. Dann <em>m&#252;sste</em> man noch weniger lesen.</p><p>Eine Studiengruppe aus Exeter (UK) hat jetzt in einer sogenannten <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/171457665/target-trial-emulation-tte">Target-Trial-Emulationsstudie</a> versucht herauszufinden, <strong>welches Add-on</strong> <strong>zu SGLT2-Hemmern</strong> bei Menschen mit Typ-2-Diabetes <strong>am besten die Progression einer CKD,</strong> einer chronischen Nierenerkrankung, reduzieren k&#246;nnte.</p><p>Herauskamen: GLP-1-Rezeptoragonisten, hier Semaglutid, Dulaglutid, Liraglutid, Exenatid und Lixisenatid.</p><p>W&#252;rden die (anstatt DPP4-Hemmern oder Glibenclamid) zus&#228;tzlich gegeben, lie&#223;e sich das Risiko f&#252;r eine <strong>CKD-Progression binnen 3 Jahren</strong> um absolut &#8211;0,78% reduzieren. Das macht eine Number Needed to Treat <strong>(NNT) von 128.</strong></p><p><strong>Tacheles:</strong> Man m&#252;sste 128 Leuten drei Jahre Ozempic&#174; et al. verordnen, um bei einem eine Progression des Nierenleidens zu verhindern.</p><p><strong>Zur Erinnerung:</strong> Der Ozempic-Hersteller Novo Nordisk hat sich gerade erst Vertraulichkeit f&#252;r den Erstattungspreis ausbedungen, so dass die Kosten der Arznei bei Typ-2-Diabetes intransparent sind. Ausgegangen von den seinerzeit in der <a href="https://www.g-ba.de/downloads/91-1385-412/2019-07-04_Geltende-Fassung_Semaglutid_D-404.pdf">Nutzenbewertung</a> genannten Jahrestherapiekosten i.H.v. 2.157,70 &#8364; w&#252;rde uns hierzulande <strong>eine verhinderte CKD-Progression also 828.556,80 &#8364; kosten.</strong></p><p>Eigentlich ist es noch &#228;rger: Denn die Risikoreduktion betr&#228;gt nominell eigentlich nur &#8211;0,5%. Macht eine NNT von 200. Und Kosten von 1.294.680,00 &#8364;.</p><p>Und wir versuchen <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">die GKV-Beitr&#228;ge zu stabilisieren &#8230;</a></p><p><strong>Ergo, und im Ernst:</strong> Wer zugunsten der Niere bei T2DM zus&#228;tzlich GLP-1-RA verordnen will, sollte echt gute Gr&#252;nde haben. </p></blockquote><h2>PICO</h2><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> Erwachsene T2DM + SGLT2-Hemmer-Basistherapie</p><ul><li><p>Daten aus UK-Prim&#228;rpraxen</p></li><li><p>n = 33.659</p></li><li><p>Alter &#8709; 60 Jahre</p></li><li><p>eGFR &#8709; 92 ml/min/1,73 m&#178;</p></li><li><p>UACR median 1,6 mg/mmol (ca. 14,6 mg/g)</p></li><li><p>79 % wei&#223;</p></li><li><p>Ausgeschlossen: eGFR &lt;20 oder ESRD sowie bei fehlenden Nierenwerten </p></li></ul></li><li><p><strong>(I)ntervention:</strong> GLP-1-RA als Add-on (v.a. Dulaglutid, Semaglutid s.c. oder p.o., Liraglutid), n = 20 039</p></li><li><p><strong>(C)omparison:</strong> DPP-4-Hemmer oder Sulfonylharnstoff als Add-on, n = 13 620</p></li><li><p><strong>(O)utcomes:</strong> Nierenprogression (&#8805;40 % eGFR-Abfall, ESRD oder renaler Tod)</p><ul><li><p>Follow-up bis 3 Jahre, median 1,4 Jahre</p></li></ul></li></ul><h2>Ergebnisse</h2><p>Die Kurven rauben wir uns heute einfach mal aus der Originalpublikation:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!UJox!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fe73b37c9-c5b5-4331-88c6-05cbd8df9d11_2118x1489.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p>Bemerkenswert ist, dass die Rate der CKD-Progression nach 3 Jahren</p><ul><li><p>unter Add-on GLP-1-RA bei absolut 0,9% und</p></li><li><p>unter Add-on DPP4/SU bei absolut 1,4% liegt.</p></li></ul><p>Statt der nominellen absoluten Risikoreduktion von &#8211;0,5% kommen die Autoren in einer Post-hoc-Analyse aber auf die o.g. &#8211;0,78% (95%-CI 0,22&#8211;1,34%).</p><h2>Einordnung</h2><ul><li><p>Neben den o.g. &#246;konomischen Erw&#228;gungen f&#228;llt einem noch ein:</p></li><li><p><strong>Technisch</strong> ist diese Target-Trial-Emulation relativ robust, da sie mit einer Kombi aus Propensity-score-Matching und multivariabler Adjustierung eine Art doppelten Schutz vor Modellfehlern hat und zahlreiche Sensitivit&#228;tsanalysen einbaut</p></li><li><p><strong>Aber ist kein RCT:</strong> Damit bleibt das Risiko f&#252;r residuelles Confounding (die GLP-1-RA-Gruppe hatte etwa vor dem Matching einen deutlich h&#246;heren BMI, l&#228;nger Diabetes und mehr Kombitherapien)</p></li><li><p><strong>Niedrig-Risikopopulation:</strong> mediane eGFR 92, 3-Jahres-Ereignisrate im Kontrollarm nur 1,4%; Hochrisikogruppe ausgeschlossen</p></li><li><p><strong>Kurzes Follow-up</strong> im Median von 1,4 Jahren ist auch f&#252;r Nierenendpunkte knapp</p></li><li><p><strong>Komparator heterogen:</strong> DPP4-Hemmer und Glibenclamid et al. k&#246;nnen ggf. unterschiedliche Risikoprofile in einer Vergleichsgruppe vermischen</p></li></ul><div><hr></div>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/1-beutel-800000-euro-und-doofe-docs">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Remis, Resistenz und riskante Kompensationen – Evidenz-Quickies KW 17]]></title><description><![CDATA[PANORAMIC et al., LEGEND-T2DM, Amoxiclav, CRAFFT, FreeDM2 und HAART]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/remis-resistenz-und-riskante-kompensationen</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/remis-resistenz-und-riskante-kompensationen</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 28 Apr 2026 14:20:18 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kSj!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb47778bb-105a-4f89-b044-0ac4829b77e7_1536x1024.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D. Remis, Resistenz und riskante Kompensationen &#8211; Evidenz-Quickies KW 17. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:16. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/quick/2026.04.00016">10.69156/quick/2026.04.00016</a></em></p></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kSj!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb47778bb-105a-4f89-b044-0ac4829b77e7_1536x1024.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!-kSj!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fb47778bb-105a-4f89-b044-0ac4829b77e7_1536x1024.jpeg 424w, 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a><figcaption class="image-caption">Dieses KI-Bild zeigt den Evidenz-Schrottplatz, wahlweise die Pillen-M&#252;llhalde. Und immer mit am Start: die EbM-Katze!</figcaption></figure></div><p>&#161;Hola! Wir waren in Magdeburg. Deswegen sind wir wieder etwas sp&#228;ter dran. Aber immerhin gab&#8217;s daf&#252;r die <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian">erste FKG-Folge</a>. Zu diesem Thema geht&#8217;s ja seit Tagen und vor allem <a href="https://www.deutschlandfunk.de/union-und-spd-signalisieren-annaeherung-bei-reformen-102.html">heute rund</a>, morgen soll ja das Bundeskabinett die Finanzreform anschieben. Jetzt aber der kleine w&#246;chentliche Ausflug in ausgew&#228;hlte neue Studiendaten.</p><p>Viel Freude und hoffentlich interessante Lekt&#252;re!</p><h1>Die Quickies in Mini-K&#252;rze</h1><p><strong>&#129440; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/paxlovid-ist-in-der-breite-obsolet">Paxlovid ist in der Breite obsolet</a></strong><br>Zwei unabh&#228;ngige Plattform-Studien zeigen: Nirmatrelvir/Ritonavir reduziert bei geimpften Patienten weder Hospitalisierung noch Tod bei einer COVID-19. Die Verordnung ist medizinisch in der Breite kaum noch begr&#252;ndbar. Allenfalls Einzelfallvorbehalt bei Immunsuppression. &#196;rgerlich: Daten lagen seit Ende 2024 vor, 18 Monate Verz&#246;gerung.</p><p><strong>&#128138; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/sema-vs-empa-kardiovaskulares-remis-bei-typ-2-diabetes">Sema vs. Empa: Kardiovaskul&#228;res Remis bei Typ-2-Diabetes</a></strong><br>1,24 Mio. Menschen mit Typ-2-Diabetes aus 10 Datenbanken zeigen: GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Hemmer sind kardiovaskul&#228;r gleichwertig. Das best&#228;tigt die NVL-Empfehlung: Wahl nach Vertr&#228;glichkeit, Patientenpr&#228;ferenz und Kosten. Bei Herzinsuffizienz bleiben SGLT2-Hemmer gesetzt.</p><p><strong>&#129319; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/amoxiclav-mit-mehr-schaden-bei-akuter-sinusitis">Amoxiclav mit mehr Schaden bei akuter Sinusitis</a></strong><br>Die retrospektive Kohortenstudie zeigt: Amoxicillin/Clavulans&#228;ure bringt bei unkomplizierter Sinusitis bei Erwachsenen gegen&#252;ber Amoxicillin allein keinen Vorteil beim Therapieversagen (3,0 vs. 3,1%), verursacht aber mehr Pilzinfektionen (NNH ~313) und mehr C.-difficile-Infekte. Best&#228;tigt auch die hiesige Leitlinie zur Rhinisinusitis: Amoxicillin reicht.</p><p><strong>&#129460; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/distale-radiusfraktur-beim-kind-op-bringt-kaum-vorteil">Distale Radiusfraktur beim Kind: Op. bringt kaum Vorteil</a><br></strong>Der britische CRAFFT-RCT zeigt bei schwer dislozierter distaler Radiusfraktur (4&#8211;10 J.), dass die Osteosynthese gegen&#252;ber Gips nach 3 Monaten nur einen minimalen, klinisch nicht relevanten Funktionsvorteil (&#8211;1,6 Punkte PROMIS) bringt. Nach 6 Monaten kein Unterschied mehr. Die Op. hinterl&#228;sst Narben und birgt Narkoserisiken (NNH &#8776; 26 f&#252;r chirurgische Komplikationen). Ergo: Gips und Geduld.</p><p><strong>&#127849; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/typ-2-diabetes-abbott-studie-findet-abbott-rtcgm-vorteil-bei-basalinsulin">Typ-2-Diabetes: Abbott-Studie findet Abbott-rtCGM-Vorteil bei Basalinsulin</a><br></strong>Der RCT FreeDM2 zeigt: FreeStyle Libre 3 hilft, den HbA1c nach 32 Wochen um 0,5 Prozentpunkte gegen&#252;ber BZ-Selbstmessung zu senken. Die Studie ist vollst&#228;ndig Abbott-finanziert, open-label (Hawthorne-Effekt), hat nur den Surrogatendpunkt, guckt nur 32 Wochen. Ergo: Kein Anlass, Indikation auszuweiten.</p><p><strong>&#128157; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/195330062/wie-haart-die-syphilis-zuruckbrachte">Wie HAART die Syphilis zur&#252;ckbrachte</a></strong><br>Eine &#246;konometrische Analyse zeigt: Die Einf&#252;hrung von HAART in den 1990ern steht mit dem krassen Syphilis-Anstieg bei M&#228;nnern in Zusammenhang (+17,8% je Standardabweichung Pr&#228;-HAART-AIDS-Pr&#228;valenz). Der Mechanismus k&#246;nnte die Risikokompensation sein. Fazit: Syphilis bei MSM und PrEP-Nutzern in den Blick nehmen und vor allem beraten.</p><p></p><p>Und ab hier jetzt die Details &#8230;</p><div><hr></div><h1>&#129440; Paxlovid ist in der Breite obsolet</h1><p><em>Butler et al., NEJM 2026,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> kombinierte Publikation der beiden Open-Label-Plattform-Studien PANORAMIC (&#127468;&#127463;, <a href="https://www.isrctn.com/ISRCTN30448031">ISRCTN30448031</a>) und CanTreatCOVID (&#127464;&#127462;, <a href="https://clinicaltrials.gov/study/NCT05614349">NCT05614349</a>), samt Editorial von u.a. Anthony Fauci<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>Die Protease-Hemmer-Kombi &#9660; Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid&#174;) bei COVID-19 sollte f&#252;r die breite Masse keine Relevanz mehr haben. Sie reduziert bei geimpften ambulanten Hochrisiko-Patienten weder das Risiko f&#252;r Hospitalisierung noch f&#252;r Tod. </p><p>Die j&#252;ngst publizierten Ergebnisse von zwei &#246;ffentlich gef&#246;rderten und vom Hersteller unabh&#228;ngigen Plattform-Studien relativieren die Befunde der Zulassungsstudien (v.a. EPIC-HR) deutlich.</p><p>Die <strong>Verordnung von Paxlovid</strong> ist <strong>bei der Mehrheit</strong> mit einer SARS-CoV-2-Infektion (und vorangegangener Impfung) <strong>medizinisch kaum noch begr&#252;ndbar</strong> und angesichts der Kosten (AVP 1.149,19 &#8364;) auch unwirtschaftlich. Wenn &#252;berhaupt, bleibt ein Einzelfallvorbehalt etwa bei Menschen mit Immunsuppression oder Hochbetagten, da Paxlovid die Genesungsdauer verk&#252;rzt.</p><p><strong>Nebenbei</strong> sind diese Studien erneut ein irritierendes (und &#228;rgerliches) Beispiel f&#252;r eine verz&#246;gerte Publikation bei sich &#228;ndernder Evidenz mit klinischer Relevanz. </p></blockquote><h2>PICO</h2><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> Geimpfte Erwachsene &#8805;50 J. oder mit Komorbidit&#228;t</p><ul><li><p>ambulante Settings</p></li><li><p>SARS-CoV-2-positiv, Symptome seit &#8804;5 Tagen</p></li><li><p>UK + Kanada, Dez. 2021 &#8211; Sept. 2024</p></li></ul></li><li><p><strong>(I)ntervention:</strong> Nirmatrelvir/Ritonavir 300/100 mg 2&#215;/d &#215; 5 Tage + usual care (entspricht der Zulassung)</p></li><li><p><strong>(C)omparison:</strong> Usual care allein</p></li><li><p><strong>(O)utcomes:</strong> </p><ul><li><p>Hospitalisierung oder Tod in 28 Tagen (prim&#228;r)</p></li><li><p>Genesungsdauer (sekund&#228;r)</p></li><li><p>Nebenwirkungen</p></li></ul></li></ul><h2>Ergebnisse</h2><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/2yUVQ/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/6276e7d6-e054-4890-9d3e-6ee4536e9645_1220x690.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/fa8d02ea-cc0e-492b-9f1c-aa4f0794f5bd_1220x728.png&quot;,&quot;height&quot;:354,&quot;title&quot;:&quot;Created with Datawrapper&quot;,&quot;description&quot;:&quot;&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/2yUVQ/1/" width="730" height="354" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><p>Im PANORAMIC-Arm schnitten die Paxlovid-Patienten numerisch <em>schlechter</em> ab.</p><p>Unter den sekund&#228;ren Endpunkten war die <strong>Genesungszeit</strong> k&#252;rzer: 14 vs. 21 Tage (PANORAMIC) und 6 vs. 9 Tage (CanTreatCOVID). Cave: open-label und subjektiv; Gr&#252;&#223;e vom Placebo-Effekt.</p><p>Zur Sicherheit:</p><ul><li><p><strong>UAW bei 96% aller Probanden</strong> im PANORAMIC-Paxlovid-Arm klingt dramatisch, ist aber methodisch verzerrt: Jede &#220;belkeit, jeder Metallgeschmack im Mund wurde notiert, im Usual-Care-Arm gar nichts (= &#196;pfel vs. Birnen)</p></li><li><p>Im CanTreatCOVID-Arm (wo UAW in beiden Armen erhoben wurden) hatten <strong>mehr Usual-Care-Patienten schwere UAW</strong> (3,4 vs. 1,3%), was wom&#246;glich schlicht die schwereren COVID-Verl&#228;ufe in dieser Gruppe widerspiegelt und nicht etwa einen Schutzeffekt von Paxlovid</p></li></ul><h2>Einordnung</h2><ul><li><p><strong>Open-label:</strong> Subjektive Symptom-Endpunkte sind kaum verwertbar</p></li><li><p><strong>Massiv underpowert:</strong> Hospitalisierungsrate ~0,7% statt erwarteter 3&#8211;5%; die Studie war f&#252;r eine andere Pandemieepoche geplant</p></li><li><p><strong>CanTreatCOVID:</strong> Vorzeitig gestoppt (n = 716 statt ~6.000 geplant), u.a. weil die Paxlovid-Belieferung Kanadas zum 31. Mai 2024 eingestellt wurde</p></li><li><p><strong>Selektive Kohorte:</strong> 98% geimpft, 94% wei&#223; (UK), 68% weiblich = kein Abbild der realen Hochrisikogruppe</p></li><li><p><strong>&#214;ffentlich gef&#246;rdert:</strong> Beide Studien sind &#246;ffentlich gef&#246;rdert und unabh&#228;ngig vom Paxlovid-Hersteller Pfizer</p></li></ul><h2>Das &#228;rgerliche Detail</h2><p>W&#228;hrend die Zulassungsstudie EPIC-HR <em>(haben wir seinerzeit <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/antikorper-therapien-gegen-fruhe-ca4">hier</a> und <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/wem-hilft-paxlovid-ein-case-finding-1ab">hier</a> besprochen)</em> von 2021 bei Ungeimpften und w&#228;hrend der Delta-Variante eine krasse <strong>relative Risikoreduktion</strong> von <strong>89%</strong> zeigte, ein gro&#223;es Hurra und die rasche Zulassung sorgte und dem Hersteller Milliardenums&#228;tze bescherte, wird das Bild nun deutlich relativiert.</p><p><strong>&#196;rgerlich:</strong> Diese jetzt publizierten Daten lagen wohl sp&#228;testens seit Ende 2024 vor, darauf weist der US-Kardiologe John Mandrola hin. 18 Monate Verz&#246;gerung bei einer &#246;ffentlich finanzierten Studie, das ist noch erkl&#228;rungsbed&#252;rftiger als bei einer Industriestudie. Pfizer, rechnet Mandrola vor, soll 2024/25 mit Paxlovid noch 2&#8211;3 Mrd. USD verdient haben, mutma&#223;lich mit weitgehend unn&#246;tigen Verordnungen.</p><p>Zum Vergleich: <strong>In Deutschland</strong> wurde Paxlovid 2024 noch rund 30.000 Mal innerhalb der GKV verordnet (zu Nettokosten i.H.v. rund 17,4 Mio. EUR, also nach Rabatten und Abschl&#228;gen). Hinzu kommen noch die Privatverordnungen.</p><p><strong>Unterm Strich wieder ein ungutes Beispiel daf&#252;r,</strong> wie Studien mit negativem, aber klinisch relevantem Outcome entweder leise begraben oder, wie hier, erst sp&#228;t publiziert werden.</p><p>Hier der lesenswerte Beitrag von <span class="mention-wrap" data-attrs="{&quot;name&quot;:&quot;John Mandrola&quot;,&quot;id&quot;:2724986,&quot;type&quot;:&quot;user&quot;,&quot;url&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fbucketeer-e05bbc84-baa3-437e-9518-adb32be77984.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fd4cdea05-be7a-4a24-a04d-8c0822fde95c_400x400.jpeg&quot;,&quot;uuid&quot;:&quot;a14ebf5d-a732-4a32-b544-598c91815958&quot;}" data-component-name="MentionToDOM"></span>:</p><div class="embedded-post-wrap" data-attrs="{&quot;id&quot;:195614287,&quot;url&quot;:&quot;https://www.sensible-med.com/p/nirmatrelvir-for-vaccinated-or-unvaccinated&quot;,&quot;publication_id&quot;:1000397,&quot;publication_name&quot;:&quot;Sensible Medicine&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!JieF!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fbucketeer-e05bbc84-baa3-437e-9518-adb32be77984.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F817f2348-22ee-4ce2-94ab-0fba2516b13a_1280x1280.png&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Nirmatrelvir for Vaccinated or Unvaccinated Adult Outpatients with Covid-19&quot;,&quot;truncated_body_text&quot;:&quot;I almost missed the trial. 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Hidden amongst the cardiology, oncology and ICU trials in the New England Journal of Medicine, was a relic from the time many of us try to forget&#8212;the pandemic&#8230;</div><div class="embedded-post-cta-wrapper"><span class="embedded-post-cta">Read more</span></div><div class="embedded-post-meta">2 months ago &#183; 81 likes &#183; 9 comments &#183; John Mandrola</div></a></div><div><hr></div><h1>&#128138; Sema vs. Empa: Kardiovaskul&#228;res Remis bei Typ-2-Diabetes</h1><p><em>Bu et al., JACC 2026 (article in press),</em><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a><em> Retrospektive Kohortenstudie innerhalb der LEGEND-T2DM-Studie, vorwiegend mit Daten aus &#127482;&#127480;</em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Hemmer sind bei Typ-2-Diabetes kardiovaskul&#228;r offenbar gleichwertig. Auf Einzel-Wirkstoff-Ebene best&#228;tigt eine gro&#223;e Auswertung aus Versorgungsdaten (sog. Real-World-Studie), was die <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-001l_S3_Typ-2-Diabetes_2026-02.pdf">NVL Typ-2-Diabetes</a> empfiehlt: Man w&#228;hle nach Vertr&#228;glichkeit, Patientenpr&#228;ferenz je Einzelendpunkt und Kosten. </p><p>Bei zus&#228;tzlicher Herzinsuffizienz bleiben SGLT2-Hemmer gesetzt, das stellt auch diese Studie nicht infrage (eher im Gegenteil: ein mutma&#223;licher HF-Vorteil f&#252;r Semaglutid ist wohl vielmehr methodischer Datenm&#252;ll, siehe unten).</p></blockquote><h2>PICO</h2><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> 1,24 Mio. T2DM-Erwachsene mit Metformin, Zweitlinienstart</p><ul><li><p>10 internationale Datenbanken (US-lastig, dt. Daten mit n &#8776; 9.000)</p></li><li><p>Datenzeitraum 2012&#8211;2022 (variiert nach Datenquelle)</p></li></ul></li><li><p><strong>(I)intervention und (C)omparisons:</strong> </p><ul><li><p>6 GLP-1-RA (v.a. Semaglutid 19%, Dulaglutid 17%) vs.</p></li><li><p>4 SGLT2-Hemmer (v.a. Empagliflozin 32%, Dapagliflozin 17%)</p></li></ul></li><li><p><strong>(O)utcomes:</strong> </p><ul><li><p>3-Punkt-MACE (Herzinfarkt, Schlaganfall, kardialer Tod) und </p></li><li><p>4-Punkt-MACE (+ Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz)</p></li></ul></li></ul><p>Ein Blick in die Ausgangsdaten</p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/nWS9z/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/8fffd288-d5d6-4084-bfb0-fa08b4785a36_1220x962.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4f1b8d99-90e0-4c03-8549-62514f925ab1_1220x962.png&quot;,&quot;height&quot;:471,&quot;title&quot;:&quot;Created with Datawrapper&quot;,&quot;description&quot;:&quot;&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nWS9z/1/" width="730" height="471" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/uJ12e/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/848551ff-612e-4798-bb54-70ae47fd448f_1220x590.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/7ed20005-2e2c-4e0b-9b69-40a92037fdc7_1220x850.png&quot;,&quot;height&quot;:415,&quot;title&quot;:&quot;Baseline-Unterschiede in CCAE-Kohorte (Sema vs. Empa)&quot;,&quot;description&quot;:&quot;CCAE ist in LEGEND-T2DM die einzige vollst&#228;ndig berichtete Kohorte. &#9888;&#65039; Vor Propensity-Score-Adjustierung erhebliche Unterschiede: GLP-1-RA-Starter waren j&#252;nger, h&#228;ufiger weiblich, h&#228;ufiger adip&#246;s; SGLT2-Hemmer-Starter hatten deutlich h&#228;ufiger KHK- und HF-Vorgeschichte. Die Unterschiede wurden mittels Stratifizierung gut ausgeglichen.&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/uJ12e/1/" width="730" height="415" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><h2>Ergebnisse</h2><p>Der einzig signifikante Vorteil findet sich im 4-Punkte-MACE-Endpunkt f&#252;r den GLP-1-RA Semaglutid gegen&#252;ber dem SGLT2-Hemmer Dapagliflozin. Wichtig: In diesem Endpunkt ist zus&#228;tzlich die Hospitalisierung (auch notfallm&#228;&#223;ig) wegen Herzinsuffizienz enthalten. Der scheinbare Vorteil von Semaglutid passt aber nicht so recht zu den randomisierten Studien mit SGLT2-Hemmern (bspw. DAPA-HF, EMPEROR). Ein Residual-Confounding in den Abrechnungsdaten k&#246;nnte daf&#252;r eine Ursache sein. Die Autoren selbst nennen das Ergebnis &#8222;exploratorisch&#8220;. </p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/9LMis/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/31b62eb3-2db9-42ec-aca0-50cfe02db645_1220x1022.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/be03795f-1936-462a-b1d7-0d22f29db5cc_1220x1214.png&quot;,&quot;height&quot;:592,&quot;title&quot;:&quot;Hazard-Ratios f&#252;r 3-Punkte-MACE&quot;,&quot;description&quot;:&quot;3-Punkt-MACE = Herzinfarkt, Schlaganfall, kardialer Tod; Werte links von 1 geben einen Vorteil f&#252;r den fett genannten Wirkstoff an, Werte rechts von 1 einen Vorteil f&#252;r den Vergleich (&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/9LMis/1/" width="730" height="592" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/IZ4vV/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c440eed0-5436-4666-ba08-63f4332cce31_1220x1022.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/41924468-197a-4312-abc1-0519e194ebca_1220x1246.png&quot;,&quot;height&quot;:608,&quot;title&quot;:&quot;Hazard-Ratios f&#252;r &nbsp;4-Punkte-MACE&nbsp;&quot;,&quot;description&quot;:&quot;4-Punkt-MACE = 3-Pkt.-MACE + Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz Signifikant nur f&#252;r Semaglutid im Vergleich mit Dapagliflozin&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/IZ4vV/1/" width="730" height="608" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><h2>Einordnung</h2><ul><li><p><strong>&#220;berwiegend</strong> US-Abrechnungsdaten kommerziell Versicherter (j&#252;nger, berufst&#228;tig), nur bedingt repr&#228;sentativ f&#252;r die hiesige Versorgung</p></li><li><p><strong>Liraglutid</strong> (LEADER-Referenz-GLP-1-RA) nicht auswertbar mangels Fallzahl</p></li><li><p><strong>Tirzepatid</strong> fehlt komplett (Daten nur bis 2022)</p></li><li><p><strong>Selektionsbias vor PS-Adjustierung erheblich:</strong> Wer Semaglutid bekommt, ist im Schnitt j&#252;nger, h&#228;ufiger weiblich und adip&#246;ser, wer Empagliflozin bekommt, hat fast doppelt so oft eine koronare Arteriosklerose (10,7 vs. 5,2%) und fast doppelt so oft Herzinsuffizienz (3,4 vs. 1,8%)</p><ul><li><p>Dass nach Adjustierung Gleichwertigkeit herauskommt, ist das eigentlich Interessante, aber eben auch der Punkt, wo Residual-Confounding nicht mehr ausgeschlossen werden kann</p></li></ul></li><li><p><strong>Co-Interessen:</strong> Novo-Nordisk-Unterst&#252;tzung f&#252;r Co-Autor Khera, Janssen-Angestellte als Co-Autorin Ostropolets</p></li></ul><div><hr></div>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/remis-resistenz-und-riskante-kompensationen">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Gesundheitspolitik à la Sankt Florian: Wenn alle „Feuer!“ rufen und niemand löscht]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 1: Mehr FC Bayern wagen]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 26 Apr 2026 21:28:19 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/195507225/1595d008535aa011678e721408f7f877.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Gesundheitspolitik &#224; la Sankt Florian: Wenn alle &#8222;Feuer!&#8220; rufen und niemand l&#246;scht. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:179. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.04.00179">10.69156/POD.001/2026.04.00179</a></em></p></blockquote><p><em>Aloha!</em> Zwei Abk&#252;rzungen sollte man sich merken: <strong>FKG</strong> und <strong>BStabG</strong>. Beide d&#252;rften die gesundheitspolitische Bubble im Jahre 2026 &#228;hnlich pr&#228;gen wie die beiden Worte &#8222;<a href="https://www.kicker.de/da-kann-es-keine-zwei-meinungen-geben-stimmen-zur-meisterschaft-des-fc-bayern-1211890/artikel">Meisterschaft</a>&#8220; und &#8222;<a href="https://www.kicker.de/ueberrascht-euch-das-neuer-ueberragt-und-scherzt-ueber-torwartfehler-1208408/artikel">Torwartfehler</a>&#8220; bei Fans des <strong>FC Bayern</strong> in dieser Saison. W&#228;hrend es beim Fu&#223;ball-Rekordmeister aus Giesing nurmehr um die Frage geht, wie viele Titel die Frauen und M&#228;nner heuer holen (sogar vom <a href="https://www.bild.de/sport/fussball/fc-bayern-maenner-und-frauen-jagen-sogar-das-doppel-triple-es-waere-historisch-69e878b42e4cc9c6eeb213b9">Doppel-Triple</a> ist die Rede), geht&#8217;s im Gesundheitswesen ums gro&#223;e &#8222;Sparen&#8220;. (Spoiler: Ein merkw&#252;rdiger Begriff, denn eigentlich geht es ums Reduzieren von Ausgaben.)</p><p>Die 66 Vorschl&#228;ge (auf 483 Seiten) der <strong>FinanzKommission</strong> Gesundheit (FKG) haben die Szene mit all ihren Lobbyisten aufgescheucht. Und dann kam der 157-seitige Entwurf f&#252;r ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) aus dem Hause von Ministerin Nina Warken. Bei all dem &#246;ffentlichen Get&#246;se um beide Drucksachen ger&#228;t ein wenig in den Hintergrund, f&#252;r welche der Vorschl&#228;ge es schlicht gute Gr&#252;nde gibt. Diesen Gr&#252;nden wollen wir in einer kleinen Staffel nachsp&#252;ren.</p><p>In dieser 1. Episode suchen wir die gro&#223;en Linien, Und wir reden &#252;ber den Zustand eines Systems, das einem <strong>Familienhaushalt</strong> &#228;hnelt, in dem alle gleichzeitig vom Konto des Professors abheben &#8211; und nach der Kontosperrung wegen dauerhafter &#220;berziehung des Limits alle behaupten, alle anderen seien schuld. <em>(Aufgezeichnet haben wir am 20. April.)</em></p><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;25814062-c89d-4f90-a5db-cb4a18573e3f&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben, sie d&#252;rften wohl die wichtigsten dieses Jahres in der gesundheitspolitischen Bubble werden. Es geht ums gro&#223;e Sparen, ein Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge wollen wir uns heute genauer anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 1 unserer kleinen Serie im EvidenzUpdate-Podcast. Heute das Thema: Die gro&#223;en Linien. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wenn alle &#8222;Feuer!&#8220; rufen und niemand l&#246;scht &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-04-26T21:25:32.685Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5606a99c-c9e0-469d-be39-34e596064559_1672x941.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-alle-feuer-rufen-und-niemand&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:195431840,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>F&#252;r alle, die sich f&#252;r den Kontostand interessieren, hier die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:03:11 FKG und BStabG</p></li><li><p>00:07:38 Das Big Picture</p></li><li><p>00:17:54 Ein Daumen-hoch-Bericht</p></li><li><p>00:21:20 Und was macht die Regierung daraus?</p></li><li><p>00:23:30 Einnahmeorientierung</p></li><li><p>00:28:48 Zwei Zahlen</p></li><li><p>00:32:45 Sankt-Florians-Prinzip</p></li><li><p>00:41:02 Brandh&#228;user in Zahlen</p></li><li><p>00:47:06 Rhetorik</p></li><li><p>00:49:12 Und Pharma?</p></li><li><p>00:52:39 Was tun?</p></li></ul><h1>Unser Gespr&#228;ch in K&#252;rze</h1><p>Angesichts der anstehenden Reform und der Vorschl&#228;ge erinnern wir uns an den Soziologen <a href="https://www.mmg.mpg.de/1418003/steffen-mau">Steffen Mau</a>. Der bezeichnete j&#252;ngst den &#8222;Glauben an rein evidenzbasierte Politik&#8220; als naiv.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> Ja, Politik findet nicht im Seminarraum statt. Politik folgt Interessen, Mehrheiten und Machtachsen. Aus ein und derselben Evidenz lassen sich v&#246;llig unterschiedliche politische Schl&#252;sse ziehen. </p><p>Nicht selten trifft die Politik Entscheidungen gegen klare wissenschaftliche Erkenntnisse. Das muss nicht zur Resignation f&#252;hren. N&#252;chtern k&#246;nnte man es auch so sehen: Evidenz kann immerhin ziemlich gut zeigen, was es kostet, wenn man sich f&#252;r oder gegen sie entscheidet. Und zwar nicht nur in Euro. Insofern, und das ist die gute Nachricht, <strong>ist Evidenzbasierung ein ziemlich cooles Tool f&#252;r die politische Willensbildung von uns W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern.</strong></p><h2>Die FKG und das BStabG</h2><p>Die Evidenz f&#252;r die jetzige Debatte hat Ende M&#228;rz die FKG in ihrem ersten Bericht geliefert.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> 66 Vorschl&#228;ge vor allem zur Reduktion von GKV-Ausgaben pr&#228;sentiert sie, dezidiert nicht als Strukturreformen, das ist f&#252;r den zweiten Bericht Ende 2026 geplant. </p><p>Bei allem Streit um die Empfehlungen: Die Arbeit der Kommission ist mehr als respektabel und enth&#228;lt Vorschl&#228;ge, die kluge Leute und Organisationen seit Jahr(zehnt)en vorschlagen. </p><p>Nach der FKG-Ver&#246;ffentlichung ging es schnell: Am 16. April kam der Entwurf f&#252;r ein GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (BStabG) aus dem Haus von Gesundheitsministerin Nina Warken.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> Rund drei Viertel der FKG-Empfehlungen sollen laut Ministerium &#252;bernommen worden sein, teils angepasst, plus eigene Ideen. Der Kabinettsbeschluss, mit dem das parlamentarische Verfahren beginnen soll, steht f&#252;r den 29. April an.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a></p><h2>Einnahmenorientierte Ausgabenpolitik</h2><p>Eine zentrale Idee: Alle Ausgaben sollen k&#252;nftig nicht st&#228;rker steigen als die Beitragseinnahmen. Die Zuw&#228;chse sollen verbindlicher an die Grundlohn-Ver&#228;nderungsrate gekoppelt werden. Ein Prinzip, das im SGB V in &#167; 71 l&#228;ngst verankert ist, aber jahrelang konsequent weichgesp&#252;lt wurde. Konkret: 2025 lag die Grundlohnrate bei 4,41%, die GKV-Ausgaben in toto sind aber um 7,8% gestiegen (auf 350 Mrd. Euro).<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> Macht eine L&#252;cke von 3,39 Prozentpunkten. </p><p>Da steckt Sprengpotenzial drin: Denn wer definiert eigentlich den objektiven Versorgungsbedarf? Das k&#246;nnte zur <strong>Priorisierung</strong> f&#252;hren. Dieser Begriff, gepr&#228;gt von Heiner Raspe, dem emeritierten Professor f&#252;r Sozialmedizin aus L&#252;beck, verkn&#252;pft Evidenz und Versorgungsbedarf untrennbar: Ein Bedarf liegt nur dann vor, wenn es eine evidenzbasierte Behandlungsoption gibt.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-6" href="#footnote-6" target="_self">6</a><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-7" href="#footnote-7" target="_self">7</a></p><p>Unsere Botschaft: Wir m&#252;ssen &#252;ber Bedarfe reden, nicht &#252;ber Bed&#252;rfnisse. Und wir m&#252;ssen uns ehrlich machen, was das System noch leisten kann.</p><h2>Das St.-Florian-Prinzip in Reinkultur</h2><p>Ferdinand Gerlach, stellvertretender Vorsitzender der FKG, hatte nach der Ver&#246;ffentlichung des Gutachtens mitgeteilt, er rechne mit einem &#8222;Shitstorm epischen Ausma&#223;es&#8220;.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-8" href="#footnote-8" target="_self">8</a> Und Ministerin Warken stellte kurz darauf fest: &#8222;Die Angriffe werden h&#228;rter.&#8220;<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-9" href="#footnote-9" target="_self">9</a> </p><p>Beide lagen jedenfalls nicht falsch. Wir schauen uns die Reaktionswelle an, die in den Tagen nach Ver&#246;ffentlichung des Referentenentwurfs aus allen Ecken des Gesundheitswesens aufbrandete. Pharmaindustrie, Kinder&#228;rzte, Haus&#228;rzteverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft, Landesgesundheitsminister: Alle rufen &#8222;Feuer!&#8220;, aber keiner will l&#246;schen. Das Muster ist stets dasselbe: Sparen muss sein, aber bitte bei den anderen.</p><p>Eigentlich ist es eine self-fulfilling prophecy. Diese &#8222;lobbyistische Folklore&#8220; hat das System dahin gebracht, wo es heute steht. Dabei ist Verst&#228;ndnis f&#252;r das Unbehagen der Betroffenen durchaus angebracht. Nur die Begrifflichkeit l&#228;sst zu w&#252;nschen &#252;brig: Wer im Kontext von Verg&#252;tungsanpassungen innerhalb eines solidarisch finanzierten Systems von <strong>&#8222;Enteignung&#8220;</strong> spricht, hat offenbar noch nicht ganz verinnerlicht, wem die Mittel einer Solidargemeinschaft eigentlich geh&#246;ren.</p><h2>Pharma: Vorteile kassieren, trotzdem schreien</h2><p>Ein besonders auff&#228;lliger Punkt: Die Finanzkommission hatte vorgeschlagen, den Herstellerabschlag auf Patent-Arzneimittel von 7 auf 14 Prozent zu verdoppeln und einen dynamischen Mechanismus einzuf&#252;hren. Im Referentenentwurf bleibt davon nur der dynamische Abschlag &#252;brig. Der ist f&#252;r 2027 sehr moderat ausgestaltet. </p><p>Gleichzeitig werden die <strong>AMNOG-Leitplanken</strong> (nach denen ein patentgesch&#252;tztes Arzneimittel mit geringem Zusatznutzen nicht teurer sein darf als die zweckm&#228;&#223;ige Vergleichstherapie) wieder abgeschafft, ebenso der <strong>Kombinationsabschlag</strong> f&#252;r teure Onkologika. Pharma bekommt also sogar Verg&#252;nstigungen, w&#228;hrend andere erheblich beitragen sollen. Wie finden wir das? Nicht gut!</p><h2>Der gordische Knoten</h2><p>Christopher Hermann, langj&#228;hriger Chef der AOK Baden-W&#252;rttemberg, erinnert im Observer daran, dass einnahmeorientierte Ausgabenpolitik kein neues Konzept ist und dass es historisch gescheitert ist.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-10" href="#footnote-10" target="_self">10</a> In den 1970er- und 1980er-Jahren hatte man denselben Versuch unternommen, und erst in der Folge das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) von 1993 unter Horst Seehofer brachte mit Strukturreformen (Budgetierung, Bedarfsplanung, Zuzahlungen, freie Kassenwahl) entscheidende Ver&#228;nderungen. </p><p>Was lernen wir daraus? Eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik ist erst einmal ein Deckel. Strukturreformen ver&#228;ndern die Mechanik darunter. Man kann den gordischen Knoten immer enger schn&#252;ren, oder man muss sich irgendwann trauen, ihn durchzuschlagen.</p><h2>Fazit</h2><p>Der Problemdruck ist real. Die Ausgaben laufen den Einnahmen davon. Was wir jetzt sehen, ist vor allem Stabilisierung, Deckeln, Begrenzen, Umverteilen, kurzfristig wirksam, so war der Auftrag. Die strukturellen Probleme (Fehlanreize, &#220;berversorgung, fehlende Nutzenorientierung) stehen noch aus. </p><p>Das ist der Cliffhanger: Wir sparen gerade. Aber wof&#252;r eigentlich? Das kl&#228;ren wir in den n&#228;chsten Episoden dieser Staffel, angefangen mit dem obligaten Zweitmeinungsverfahren: Warum Deutschland Europameister im Operieren ist.</p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p>K&#252;hn K. Soziologe Steffen Mau: &#8222;Der Glaube an rein evidenzbasierte Politik ist naiv&#8220;. Systemfragen. 2026. <a href="https://www.deutschlandfunk.de/bonusmaterial-steffen-mau-glaube-an-rein-evidenzbasierte-politik-ist-naiv-100.html">https://www.deutschlandfunk.de/bonusmaterial-steffen-mau-glaube-an-rein-evidenzbasierte-politik-ist-naiv-100.html</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>FinanzKommission Gesundheit. Erster Bericht der FinanzKommission Gesundheit. Published Online First: 30 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/F/FinanzKommission_Gesundheit/FinanzKommissionGesundheit_Erster_Bericht_20260330.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Bundesministerium f&#252;r Gesundheit. Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragss&#228;tze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz); Referentenentwurf. 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/S/RefE_BStabG_2026.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/S/RefE_BStabG_2026.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>Bundesregierung. Kabinettzeitplanung, 29.04.2026&#8211;27.05.2026, Stand 17. April 2026. Published Online First: 17 April 2026. <a href="https://www.observer-mis.de/data/exchange/196213/Kabinettzeitplanung_2026-04-22.pdf">https://www.observer-mis.de/data/exchange/196213/Kabinettzeitplanung_2026-04-22.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>Bundesgesundheitsministerium. Finanzielle Entwicklung in der GKV im 1.-4. Quartal 2025. Published Online First: 10 March 2026. <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/G/GKV/Anlage_Finanzentwicklung_der_GKV_im_1.-4._Qu_2025.pdf">https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/G/GKV/Anlage_Finanzentwicklung_der_GKV_im_1.-4._Qu_2025.pdf</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-6" href="#footnote-anchor-6" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">6</a><div class="footnote-content"><p>Fuchs C, Nagel E, Raspe H. Rationalisierung, Rationierung und Priorisierung &#8211; was ist gemeint? <em>Deutsches &#196;rzteblatt </em>2009;<strong>106</strong>(12):A554-7.</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-7" href="#footnote-anchor-7" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">7</a><div class="footnote-content"><p>Meyer T, Raspe H. Priorisierung im Gesundheitswesen &#8211; eine Diskussion nimmt Fahrt auf. <em>Z f&#252;r Evidenz, Fortbild Qual im Gesundheitswesen</em> 2009;<strong>103</strong>(2):73&#8211;4. doi: <a href="https://doi.org/10.1016/j.zefq.2009.02.010">10.1016/j.zefq.2009.02.010</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-8" href="#footnote-anchor-8" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">8</a><div class="footnote-content"><p>Geinitz C. GKV-Reform: &#8222;Wir rechnen mit einem Shitstorm epischen Ausma&#223;es&#8220;. F.A.Z. 2026. <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/reform-der-krankenversicherung-kommissionsvizechef-gerlach-im-gespraech-accg-200685733.html">https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/reform-der-krankenversicherung-kommissionsvizechef-gerlach-im-gespraech-accg-200685733.html</a> (accessed 31 Mar 2026).</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-9" href="#footnote-anchor-9" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">9</a><div class="footnote-content"><p>Geinitz C. &#8222;Die Angriffe werden h&#228;rter&#8220;. F.A.Z. 4.04.2026;21. <a href="https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gesundheitsministerin-nina-warken-zu-sparvorschlaegen-bei-krankenkassen-accg-200698419.html">https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gesundheitsministerin-nina-warken-zu-sparvorschlaegen-bei-krankenkassen-accg-200698419.html</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-10" href="#footnote-anchor-10" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">10</a><div class="footnote-content"><p>Hermann C. Darf es noch ein wenig mehr sein? Observer Gesundheit. 2026. <a href="https://observer-gesundheit.de/darf-es-noch-ein-wenig-mehr-sein/">https://observer-gesundheit.de/darf-es-noch-ein-wenig-mehr-sein/</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wenn alle „Feuer!“ rufen und niemand löscht – Transkript]]></title><description><![CDATA[FKG & BStabG, Teil 1: Mehr FC Bayern wagen]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-alle-feuer-rufen-und-niemand</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-alle-feuer-rufen-und-niemand</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Sun, 26 Apr 2026 21:25:32 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5606a99c-c9e0-469d-be39-34e596064559_1672x941.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Wenn alle &#8222;Feuer!&#8220; rufen und niemand l&#246;scht &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:179. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.04.00179">10.69156/TRX.001/2026.04.00179</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;f2c34a70-cf67-45fa-9a75-b3dbadca7567&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Aloha! Zwei Abk&#252;rzungen sollte man sich merken: FKG und BStabG. Beide d&#252;rften die gesundheitspolitische Bubble im Jahre 2026 &#228;hnlich pr&#228;gen wie die beiden Worte &#8222;Meisterschaft&#8220; und &#8222;Torwartfehler&#8220; bei Fans des FC Bayern in dieser Saison. W&#228;hrend es beim Fu&#223;ball-Rekordmeister aus Giesing nurmehr um die Frage geht, wie viele Titel die Frauen und M&#228;nner heuer holen (sogar vom&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Gesundheitspolitik &#224; la Sankt Florian: Wenn alle &#8222;Feuer!&#8220; rufen und niemand l&#246;scht&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-04-26T21:28:19.082Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/195507225/ed2fda7d-043d-42c2-bf43-942a7eb04730/transcoded-1777193642.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/gesundheitspolitik-a-la-sankt-florian&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:195507225,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> FKG und BStabG, diese Abk&#252;rzungen sollte jeder und jede draufhaben, sie d&#252;rften wohl die wichtigsten dieses Jahres in der gesundheitspolitischen Bubble werden. Es geht ums gro&#223;e Sparen, ein Reigen an Vorschl&#228;gen und einen Gesetzesentwurf. Einige Vorschl&#228;ge wollen wir uns heute genauer anschauen und die Evidenz dahinter checken. Und damit herzlich willkommen zu Teil 1 unserer kleinen Serie im EvidenzUpdate-Podcast. Heute das Thema: Die gro&#223;en Linien. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, mir geht es gut. Ich bi&#8230;</p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-alle-feuer-rufen-und-niemand">
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          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Frailty, Formeln und feine Effekte – (Late) Evidenz-Quickies KW 16]]></title><description><![CDATA[SENIOR-RITA, SCORE2-HF, OCEANIC-STROKE und C-TRACT]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/frailty-formeln-und-feine-effekte</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/frailty-formeln-und-feine-effekte</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Tue, 21 Apr 2026 21:45:06 GMT</pubDate><enclosure url="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D. Frailty, Formeln und feine Effekte &#8211; (Late) Evidenz-Quickies KW 16. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:15. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/quick/2026.04.00015">10.69156/quick/2026.04.00015</a></em></p></blockquote><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_848,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_1272,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_1456,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 1456w" sizes="100vw"><img src="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png" width="1456" height="819" data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:819,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:2705948,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/png&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/i/194795791?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_424,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 424w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_848,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 848w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_1272,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 1272w, https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!532v!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F78d7b671-3803-4db9-bc02-3791d08156cb_1672x941.png 1456w" sizes="100vw" fetchpriority="high"></picture><div class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><p><s>Sonntagabend</s> Dienstagnacht ist (Versp&#228;tungs-)Quickie-Zeit. Wieder einmal mit zwei Tagen Versp&#228;tung. Pardon. Daf&#252;r heute etwas weniger (nur vier). Bitte sehr. Und (leider) sind wir wieder sehr, eigentlich ausschlie&#223;lich kardiovaskul&#228;r. Ups. Dennoch:</p><p>Viel Freude und hoffentlich interessante Lekt&#252;re! Und eine gute (Rest-)Woche!</p><h1>Die Quickies in Mini-K&#252;rze</h1><p><strong>&#129728; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/194795791/nstemi-gebrechlich-und-alt-besser-nicht-auf-den-tisch">NSTEMI, gebrechlich und alt: Besser nicht auf den &#8222;Tisch&#8220;</a></strong><br>Bei &#8805; 75-J&#228;hrigen mit Nicht-ST-Hebungsinfarkt und Gebrechlichkeit (Fried-Score &#8805; 3) bringt die invasive (PCI)-Strategie keinen messbaren Nutzen gegen&#252;ber optimaler Medikation. Bei den Gebrechlichsten droht sogar mehr Schaden. Fazit: Frailty-Assessment vor Katheterentscheidung obligat. Cave: explorative Subgruppenanalyse, eigentlich nur hypothesengenerierend.</p><p><strong>&#127880; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/194795791/score2-hf-ein-neuer-rechner-furs-herzinsuffizienz-risiko">SCORE2-HF, ein neuer Rechner f&#252;rs Herzinsuffizienz-Risiko</a></strong><br>Die SCORE2-Writing-Group der Euro-Kardiologie (ESC) hat erstmals ein Modell zur Sch&#228;tzung des 10- und 30-Jahres-Herzinsuffizienz-Risikos aus 8 Routineparametern entwickelt (C-Index 0,83&#8211;0,87). Methodisch ist das solide und interessant, auch zum Spielen. Aber: keine Daten aus Deutschland in der Validierung, und ganz sicher darf das kein prim&#228;rpr&#228;ventiver Therapie-Trigger werden.</p><p><strong>&#129504; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/194795791/faktor-xia-hemmer-zur-rezidiv-prophylaxe-nach-insult-vor-der-tur">Faktor-XIa-Hemmer zur Rezidiv-Prophylaxe nach Insult vor der T&#252;r</a><br></strong>Das noch nicht zugelassene (!) Asundexian reduzierte in der Hersteller-finanzierten OCEANIC-STROKE-Phase-III-Studie isch&#228;mische Schlaganfall-Rezidive signifikant (NNT ~ 53/Jahr) ohne ein erh&#246;htes Blutungsrisiko. Kein Mortalit&#228;tsvorteil, kein Antidot, Bayer-finanziert. Au&#223;erdem: Noch nicht zugelassen. Biologisch interessant, vorerst aber nur f&#252;r den (Hinter-)Kopf.</p><p><strong>&#129656; <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/194795791/stent-gegen-pts-mini-schritt-mit-blutungsschatten">Stent gegen PTS: Mini-Schritt mit Blutungsschatten</a><br></strong>Stenting beim postthrombotischen Syndrom zeigte in der C-TRACT-Studie einen statistisch signifikanten, aber klinisch bescheidenen VCSS-Vorteil, dazumal noch erkauft durch ein verdreifachtes Blutungsrisiko (NNH 13). Die Studie hat eine hochselektierte US-Kohorte, nur 6 Monate Follow-up. Die Methode ist sicher kein Thema f&#252;r die Breite, allenfalls k&#252;nftig eine Option bei schwerem therapierefrakt&#228;rem PTS.</p><p>Und ab hier jetzt die Details &#8230;</p><div><hr></div><h1>&#129728; NSTEMI, gebrechlich und alt: Besser nicht auf den &#8222;Tisch&#8220;</h1><p><em>Rubino et al., JAMA Network Open 2026,<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a> Subgruppenanalyse der SENIOR-RITA-Studie aus &#127468;&#127463; (<a href="https://www.isrctn.com/ISRCTN11343602">ISRCTN11343602</a>), samt begleitendem Kommentar<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a></em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>Bei gebrechlichen Hochaltrigen (&#8805; 75 Jahre) mit Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) bringt die invasive Strategie (PCI und ggf. Revaskularisierung) keinen messbaren Nutzen gegen&#252;ber der konservativen medikament&#246;sen Therapie. Bei den Gebrechlichsten <strong>droht sogar mehr Schaden.</strong></p><p><strong>Ergo:</strong> Ein Frailty-Assessment vor der Katheterplatz-Entscheidung ist kein Nice-to-have, sondern sollte obligat sein.</p><p><strong>Oder:</strong> Wer einen &#8805; 83-J&#228;hrigen mit &#8805; 3 Fried-Kriterien ins Katheterlabor schickt, sollte das begr&#252;nden k&#246;nnen.</p></blockquote><h2>PICO</h2><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> Subgruppe (!) von 469 Pat. &#8805; 75 J. (Fried-Score &#8805; 3) mit NSTEMI</p><ul><li><p>Medianalter 83 J., 51% Frauen</p></li><li><p>in 48 Kliniken im UK</p></li></ul></li><li><p><strong>(I)ntervention:</strong> Invasiv aus Koronarangiografie + ggf. Revaskularisation + optimale Medikation</p></li><li><p><strong>(C)omparison:</strong> konservative, optimale Medikation</p></li><li><p><strong>(O)utcomes:</strong> kardiovaskul&#228;rer Tod oder nicht-fataler Myokardinfarkt</p><ul><li><p>Follow-up: Median 4,1 Jahre</p></li></ul></li></ul><h2>Ergebnisse</h2><p>Auch wenn aufgrund der geringen Fallzahl die Unterschiede <strong>nicht signifikant</strong> sind, zeigen sie doch einen Trend zu Ungunsten der invasiven Strategie. Und interessant: Als kontinuierliche Variable analysiert, ist die Interaktion Gebrechlichkeit &#215; Strategie f&#252;r den prim&#228;ren Endpunkt signifikant (p = 0,04). Ergo: Je gebrechlicher, desto mehr droht Schaden durch die Intervention.</p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/zsb5W/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/62e13ed2-09b7-42c8-9f31-cf4b57185706_1220x532.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/4bfca2c5-ef59-4330-874b-1414ce2ce7c1_1220x690.png&quot;,&quot;height&quot;:335,&quot;title&quot;:&quot;NSTEMI bei Gebrechlichen: Invasiv vs. Konservativ&quot;,&quot;description&quot;:&quot;SENIOR-RITA-Subgruppenanalyse (n = 469): Ereignisraten (%) bei &#8805;75 J. mit &#8805;3 Fried-Kriterien und NSTEMI; medianes Follow-up 4,1 Jahre; alle Unterschiede statistisch nicht signifikant&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/zsb5W/1/" width="730" height="335" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><h2>Einordnung</h2><ul><li><p>&#9888;&#65039; <strong>Explorative Subgruppenanalyse:</strong> das ist regelhaft erst einmal nur hypothesengenerierend, nicht konfirmatorisch</p><ul><li><p>Aber es ist ein relevantes Signal im Sinne des Schutzes vor &#220;ber- und Fehlversorgung</p></li></ul></li><li><p>Statistisch ist die Subgruppe unterpowert, die Autoren r&#228;umen das selbst ein</p></li><li><p>Nur 1 von 5 Gescreenten eingeschlossen &#8594; Selektionsbias m&#246;glich; schwerstgebrechliche wurden oft gar nicht erst randomisiert</p></li><li><p>Stratifizierung der Gebrechlichkeit im Haupt-RCT nach der Rockwood-Skala, hier ausgewertet nach den Fried-Kriterien; das passt nicht perfekt zusammen</p></li><li><p>UK-NHS-Setting, aber im Prinzip auf Deutschland &#252;bertragbar</p></li><li><p>Die rezente ACS-Leitlinie der Kardiologen (ESC) von 2023 empfiehlt bereits eine holistische, individualisierte Entscheidung bei Gebrechlichen;<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> diese Daten best&#228;tigen das</p></li></ul><div><hr></div><h1>&#127880; SCORE2-HF, ein neuer Rechner f&#252;rs Herzinsuffizienz-Risiko?</h1><p><em>SCORE2 Writing Group, European Heart Journal 2026,</em><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a><em> Kalibrierungs- und Validierungsstudie in &#127466;&#127482; f&#252;r ein SCORE2-HF-Risikomodell</em></p><blockquote><p>&#127919; <strong>In K&#252;rze: </strong>Deutschland hat mit <a href="https://arriba-hausarzt.de">arriba</a> bekanntlich ein f&#252;r die Prim&#228;rversorgung entwickeltes Tool, das mit dem KVP-Modul eine kardiovaskul&#228;re Risikosch&#228;tzung erm&#246;glicht. Und in der aktuellen <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/kardio-pravention-neu-gedacht-eine">S3-Leitlinie KVP-Risikoberatung</a> werden daneben auch SCORE2 und PROCAM gleichberechtigt empfohlen.</p><p>Nun hat eine Gruppe der europ&#228;ischen Kardiologie (ESC) <strong>erstmals</strong> einen <strong>Rechner entwickelt,</strong> der das <strong>10- und 30-Jahres-Risiko f&#252;r eine Herzinsuffizienz</strong> absch&#228;tzen k&#246;nnen soll. <strong>SCORE2-HF</strong> hei&#223;t der Apparat. </p><p>Methodisch ist er solide. Bislang ist er vor allem akademisch interessant und eine h&#252;bsche Spielerei. <strong>F&#252;r den Praxisalltag ist er noch Zukunftsmusik.</strong></p></blockquote><h2>Was gemacht wurde</h2><p>Die SCORE2-Writing-Group in der ESC hat ein <strong>Rechenmodell</strong> entwickelt, das das <strong>10- und 30-Jahres-Risiko</strong> f&#252;r eine erstmalige <strong>Herzinsuffizienz</strong> berechnet aus acht Routineparametern: </p><ul><li><p>Alter, Geschlecht, Rauchen, systolischer Blutdruck, Antihypertensiva, BMI, eGFR,</p></li><li><p>Typ-2-Diabetes (dann zus&#228;tzlich mit HbA1c und Diagnosealter). </p></li></ul><p>Adressiert werden Menschen &#252;ber 40 J. <strong>ohne</strong> bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung.</p><p>Das Modell w&#252;rde die bestehende SCORE2-Familie erg&#228;nzen (SCORE2, SCORE2-OP, SCORE2-Diabetes), die bisher kardiovaskul&#228;re Risiken (Infarkt, Schlaganfall, kardiovaskul&#228;rer Tod) absch&#228;tzt, aber nicht das Risiko f&#252;r Herzinsuffizienz.</p><h2>Drei Schritte zum Modell</h2><p>F&#252;r die Modellierung hat die Gruppe ein dreistufiges Verfahren unternommen:</p><ol><li><p><strong>Derivation:</strong> Modell entwickeln (= ergibt relative Risiken)<br><em>Das Modell lernt aus echten Daten, welche Faktoren (Alter, Blutdruck, Diabetes usw.) mit Herzinsuffizienz assoziiert sind (!) und wie stark. Das Ergebnis ist eine Rechenformel.</em></p><ol><li><p>UK Biobank (UKB): 462.914 Personen, gesunde Freiwillige &#8805; 40 J.</p></li><li><p>Emerging Risk Factors Collaboration (ERFC), 24 Kohorten: 148.864 Personen, 14 L&#228;nder, prospektive Bev&#246;lkerungsstudien (darunter SHIP und ESTHER aus &#127465;&#127466;)</p></li></ol></li><li><p><strong>Rekalibrierung:</strong> Auf Europa anpassen (= ergibt absolute Risiken und Zuteilung der Risikoregionen)<br><em>Die oben unter (1) ermittelte Formel gilt zun&#228;chst nur f&#252;r die dortige Population. Da die absolute Herzinsuffizienz-H&#228;ufigkeit bspw. in Osteuropa aber h&#246;her ist als in Westeuropa, wird das Modell f&#252;r vier europ&#228;ische Risikoregionen nachjustiert und an die lokalen H&#228;ufigkeiten angepasst.</em></p><ol><li><p>WHO-Sterblichkeitsdaten (45 L&#228;nder)</p></li><li><p>Krankenhausdaten aus 5 Regionen: &#127988;&#917607;&#917602;&#917605;&#917614;&#917607;&#917631; England (NHS-Daten), &#127465;&#127472; D&#228;nemark (Nat. Gesundheitsregister), &#127480;&#127466; Stockholm (SCREAM), &#127466;&#127466; Estland (BIG-HEART), &#127477;&#127473; Podlachien, Nordostpolen (EP-PARTICLES) = ingesamt &gt;36 Mio. Personen (30,1 Mio. aus England)</p></li></ol></li><li><p><strong>Externe Validierung:</strong> Modell pr&#252;fen<br><em>Das ist der entscheidende Test: Funktioniert das Modell auch in Bev&#246;lkerungen, die nie f&#252;r die Entwicklung genutzt wurden? Daf&#252;r wurden drei komplett unabh&#228;ngige Kohorten verwendet.</em></p><ol><li><p>CPRD (Clinical Practice Research Datalink), eine &#127988;&#917607;&#917602;&#917605;&#917614;&#917607;&#917631; englische Datenbank aus der Prim&#228;rversorgung (1.227.276 Personen)</p></li><li><p>Bev&#246;lkerungskohorte HUNT3 in &#127475;&#127476; Norwegen (33.434) </p></li><li><p>Bev&#246;lkerungskohorte EstBB in &#127466;&#127466; Estland (76.114)</p></li></ol></li></ol><h2>Das Ergebnis &#8230;</h2><p>&#8230; ist der sogenannte <strong>C-Index,</strong> der hier f&#252;r die externen Kohorten <strong>0,83&#8211;0,87</strong> betr&#228;gt, was recht gut ist. Der C-Index (Area under the Curve, AUC) misst, vereinfacht gesagt, wie gut ein Modell zwischen Personen mit und ohne Herzinsuffizienz unterscheidet: 1,0 w&#228;re eine perfekte Diskrimination. 0,5 ein M&#252;nzwurf. Die hier ermittelten Werte sind recht gut, sie bedeuten aber auch: ca. 15% der F&#228;lle werden falsch eingeordnet. Au&#223;erdem soll das vorliegende Modell bei Menschen ab 70 Jahren zu einer leichten &#220;bersch&#228;tzung des Risikos f&#252;hren.</p><h3>Die Risiken</h3><p>Mit ihrem Modell l&#228;sst sich, &#228;hnlich wie bspw. mit arriba KVP, das alters-, geschlechts- und risikofaktorabh&#228;ngige Risiko binnen 10 und 30 Jahren ermitteln. F&#252;r beide Geschlechter und Projektionen haben wir die Risiken einmal grafisch aufgetragen und hoffen, dass das selbsterkl&#228;rend ist <em>(falls nicht, bitte eine kurze E-Mail an <a href="mailto:verstehichnicht@evidenzupdate.de">verstehichnicht@evidenzupdate.de</a> oder <a href="mailto:gehtseinbisscheneinfacher@evidenzupdate.de">gehtseinbisscheneinfacher@evidenzupdate.de</a>)</em>:</p><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/RMmqN/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c50c859f-b19c-46a9-ac1b-4f2ca3327244_1220x446.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/56aeed59-f481-4615-8975-a2a0ff37a3a0_1220x776.png&quot;,&quot;height&quot;:383,&quot;title&quot;:&quot;SCORE2-HF: 10-Jahres-Risiken nach Alter f&#252;r &#9792;&#65038;&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Angegeben ist das Risiko f&#252;r Frauen, binnen 10 Jahren eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, je nach Baseline-Alter (x-Achsen) in Deutschland (moderate Risikoregion) und f&#252;r verschiedene Risikofaktoren &#8211; Baseline: SBP 120 mmHg, BMI 22, o. Rauchen, o. T2DM, eGFR 95 ml/min/1,73 m&#178; &#8211; BP-Med = Antihypertensive Therapie &#8211; T2DM = Typ-2-Diabetes, Diagnose-Alter 40 J., HbA1c: 7% (53 mmol/mol)&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/RMmqN/1/" width="730" height="383" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/nXMAS/2/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/64097bd1-fe9d-43e8-b85b-96012d403061_1220x446.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/fa2a887a-c0ed-428a-9978-f165908d8401_1220x596.png&quot;,&quot;height&quot;:293,&quot;title&quot;:&quot;SCORE2-HF: 10-Jahres-Risiken nach Alter f&#252;r &#9794;&#65038;&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Angegeben ist das Risiko f&#252;r M&#228;nner binnen 10 Jahren nach denselben Faktoren wie oben&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nXMAS/2/" width="730" height="293" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/Bu68V/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a54247d2-9e9b-48e7-bc1d-de3c6a5b1f66_1220x446.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/66bb700d-536b-4410-a391-76bd7746bfcf_1220x630.png&quot;,&quot;height&quot;:310,&quot;title&quot;:&quot;SCORE2-HF: 30-Jahres-Risiken nach Alter f&#252;r &#9792;&#65038;&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Angegeben ist das Risiko f&#252;r Frauen, binnen 30 Jahren nach denselben Faktoren wie oben, allerdings nur bis zum Baseline-Alter von 59 Jahren&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/Bu68V/1/" width="730" height="310" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/k6ThY/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/43c190fe-75e5-4a6e-ba2f-cb68f9c19e20_1220x448.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/2f65d8eb-937c-4409-9b93-dbe234552844_1220x632.png&quot;,&quot;height&quot;:311,&quot;title&quot;:&quot;SCORE2-HF: 30-Jahres-Risiken nach Alter f&#252;r &#9794;&#65038;&quot;,&quot;description&quot;:&quot;Angegeben ist das Risiko f&#252;r M&#228;nner, binnen 30 Jahren nach denselben Faktoren wie oben, allerdings nur bis zum Baseline-Alter von 59 Jahren&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/k6ThY/1/" width="730" height="311" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><h3>Interessante Befunde</h3><ul><li><p><strong>M&#228;nner</strong> haben binnen <strong>10 J.</strong> durchg&#228;ngig ein ~15&#8211;20 % h&#246;heres relatives Risiko als Frauen gleichen Alters; im hohen Alter n&#228;hert es sich wieder an</p></li><li><p>Binnen <strong>30 J.</strong> Hier kehrt sich die Relation ab ca. <strong>55 J.</strong> um: Frauen &#252;berholen die M&#228;nner, da die weiblichen Kalibrierungskoeffizienten f&#252;r den Langzeithorizont st&#228;rker steigen</p></li><li><p><strong>Rauchen</strong> hat bei Frauen &lt; 55 J. den st&#228;rksten Einzeleffekt auf das 30-J.-Risiko; st&#228;rker als bei M&#228;nnern (h&#246;herer Regressionskoeffizient: 0,722 vs. 0,496)</p></li><li><p><strong>eGFR 55</strong> &#252;berraschenderweise <em>niedriger</em> als SBP 155 oder Antihypertensiva; im Modell wirkt reduzierte eGFR weniger risikoerh&#246;hend als erwartet</p></li><li><p><strong>Antihypertensiva-Status</strong> (ohne SBP-Erh&#246;hung) erh&#246;ht das Risiko moderat, das Modell kodiert hier die zugrundeliegende Hypertonie, nicht das Medikament selbst</p></li><li><p>Der <strong>Raucherstatus</strong> senkt das 10-J.-Risiko bei 60-J&#228;hrigen erheblich: M&#228;nner von 4,53 auf 2,97%, Frauen von 3,43 auf 1,87%; beim 30-Jahres-Risiko kehrt sich bei Nichtrauchern die Kreuzung der Geschlechterkurven noch fr&#252;her um: bereits ab ca. <strong>67&#8211;68 J.</strong> &#252;berholen Frauen die M&#228;nner</p></li></ul><h2>Einordnung</h2><ul><li><p><strong>UK-Biobank-Bias:</strong> 78% der Derivationskohorte aus dem K&#246;nigreich, es sind vor allem gesunde Freiwillige = Healthy-volunteer-Problem</p></li><li><p><strong>Kein Deutschland</strong> in Rekalibrierung oder Validierung (allerdings mit SHIP und ESTHER in der Derivation); Deutschland ist laut ESC-Einteilung eine &#8222;Moderate-risk-region&#8220;, wurde aber nicht solit&#228;r kalibriert</p></li><li><p><strong>Kein harter Endpunkt &#8222;Herzinsuffizienz&#8220; in der Prim&#228;rversorgung:</strong> Die HF-Diagnosen stammen aus Klinikentlassungsdaten, ambulant gemanagte HF wird damit wom&#246;glich untersch&#228;tzt</p></li><li><p><strong>ACHTUNG, ein Risikomodell ist kein Therapie-Trigger:</strong> Die Autoren spekulieren schon einmal auf SGLT2-Inhibitoren als Konsequenz aus ihrer Arbeit; das w&#228;re Prim&#228;rpr&#228;vention, daf&#252;r sind die Dinger nicht zugelassen, die Schlussfolgerung geht (mal wieder) viel zu weit. Obacht!</p></li></ul>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/frailty-formeln-und-feine-effekte">
              Read more
          </a>
      </p>
   ]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wenn PPI zu „Legacy Drugs“ werden – und wie man sie wieder los wird]]></title><description><![CDATA[&#220;ber die DeprescrIPP-Studie in Hausarztpraxen]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-ppi-zu-legacy-drugs-werden-und</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-ppi-zu-legacy-drugs-werden-und</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Sat, 18 Apr 2026 08:44:40 GMT</pubDate><enclosure url="https://api.substack.com/feed/podcast/194530095/ee8298d9bf0f9c8179dfa7f7fb930a7b.mp3" length="0" type="audio/mpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. Wenn PPI zu &#8222;Legacy Drugs&#8220; werden &#8211; und wie man sie wieder los wird. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:178. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/POD.001/2026.04.00178">10.69156/POD.001/2026.04.00178</a></em></p></blockquote><p>Ahoi! <strong>Protonenpumpenhemmer,</strong> Pantoprazol, Omeprazol und Co, sind wie &#8222;Smarties&#8220; in der t&#228;glichen Pharmakotherapie: klein, auch ein wenig bunt, irgendwie toll und n&#252;tzlich, scheinbar harmlos. Und in rauen Mengen im Umlauf: Allein Pantoprazol kommt 2024 in der GKV auf 23 Millionen Verordnungen, 3 Milliarden Tagesdosen und fast 400 Millionen Euro Nettokosten.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-1" href="#footnote-1" target="_self">1</a><a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-2" href="#footnote-2" target="_self">2</a> Alte Schwedin!</p><p>Ja: In aller Regel werden PPI sicher mit gutem Grund eingesetzt bzw. begonnen. Nur: Allzuoft werden sie dann &#8222;vergessen&#8220;, nicht abgesetzt, im Zweifel sogar einfach weiterverordnet.</p><p>Was tun? Wie wird man sie wieder los? Das hat <strong>ein Team franz&#246;sischer Haus&#228;rzte</strong> et al. um <a href="https://www.univ-nantes.fr/jean-pascal-fournier">Jean-Pascal Fournier</a> aus Nantes in der <strong>DeprescrIPP-Studie</strong> (<a href="https://clinicaltrials.gov/study/NCT04255823">NCT04255823</a>) untersucht. Die besprechen wir hier und heute.</p><p><strong>Spoiler I:</strong> Die Studie verdient etliches Lob und bekommt es auch. </p><p><strong>Spoiler II:</strong> Die Implementierung der untersuchten Intervention w&#228;re ein Problem. </p><p><strong>Spoiler III:</strong> Man kann aber einiges ableiten. <em>(Aufgezeichnet haben wir am 14. April 2026.)</em></p><p>Und weil die Bild-KI so herrlich &#252;ber diese Episode &#8222;nachgedacht&#8220; und assoziiert hat, gibt es das verr&#252;ckte Episoden-Bild heute zum Anklicken und Herunterladen:</p><div class="captioned-image-container"><figure><a class="image-link image2 is-viewable-img" target="_blank" href="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!8PN8!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F952c7347-3f2c-4740-8f30-419e583bd12a_1659x948.jpeg" data-component-name="Image2ToDOM"><div class="image2-inset"><picture><source type="image/webp" srcset="https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!8PN8!,w_424,c_limit,f_webp,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F952c7347-3f2c-4740-8f30-419e583bd12a_1659x948.jpeg 424w, 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data-attrs="{&quot;src&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/952c7347-3f2c-4740-8f30-419e583bd12a_1659x948.jpeg&quot;,&quot;srcNoWatermark&quot;:null,&quot;fullscreen&quot;:null,&quot;imageSize&quot;:null,&quot;height&quot;:832,&quot;width&quot;:1456,&quot;resizeWidth&quot;:null,&quot;bytes&quot;:585112,&quot;alt&quot;:null,&quot;title&quot;:null,&quot;type&quot;:&quot;image/jpeg&quot;,&quot;href&quot;:null,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;topImage&quot;:true,&quot;internalRedirect&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/i/194530095?img=https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2F952c7347-3f2c-4740-8f30-419e583bd12a_1659x948.jpeg&quot;,&quot;isProcessing&quot;:false,&quot;align&quot;:null,&quot;offset&quot;:false}" class="sizing-normal" alt="" 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class="image-link-expand"><div class="pencraft pc-display-flex pc-gap-8 pc-reset"><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container restack-image"><svg role="img" width="20" height="20" viewBox="0 0 20 20" fill="none" stroke-width="1.5" stroke="var(--color-fg-primary)" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"><g><title></title><path d="M2.53001 7.81595C3.49179 4.73911 6.43281 2.5 9.91173 2.5C13.1684 2.5 15.9537 4.46214 17.0852 7.23684L17.6179 8.67647M17.6179 8.67647L18.5002 4.26471M17.6179 8.67647L13.6473 6.91176M17.4995 12.1841C16.5378 15.2609 13.5967 17.5 10.1178 17.5C6.86118 17.5 4.07589 15.5379 2.94432 12.7632L2.41165 11.3235M2.41165 11.3235L1.5293 15.7353M2.41165 11.3235L6.38224 13.0882"></path></g></svg></button><button tabindex="0" type="button" class="pencraft pc-reset pencraft icon-container view-image"><svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" width="20" height="20" viewBox="0 0 24 24" fill="none" stroke="currentColor" stroke-width="2" stroke-linecap="round" stroke-linejoin="round" class="lucide lucide-maximize2 lucide-maximize-2"><polyline points="15 3 21 3 21 9"></polyline><polyline points="9 21 3 21 3 15"></polyline><line x1="21" x2="14" y1="3" y2="10"></line><line x1="3" x2="10" y1="21" y2="14"></line></svg></button></div></div></div></a></figure></div><blockquote><p><em><strong>Plus f&#252;r alle</strong> hier: die Zusammenfassung unseres Gespr&#228;chs und nat&#252;rlich die Literatur.<br>Das <strong>Plus f&#252;r alle Unterst&#252;tzer</strong> zu dieser Episode:</em></p><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;46eb965a-e2c4-4488-81b8-d176ea338c58&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;N&#246;&#223;ler: Protonenpumpenhemmer sind ein Dauerbrenner bei der &#220;berversorgung und Fehlversordnung. Omeprazol, Pantoprazol und Co. landen zu oft und zu schnell auf Muster 16 und werden dann zu selten wieder abgesetzt. Hilft vielleicht ein einfacher Brief dagegen? &#220;ber diese Methode sprechen wir heute &#8211; untersucht in der frisch publizierten gro&#223;en, cluster-randomisierten DeprescrIPP-Studie aus Frankreich. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Episode des EvidenzUpdate-Podcasts. Wir, das sind ...&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Read full story&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;PPI als &#8222;Legacy Drugs&#8220; &#8211; Transkript&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-04-18T08:32:50.352Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/159c7175-205d-4d9a-bf98-5260873b0b51_1659x948.jpeg&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/ppi-als-legacy-drugs-transkript&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:194530100,&quot;type&quot;:&quot;newsletter&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:true,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p><em>Schreibt uns: <a href="mailto:podcast@evidenzupdate.de">podcast@evidenzupdate.de</a></em></p></blockquote><p>F&#252;r alle Protonen- und Ionen-Freunde gibt es selbstverst&#228;ndlich die <strong>Kapitelmarken:</strong></p><ul><li><p>00:00:00 Intro</p></li><li><p>00:01:56 PPI</p></li><li><p>00:05:37 Wie Smarties</p></li><li><p>00:08:16 Ganz kurz: Die Protonenpumpe</p></li><li><p>00:10:22 DeprescrIPP-Studie</p></li><li><p>00:13:10 Die Ergebnisse</p></li><li><p>00:17:38 NNT von 15</p></li><li><p>00:21:19 Briefe zur Systemrettung?</p></li><li><p>00:24:12 Methodenkritik</p></li><li><p>00:26:32 Glossar: Cluster Randomized Trial</p></li><li><p>00:28:12 &#220;bertragbarkeit F auf DE</p></li><li><p>00:30:18 Side Step ARena</p></li><li><p>00:32:07 Legacy Drugs</p></li><li><p>00:33:38 Key takeways</p></li></ul><h1>Unser Gespr&#228;ch zusammengefasst</h1><p>PPI landen schnell (und manchmal reflexartig) auf dem Rezept: unspezifische Oberbauchbeschwerden, NSAR, alles legitime Anl&#228;sse. Das Problem liegt nicht im Starten, sondern im Nicht-Aufh&#246;ren. Aus der kurzfristigen Verordnung wird eine Dauertherapie. Weil PPI vermeintlich harmlos sind (im Einzelfall, nicht in der Summe!), fehlt der Impuls zum Absetzen. Dass sie mit einem erh&#246;hten Risiko f&#252;r Nierenprobleme, Infektionen, Frakturen und weitere unerw&#252;nschte Ereignisse assoziiert sind, geht im Alltag unter. <strong>Ein Systemproblem,</strong> hochskaliert auf drei Milliarden Tagesdosen p.a. nur in der deutschen GKV.</p><p>Die DeprescrIPP-Studie<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-3" href="#footnote-3" target="_self">3</a> hat <strong>drei Strategien</strong> gegen PPI-&#220;berversorgung in der Prim&#228;rversorgung gegeneinander getestet:</p><ol><li><p>kombinierte Patienten-und-Arzt-Intervention (Aufkl&#228;rungsflyer per Post an die Patienten, Deprescribing-Algorithmus-Brief an die Haus&#228;rzte),</p></li><li><p>reine Arzt-Intervention (nur der Algorithmus-Brief an die Praxis) und</p></li><li><p>usual care.</p></li></ol><p>Prim&#228;rer Endpunkt war mindestens<strong> 50% Reduktion des PPI-Verbrauchs</strong> nach 12 Monaten, gemessen anhand von Verordnungsdaten der Kassen.</p><p>Das Ergebnis ist eindeutig: Die kombinierte Intervention halbiert den PPI-Verbrauch bei knapp 15% der Patient:innen. Die reine Doc-Intervention kommt auf 7,7%, genauso viel wie gar keine Intervention (7,0%). Der Brief an die Doctores allein hat: nichts gebracht. Null. Niente. Und das bei fast 700 Praxen und &#252;ber 34.000 Patienten.</p><p>Gleichzeitig zeigt die Studie: <strong>Absetzen schadet nicht!</strong> Die GERD-Symptomscores (erfasst &#252;ber den GERD Impact Scale, GIS, in einer 10-%-Substichprobe) unterscheiden sich zwischen den Gruppen nicht klinisch relevant: Alle Differenzen liegen weit unterhalb der als bedeutsam definierten Schwelle von 0,5 Punkten.</p><h2>Die NNT und die Postkutsche</h2><p>Die absolute Differenz zwischen kombinierter Intervention und usual care betr&#228;gt 6,9 Prozentpunkte, das ergibt eine Number needed to treat, eine <strong>NNT von 15.</strong> 15 Patienten (und deren Praxen) muss man anschreiben, damit bei einer Person der PPI-Verbrauch reduziert wird. </p><p>F&#252;r ein bisschen Porto klingt das attraktiv: nicht nur als Postkutschen-Konjunktur, sondern auch auf Public-Health-Ebene, wenn man es auf die Milliarden DDD hochrechnet.</p><p>Aber im Umkehrschluss hei&#223;t es auch: 14 von 15 laufen weiter mit PPI, das ist das eigentliche Problem, das auch in dieser Studie nicht gel&#246;st wurde.</p><p><strong>Zwischenfazit: Die Versorgung f&#228;ngt beim Versicherten an. Deprescribing ist keine Einbahnstra&#223;e. Wer nur die Doctores adressiert, bewegt nichts.</strong></p><h2>Was die Studie leistet und was nicht</h2><p>Die Studie muss man loben:</p><ul><li><p>f&#252;r ihr pragmatisches Design unter Alltagsbedingungen,</p></li><li><p>f&#252;r die saubere <a href="https://www.evidenzupdate.de/i/171457665/cluster-randomisierung-cluster-randomized-trial-crt">Cluster-Randomisierung</a> und </p></li><li><p>vor allem f&#252;r die Erhebung patientenberichteter Outcomes, was viele Deprescribing-Studien vers&#228;umen.</p></li></ul><p>Die Einschr&#228;nkungen sind trotzdem relevant: </p><ul><li><p>Der prim&#228;re Endpunkt ist ein Surrogatendpunkt (Kassendaten, keine tats&#228;chliche Einnahme).</p></li><li><p>PPI sind auch in Frankreich rezeptfrei erh&#228;ltlich, das verzerrt die Daten m&#246;glicherweise nach unten.</p></li><li><p>Es fehlt ein reiner Patienten-Arm, der interessant gewesen w&#228;re: Wie viel des Effekts kommt tats&#228;chlich von den Patienten allein?</p></li><li><p>Die Population ist selektiert, Hochrisikogruppen (NSAR &gt;65 Jahre, Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer) waren ausgeschlossen, also genau die Gruppen, bei denen das Absetzen besonders heikel ist.</p></li><li><p>Die Symptomerfassung nach zw&#246;lf Monaten k&#246;nnte fr&#252;he Rebound-Ph&#228;nomene verpasst haben.</p></li></ul><p><strong>&#220;bertragbarkeit auf Deutschland:</strong> Die Versorgungsstrukturen sind nicht identisch, das zentralisierte franz&#246;sische System erleichtert solche Postinterventionen. Aber das Grundproblem ist dort wie hier dasselbe. Das Prinzip, Patientinnen und Patienten aktiv einzubeziehen, l&#228;sst sich durchaus &#252;bertragen.</p><p><strong>Ein kurzer Seitenblick</strong> auf die eigene Forschung: In der GET.FEEDBACK.GP-Studie zu Depressionsscreening in der Hausarztpraxis haben wir in Deutschland &#196;hnliches beobachtet.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-4" href="#footnote-4" target="_self">4</a> Nur wenn Doc und Patientin gleicherma&#223;en adressiert wurden, &#228;nderte sich die Versorgung. Rein arztgerichtete Ma&#223;nahmen verpuffen. Das ist kein Zufall, sondern scheint ein robustes Muster zu sein.</p><h2>Legacy Drugs: ein relevanter Begriff</h2><p>Das Editorial in JAMA Internal Medicine von Timothy Anderson aus Pittsburgh bringt einen Begriff ins Spiel, den wir uns merken wollen: <strong>Legacy Drugs,</strong> Medikamente, die sinnvoll gestartet wurden und dann einfach bleiben.<a class="footnote-anchor" data-component-name="FootnoteAnchorToDOM" id="footnote-anchor-5" href="#footnote-5" target="_self">5</a> Klinische Erbst&#252;cke, die von Quartal zu Quartal mitgeschleppt werden, ohne je wieder hinterfragt zu werden. PPI sind ein Paradebeispiel. </p><p>Auch Anderson lobt die Studie f&#252;r ihre patientenberichteten Outcomes und kritisiert ebenfalls das Fehlen eines reinen Patienten-Arms. Er fordert mehr RCT, die nicht nur Verordnungsmengen messen, sondern auch Benefits und Risiken des Absetzens.</p><h2>Fazit: Mehr Absetzmomente einbauen</h2><p>Deprescribing funktioniert, aber nicht im Alleingang. Die praktischste Konsequenz der Studie: <strong>Wir brauchen mehr Absetzmomente im klinischen Alltag.</strong> Systematische Gelegenheiten, innezuhalten und zu fragen: Braucht diese Patientin das noch? In Leitlinien zur Multimorbidit&#228;t und Multimedikation steht das bereits. Die Krux ist, wie so oft, es in den eigenen Alltag zu kriegen. Deprescribing ist keine einmalige Aktion, sondern ein Teil guter kontinuierlicher Versorgung, eine Kultur.</p><p>Und f&#252;r alle, die sagen: <strong>&#8222;Ich hab keine Zeit f&#252;r Deprescribing-Gespr&#228;che, das wird nicht verg&#252;tet&#8220;,</strong> ist die Antwort: Auch &#220;berversorgung erzeugt Arbeit. Jeder unn&#246;tige Dauerl&#228;ufer bedeutet Folgekontakte, R&#252;ckfragen, Nebenwirkungen. Wer keine Zeit f&#252;rs Absetzen hat, hat eigentlich auch keine Zeit f&#252;rs Weiterverordnen.</p><h1>DeprescrIPP in K&#252;rze</h1><p>Eine pragmatische, cluster-randomisierte, offene klinische Studie mit drei Armen (1:1:1). Laufzeit: November 2020 bis November 2021 (Datenanalyse 2025). Cluster = Hausarztpraxis.</p><ul><li><p><strong>(P)opulation:</strong> 34.409 Erwachsene (&#8805;18 Jahre) mit &#8805;300 DDD PPI/Jahr (tgl. Einnahme mit &#8805;80% Adh&#228;renz) aus 683 Hausarztpraxen in Loire-Atlantique und Vend&#233;e, Westfrankreich.</p><ul><li><p>&#8709; 68,6 Jahre, 56,7% &#9792;, 60% mit chronischer Erkrankung, 13,8% mit &#8805;15 Medikamenten</p></li><li><p>Ausgeschlossen: NSAR &gt;65 Jahre, Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer.</p></li></ul></li><li><p><strong>(I)ntervention und (C)omparisons:</strong></p><ul><li><p>Arm 1 (kombiniert, n = 11.442): Aufkl&#228;rungsflyer an Patienten per Post + Algorithmus-Brief an Praxen</p></li><li><p>Arm 2 (nur Arzt, n = 11.235): Algorithmus-Brief nur an Praxen</p></li><li><p>Arm 3 (usual care, n = 11.732): keine Intervention</p></li></ul></li><li><p><strong>(O)utcomes:</strong></p><ul><li><p>Prim&#228;r: &#8805;50% Reduktion des j&#228;hrlichen PPI-Verbrauchs in DDD nach 12 Monaten (Verordnungsdaten der Kassen)</p></li><li><p>Sekund&#228;r: GERD-Symptome (GERD Impact Scale, GIS) in einer 10-Prozent-Substichprobe.</p></li></ul></li></ul><div id="datawrapper-iframe" class="datawrapper-wrap outer" data-attrs="{&quot;url&quot;:&quot;https://datawrapper.dwcdn.net/A1RVH/1/&quot;,&quot;thumbnail_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/c3d20b21-245c-4d35-bdc9-110e4753a962_1220x494.png&quot;,&quot;thumbnail_url_full&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/2591ca13-c82a-4272-a363-ec4c18f8630f_1220x564.png&quot;,&quot;height&quot;:254,&quot;title&quot;:&quot;Ergebnisse DeprescrIPP-Studie&quot;,&quot;description&quot;:&quot;&quot;}" data-component-name="DatawrapperToDOM"><iframe id="iframe-datawrapper" class="datawrapper-iframe" src="https://datawrapper.dwcdn.net/A1RVH/1/" width="730" height="254" frameborder="0" scrolling="no"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(e){if(void 0!==e.data["datawrapper-height"]){var t=document.querySelectorAll("iframe");for(var a in e.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data["datawrapper-height"][a]+"px"}}}))}();</script></div><p><strong>GIS-Scores:</strong> Kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den Gruppen (alle Differenzen &lt;0,2 Punkte, Schwelle f&#252;r klinische Relevanz: 0,5 Punkte).</p><p><em>Adieu!</em></p><h1>Literatur</h1><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-1" href="#footnote-anchor-1" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">1</a><div class="footnote-content"><p><a href="https://arzneimittel.wido.de/PharMaAnalyst/?0">WIdO-PharMaAnalyst</a> mit Abfrage ATC-Code A02BC02 (Pantoprazol); Zugriff am 14. April</p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-2" href="#footnote-anchor-2" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">2</a><div class="footnote-content"><p>Ludwig W-D, M&#252;hlbauer B, Seifert R, editors. <em>Arzneiverordnungs-Report 2025</em>. Berlin, Heidelberg: Springer 2026. doi: <a href="https://doi.org/10.1007/978-3-662-72738-6">https://doi.org/10.1007/978-3-662-72738-6</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-3" href="#footnote-anchor-3" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">3</a><div class="footnote-content"><p>Fournier J-P, Gaultier A, Riche V-P, <em>et al.</em> Deprescribing Intervention and Reduction of Proton Pump Inhibitor Use in Primary Care. <em>JAMA Intern Med</em> 2026;<strong>186</strong>(6). doi: <a href="https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2026.0584">https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2026.0584</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-4" href="#footnote-anchor-4" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">4</a><div class="footnote-content"><p>L&#246;we B, Scherer M, Braunschneider L-E, <em>et al.</em> Clinical effectiveness of patient-targeted feedback following depression screening in general practice (GET.FEEDBACK.GP): an investigator-initiated, prospective, multicentre, three-arm, observer-blinded, randomised controlled trial in Germany. <em>Lancet Psychiatry</em> 2024;<strong>11</strong>(4):262&#8211;73. doi: <a href="https://doi.org/10.1016/s2215-0366(24)00035-x">https://doi.org/10.1016/s2215-0366(24)00035-x</a></p></div></div><div class="footnote" data-component-name="FootnoteToDOM"><a id="footnote-5" href="#footnote-anchor-5" class="footnote-number" contenteditable="false" target="_self">5</a><div class="footnote-content"><p>Anderson TS. Deprescribing Proton Pump Inhibitors and the Challenge of Legacy Medications. <em>JAMA Intern Med</em> 2026;<strong>186</strong>(6). doi: <a href="https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2026.0594">https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2026.0594</a></p></div></div>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[PPI als „Legacy Drugs“ – Transkript]]></title><description><![CDATA[&#220;ber die DeprescrIPP-Studie in Hausarztpraxen]]></description><link>https://www.evidenzupdate.de/p/ppi-als-legacy-drugs-transkript</link><guid isPermaLink="false">https://www.evidenzupdate.de/p/ppi-als-legacy-drugs-transkript</guid><dc:creator><![CDATA[Denis Nößler]]></dc:creator><pubDate>Sat, 18 Apr 2026 08:32:50 GMT</pubDate><enclosure url="https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/159c7175-205d-4d9a-bf98-5260873b0b51_1659x948.jpeg" length="0" type="image/jpeg"/><content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><strong>Diesen Beitrag zitieren:</strong><br>N&#246;&#223;ler D, Scherer M. PPI als &#8222;Legacy Drugs&#8220; &#8211; Transkript. EvidenzUpdate 2026;<strong>7</strong>:178. doi: <a href="https://doi.org/10.69156/TRX.001/2026.04.00178">10.69156/TRX.001/2026.04.00178</a></em></p></blockquote><div class="digest-post-embed" data-attrs="{&quot;nodeId&quot;:&quot;3a3337b7-2042-4ef4-9ea5-fedf07ddc695&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Ahoi! Protonenpumpenhemmer, Pantoprazol, Omeprazol und Co, sind wie &#8222;Smarties&#8220; in der t&#228;glichen Pharmakotherapie: klein, auch ein wenig bunt, irgendwie toll und n&#252;tzlich, scheinbar harmlos. Und in rauen Mengen im Umlauf: Allein Pantoprazol kommt 2024 in der GKV auf 23 Millionen Verordnungen, 3 Milliarden Tagesdosen und fast 400 Millionen Euro Nettokosten.&quot;,&quot;cta&quot;:&quot;Listen now&quot;,&quot;showBylines&quot;:true,&quot;size&quot;:&quot;sm&quot;,&quot;isEditorNode&quot;:true,&quot;title&quot;:&quot;Wenn PPI zu &#8222;Legacy Drugs&#8220; werden &#8211; und wie man sie wieder los wird&quot;,&quot;publishedBylines&quot;:[{&quot;id&quot;:257568902,&quot;name&quot;:&quot;Denis N&#246;&#223;ler&quot;,&quot;bio&quot;:&quot;Journalist, interested in clinical practice, EbM and health policy&quot;,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/a08d8e9f-d5db-498e-8a7f-da6dcfc794f0_640x760.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null},{&quot;id&quot;:362194059,&quot;name&quot;:&quot;Martin Scherer&quot;,&quot;bio&quot;:null,&quot;photo_url&quot;:&quot;https://substack-post-media.s3.amazonaws.com/public/images/5903967d-7dfe-4562-a010-00827d92af6a_1412x1379.jpeg&quot;,&quot;is_guest&quot;:false,&quot;bestseller_tier&quot;:null}],&quot;post_date&quot;:&quot;2026-04-18T08:44:40.961Z&quot;,&quot;cover_image&quot;:&quot;https://substack-video.s3.amazonaws.com/video_upload/post/194530095/ed8261d0-6505-4411-adff-8b12b7b92e52/transcoded-1776441151.png&quot;,&quot;cover_image_alt&quot;:null,&quot;canonical_url&quot;:&quot;https://www.evidenzupdate.de/p/wenn-ppi-zu-legacy-drugs-werden-und&quot;,&quot;section_name&quot;:null,&quot;video_upload_id&quot;:null,&quot;id&quot;:194530095,&quot;type&quot;:&quot;podcast&quot;,&quot;reaction_count&quot;:0,&quot;comment_count&quot;:0,&quot;publication_id&quot;:3009760,&quot;publication_name&quot;:&quot;EvidenzUpdate&quot;,&quot;publication_logo_url&quot;:&quot;https://substackcdn.com/image/fetch/$s_!3q-J!,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fcbfe24db-978a-4f14-9a2d-cdc01179eaa3_1280x1280.png&quot;,&quot;belowTheFold&quot;:false,&quot;youtube_url&quot;:null,&quot;show_links&quot;:null,&quot;feed_url&quot;:null}"></div><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Protonenpumpenhemmer sind ein Dauerbrenner bei der &#220;berversorgung und Fehlversordnung. Omeprazol, Pantoprazol und Co. landen zu oft und zu schnell auf Muster 16 und werden dann zu selten wieder abgesetzt. Hilft vielleicht ein einfacher Brief dagegen? &#220;ber diese Methode sprechen wir heute &#8211; untersucht in der frisch publizierten gro&#223;en, cluster-randomisierten DeprescrIPP-Studie aus Frankreich. Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Episode des EvidenzUpdate-Podcasts. Wir, das sind ...</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Martin Scherer.</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Past-Pr&#228;sident der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der DEGAM, und Direktor des Instituts und Poliklinik f&#252;r Allgemeinmedizin am UKE in Hamburg. Und hier am Mikro ist Denis N&#246;&#223;ler. Moin, Herr Scherer!</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Moin, Herr N&#246;&#223;ler!</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong> Wie geht es Ihnen?</p><p style="text-align: justify;"><strong>Scherer:</strong> Danke, gut. Und selbst?</p><p style="text-align: justify;"><strong>N&#246;&#223;ler:</strong></p>
      <p>
          <a href="https://www.evidenzupdate.de/p/ppi-als-legacy-drugs-transkript">
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      </p>
   ]]></content:encoded></item></channel></rss>